Manuskripte

SWR1 Sonntagmorgen 3vor8

Manchmal scheint einem Gott weit weg. Zum Beispiel, wo Menschen sich in Streit verstrickt haben, da sind sie zu sehr mit sich selbst beschäftigt. Da hat man keinen Kopf und kein Herz für Gott.

Wenn Menschen wütend sind und enttäuscht und sich verrennen in ihrem Ärger da scheint alles dunkel und Gott weit weg. Wie kommt man wieder raus aus so einer Situation, wenn alles festgefahren scheint und kein Licht am Ende des Tunnels?

Da kommt man nicht von allein wieder raus, schreibt der Apostel Paulus in einem Brief an die Christen in Korinth. In der Bibel kann man den Brief nachlesen. Heute wird in den evangelischen Gottesdiensten über einen Abschnitt daraus gepredigt.

Dort in Korinth waren sie in erbitterten Streit geraten – miteinander und auch mit dem Apostel. In der Handelsmetropole haben einflussreiche Neureiche und arme Sklaven, Traditionalisten, antike Esoteriker und aufgeklärte Skeptiker gelebt. Sie alle standen in Konkurrenz zueinander, jeder meinte, es besser zu wissen. Und nur bei ihm sei die Wahrheit. Die anderen hätten noch gar nicht begriffen, was Glauben heißt.

Dahin schreibt Paulus nun einen Brief. Er kritisiert die Streiterei scharf. Er mahnt, man solle sich doch bitte versöhnen. Er schimpft. Aber er ahnt wohl, das macht die Leute dort vielleicht erst recht trotzig und bockig. Von allein werden sie kaum noch rauskommen aus ihrer verfahrenen Situation.

Deshalb äußert er am Ende seines Briefes einen Wunsch: Er wünscht den Korinthern den Geist Gottes. Mit seinem guten Geist kann Gott in Bewegung setzen und zueinander bringen, was getrennt scheint. So hatte es Paulus selbst erlebt. Und er wünscht den Korinthern, dass sie das auch erfahren. Und dadurch die Liebe Gottes wieder spüren. Der sitzt nämlich nicht hoch oben auf seiner Wolke und schaut zu, wie sie sich unten streiten.  Gottes Liebe gilt allen Menschen und bringt Menschen wieder zusammen. Dazu ist Jesus Christus ja auf die Welt gekommen. Der hat mit seinem Leben und Reden Wege gezeigt, wie Menschen gut miteinander auskommen können. Wie man einen ersten Schritt machen kann auf andere zu. Wie man gelten lassen kann, wie andere leben. Wie man denen helfen kann, die sich in Selbstmitleid und Wut auf die anderen vergraben haben.

Deshalb wünscht Paulus den Leuten in Korinth am Ende seines Briefes: „Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft der heiligen Geistes sei mit euch allen!“ (2. Kor 13, 13)

In Korinth haben sie sich anscheinend damals versöhnt und miteinander leben können. Deshalb wünsche ich mir und Ihnen das heute auch!

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