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06DEZ2025
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Eine Nikolausgeschichte von Gerhard Eberts:

 

Der junge Student rief sich noch einmal alles in Erinnerung, was man ihm beim Nikolaus-Verleihdienst gesagt hatte. Auf keinen Fall dürft ihr den Kinderschreck machen, hatte man ihm gesagt. (…)

 

Aber es half nichts. Das Kind schrie wie am Spieß. (…) Ganz langsam nahm er die Bischofsmütze vom Kopf (…) und legte (…) den weiten roten Mantel zur Seite. Das Kind sah (…) mit großen Augen zu und vergaß zu weinen. (…)

 

Jetzt löste der Student den langen Bart. Ein junges, verlegenes Gesicht kam unter dem Bart hervor. (…) Der Student und das Kind (…) lachten miteinander.

 

Der Student erzählte (…) dass (Nikolaus) schon lange tot und ein guter Mensch gewesen sei. Und (…) dass seither junge Männer in die Rolle (…) schlüpfen, um sich an ihn zu erinnern. Das Kind hörte mit großen Augen zu.

 

Der Zauber sei dahin, sagten die Erwachsenen. Der Student dachte: Was uns bleibt, ist das Wunder.

 

Quelle

Gerhard Eberts, Das Wunder, in: Andere Zeiten e.V. (Hg), Der Andere Advent 2013/2014, 6.12.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=43402
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05DEZ2025
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So viele Gerüche strömen auf unsere Nasen ein, besonders in der Adventszeit. Die Autorin und Bloggerin Susanne Niemeyer ist überzeugt:

 

(…) Gerüche sind deine Heimat, dein Seelenkissen. Der Geruch von Schnee am Morgen, Wunderkerzen und Maronen, ein angerissenes Streichholz, (…) Schokokringel und Räuchermännchen. Das alles kannst du auch jetzt riechen, deine Erinnerung hat es gespeichert. Und du fühlst dich geborgen darin, und plötzlich fragst du dich, ob Gott wohl einen Duft hat. Ob man ihn, wenn denn schon nicht sehen, so doch vielleicht riechen kann. Und du brauchtest nur einzuatmen.

 

Quelle

Susanne Niemeyer, Weihnachtsduft, in: Andere Zeiten e.V. (Hg), Der Andere Advent 2010/2011, 25.12.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=43401
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04DEZ2025
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Was ist besser: Vorsorgen oder vertrauen? Die Schriftstellerin Luise Rinser hat einen klaren Favoriten und erzählt:

 

Einer meiner Bekannten malt sich alle schlimmen Ereignisse, die ihm vielleicht zustoßen könnten, im Voraus genauestens aus, dann legt er sich zurecht, wie er sich in jeder Situation zu verhalten habe. (…)

 

Aber ist er deshalb glücklich und ruhig? Keineswegs.

 

Ich kenne ein weit besseres Hilfsmittel. Es ist im Grunde dasselbe, das ein Kind anwendet, wenn man es in den dunkeln Keller schickt: Es singt laut. Damit zeigt es dem Unbekannten, dass es ihm etwas entgegenzusetzen hat: den Mut. Und Mut ist eine Art des Vertrauens. Nicht in die eigene Kraft, sondern in etwas, das uns beschützt.

 

Quelle

Luise Rinser: Vorsorge, in: Andere Zeiten e.V. (Hg), Der Andere Advent 2019/2020, 5.12.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=43400
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03DEZ2025
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Sich einmummeln und gar nichts tun – das muss manchmal einfach sein. Das steht im Internetauftritt des Franziskanerordens „barfuß und wild“. Dort heißt es:

 

Es gibt Tage, an denen die Blume nicht blüht, sondern in der Erde ruht. Manchmal ist der mutigste Akt, sich selbst in eine warme Decke zu wickeln, Tee zu trinken und für heute nicht aufzutauchen. Du musst nicht immer „on“ sein. Das ist keine Flucht. Es ist Heimkehr.

 

Quelle

https://www.barfuss-und-wild.de/seelenfutter-2512 (aufgerufen am 30.10.2025)

https://www.kirche-im-swr.de/?m=43399
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02DEZ2025
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Warum ist Schnee für viele so faszinierend? Der Soziologe Hartmut Rosa meint:

 

Wir können ihn nicht herstellen, nicht erzwingen (…): Wenn wir ihn in die Hand nehmen, zerrinnt er uns zwischen den Fingern, wenn wir ihn ins Haus holen, fließt er davon, und wenn wir ihn in die Tiefkühltruhe packen, hört er auf, Schnee zu sein. Vielleicht sehnen sich deshalb so viele Menschen (…) nach ihm. (…) Und natürlich fehlt es nicht an Versuchen, Schnee verfügbar zu machen.

