Manuskripte

SWR1 Sonntagmorgen 3vor8

Maria Magdalena geht es dreckig. Jesus ist tot. Alles, was sie mit ihm verbunden hat, ist dahin. Alles, was er erzählt hat, nicht wahr. Träume zerplatzt. Die Hoffnung auf ein besseres Leben - begraben.

Sie hält es nicht aus und geht zum Grab. Sie versteht vieles nicht, ist im wahrsten Sinne des Wortes todtraurig, aber irgendwie will sie in Jesu Nähe sein. Und die spürt sie am ehesten am Grab.

Der Stein vor der Grabhöhle, in der Jesus begraben liegt, ist weg. Verstört rennt Maria zu den Jüngern und erzählt es ihnen. Zwei kommen mit, schauen sich das Ganze an und gehen wieder nach Hause. Was in ihnen vorgeht, wird nicht weiter erzählt. Nur, dass einer sah und glaubte.

Maria Magdalena bleibt, sie weint und beugt sich in die Grabkammer. Und da passiert es: sie sieht, was geschehen ist: Jesu Leichnam ist nicht mehr da. Stattdessen stehen da zwei Männer, die ihr erklären, dass Jesus auferstanden ist. Sie dreht sich um, und da steht plötzlich Jesus selbst. Erst denkt sie, es sei ein Gärtner, aber dann nennt er sie beim Namen. „Maria“, sagt Jesus und schickt sie nochmal zu den Jüngern um zu berichten, dass er wirklich auferstanden ist. 

Was ich an dieser Frau bewundere ist, dass sie hartnäckig geblieben ist. Dass sie verstehen will. Sie bleibt, hört zu, wird beim Namen genannt und versteht. Dann geht sie wieder zu den Jüngern und berichtet das Unfassbare.

Maria Magdalena ist für mich eine mutige und starke Frau, die genau so handelt, wie ich viele Frauen erlebe. Und so, wie ich es mir oft in schwierigen Situationen auch von mir wünschen würde.

Maria tut, was sie fühlt. Sie hat das Gefühl, dass sie zum Grab muss, also geht sie. Sie ist traurig, also weint sie. Sie versteht es nicht, also fragt sie nach und bleibt so lange, bis ihr alles klar ist.

Sie zeigt, dass es sich lohnt, da zu bleiben und auch schwere, unverständliche Situationen auszuhalten.

Maria Magdalena ist Osterzeugin. Alles, was Jesus gesagt, getan und an Hoffnung gemacht hat, stimmt. Jetzt ergibt es einen Sinn.

Für mich ist sie eine starke Frau, weil sie sich selbst vertraut hat. Weil sie durchgehalten hat, weil sie nachgebohrt hat, es wirklich wissen wollte.

Ich glaube, deshalb kann Maria Magdalena sowas wie ein Vorbild sein. Und zwar für Frauen und Männer. Wenn Du etwas wirklich von Herzen willst, bleib dran. Lass Dich nicht abschrecken oder abwimmeln.

Dann kann Ostern werden - nicht nur an Ostern. 

Ich wünsche Ihnen von Herzen ein frohes Osterfest!

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