Manuskripte

SWR1 3vor8

Gut, wenn man ein zu Hause hat. Und wenn Menschen da sind, mit denen man sein Leben irgendwie teilen kann. Das stimmt immer noch. Aber „Zu Hause“ ist jetzt kleiner, enger. Raus können, andere Menschen, Kultur, Sport, in die Kirche gehen. Sich aktiv ums Geschäft kümmern können. Das gehört sonst dazu, dass wir uns „ZuHause“ fühlen im Leben. Jetzt fehlt vieles.

Wie muss das für Menschen sein, die im Krankenhaus kämpfen und kaum Besuch haben können. Oder für Menschen im Altersheim?

Im Bibeltext, der heute in der evangelischen Kirche dran ist, geht es um ähnliche Fragen: Wo haben wir ein Zu Hause, wenn es in der Krise so eng wird? Und was zählt jetzt, damit das Leben trotz allem lebenswert bleibt?

In einem Brief in der Bibel hat einer darauf Antworten versucht.
Was gibt ein Zu Hause in der Krise? Der Christenmensch in der Bibel schreibt:
Wir haben hier keine Stadt, die bestehen bleibt. Sondern wir suchen nach der zukünftigen Stadt.

Also: Wir schauen in die Zukunft, nach vorn. Immer. Jetzt vielleicht noch mehr. Jeden Tag wird die Sehnsucht größer, dass es besser wird. Gut, dass wir Menschen diese Kraft haben. Über heute hinaus denken, über heute hinaus hoffen und leben. Obwohl keiner sagen kann, wie lange das Bessere auf sich warten lässt.

Aber wenn man hofft, dass es besser werden kann. Ich finde: das motiviert auch, dass ich mich an die Regeln der Vorsicht halte. Auch wenn es sch werfällt. Die alten Eltern, die Enkel, die Freunde, Kolleg*innen. Wir werden sie wiedersehen.

Wir suchen das Zukünftige: Vielleicht müssen wir uns auch alle zusammen fragen, Lehrt uns diese Pandemie etwas? Warum kann sie so heftig zuschlagen? Können wir besser zusammenleben, hinterher? Oder: Wie nehmen wir den Zusammenhalt, den man jetzt spürt, mit in die Zukunft?

Die Menschen haben immer aus großen Krisen auch gelernt. Was können wir mit Gottes Hilfe in Zukunft besser machen? Die andere Frage, die der Briefschreiber in der Bibel gestellt hat in der Krise: Wie lebt man jetzt? Da schreibt er:
Vergesst nicht, Gutes zu tun und mit anderen zu teilen. Das gefällt Gott.

Gutes Teilen: Kann man besser sagen, was zählt? Es gibt so viele schöne Beispiele jetzt. Kinder kaufen für Ältere ein. Leute melden sich freiwillig in der Klinik zum Dienst. Videos und Musik werden geteilt und und und. Es wird darauf ankommen, dass wir damit nicht nachlassen. Wie lange die Krise auch dauert. Und noch länger. Für die Zukunft. Wolf-Dieter Steinmann, Ettlingen evangelische Kirche

Bibeltext:
Hebräer 13, 13-14.16

Lasst uns daher zu Jesus hinausgehen vor das Lager.
Wir wollen die Schande auf uns nehmen, die er zu tragen hatte.
Denn wir haben hier keine Stadt, die bestehen bleibt.
Sondern wir suchen nach der zukünftigen Stadt…

Vergesst nicht, Gutes zu tun und mit anderen zu teilen.
Denn das sind die Opfer, die Gott gefallen.

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