 

Lebendigkeit, Berührung und wirkliche Erfahrung aber entstehen aus der Begegnung mit dem Unverfügbaren.

 

Quelle

Hartmut Rosa, Vom Schnee in: Hartmut Rosa, Unverfügbarkeit, Residenz Verlag Salzburg / Wien 2018.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=43398
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01DEZ2025
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Was ist besser: Andere nachahmen oder lieber meinen eigenen Weg finden? Der Theologe und Autor Jan Frerichs hat eine klare Meinung dazu. Er sagt:

 

Kleine Erinnerung: Du wurdest als Original geboren. Sterbe nicht als Kopie.

 

Quelle:

https://www.barfuss-und-wild.de/seelenfutter-2369 (aufgerufen am 09.06.2025)

https://www.kirche-im-swr.de/?m=43397
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30NOV2025
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Advent ist Glühwein, Plätzchen und vielleicht ein bisschen Besinnung. Für die Autorin Andrea Schwarz ist Advent noch mehr – nämlich Abenteuer. Sie meint es so:

 

Abenteuer Advent – das ist warten und lauschen, ob sich irgendetwas tut. (…) Das ist sich nicht zufrieden geben mit dem was ist – das ist sich ausstrecken nach dem, was noch nicht ist – aber was sein könnte. Das ist sehnsüchtig sein nach mehr Leben und Lebendigkeit, das ist Ausschau halten nach Gott in meinem Leben. Das ist staunen können, wach sein, hellwach – und (…) hinschauen auf mein Leben, auf diese Welt.

 

Quelle

Ulrich Sander (Hg), In heiliger Nacht, Herder-Verlag, Freiburg 2008, S. 23.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=43396
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29NOV2025
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In den nächsten Wochen wird wieder viel von der Liebe die Rede sein. Denn Advent und Weihnachten stehen vor der Tür. Die Autorin Jagoda Marinić hat eine Idee, wie das mit der Liebe unter den Menschen klappen kann. Sie meint: Wir müssen bei uns selbst anfangen:

Wenn es mir gelingt, mich als Wesen zu achten. Es ist nicht selbstverständlich, dass wir gut zu uns selbst sind. Wir werden alle mit Erwartungen und Träumen versehen, und wenn wir die nicht erreichen, denken wir schnell, wir hätten verfehlt.

Selbstliebe ist ein gesunder Ausgangspunkt, und sie hat nichts mit Narzissmus zu tun. In Beziehungen wird so viel aufgerechnet. Je mehr Selbstliebe da ist, desto mehr Nächstenliebe, weil man nicht den eigenen Hunger stillen muss.

https://chrismon.de/artikel/51776/deutsch-kroatische-schriftstellerin-jagoda-marinic-im-interview

https://www.kirche-im-swr.de/?m=43362
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28NOV2025
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Von Kindern kann man viel lernen. So sieht das die Schauspielerin Annette Frier. Erwachsen sein hingegen findet sie echt anstrengend:

Meinungen und Urteile von morgens bis abends. Immer dieses Beharren auf dem eigenen Standpunkt. Und immer Antworten, ­Antworten, Antworten. Das ist eine unglaubliche Kombination aus Aggression und Langeweile.
Kinder stellen ­Fragen. Die schreien auch herum und sind anstrengend, ich will das nicht romantisieren, aber mit neuer Neugier auf das Leben schauen, ist die Essenz von allem.

https://chrismon.de/artikel/51082/deutsche-schauspielerin-und-komikerin-annette-frier-im-interview

https://www.kirche-im-swr.de/?m=43361
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27NOV2025
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Die erfolgreiche Krimiautorin Nele Neuhaus musste schwere Krankheiten meistern und eine hässliche Trennung durchstehen. Dennoch hat sie nie die Hoffnung verloren. Warum eigentlich?

Der feste Glaube, dass da jemand ist, der auf mich aufpasst, hat mir sehr geholfen. Es wurde und wird nie hoffnungslos.
Ich erlebe oft Momente, in denen mir Gott ganz nah ist. Wenn ich draußen auf dem Balkon sitze und die Sonne scheint und ich spüre eine tiefe Ruhe in mir, dann sage ich manchmal einfach: "Danke, lieber Gott, es ist gerade so schön!"
Man muss hinhören und aufpassen, um solche Momente nicht zu verpassen.

https://chrismon.de/artikel/45060/autorin-nele-neuhaus-ueber-schmerzen-kompromisse-und-die-grosse-liebe

https://www.kirche-im-swr.de/?m=43360
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