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26MAI2024
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Sind die Zeiten für Religion und Kirche vorbei? Die Bischöfin Petra Bahr ist überzeugt, dass Kirchen auch heute viel zu bieten haben: 

"Christen sind ja keine Popgruppe, die heute retro war und morgen wieder angesagt sein könnte. Kirchen sind und bleiben Orte, in denen nach Gott gefragt wird. Hier ist Platz für Gebete und Stille, für Ohnmacht, Ratlosigkeit und Verzweiflung. Natürlich sind Kirchen auch Räume, in denen gefragt wird: Was sollen wir tun? (Und:) Was können wir lassen?" 

https://taz.de/Bischoefin-Petra-Bahr-ueber-Pazifismus/!5936205/ Juni 2023

https://www.kirche-im-swr.de/?m=39949
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25MAI2024
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Auch wenn sich Gebete oft nicht erfüllen hat die Pfarrerin Susanne Schneider-Riede Gründe zu beten. Sie sagt:

Ich selbst (..) bete, weil ich (…) darauf setze –, dass Gottes Horizont größer ist als meiner. (…)

Auch für jemand anderes zu beten, ist ein sehr trostreiches Gefühl, denn es gibt uns die Gewissheit, demjenigen etwas Gutes getan zu haben, vor Gott an ihn oder sie gedacht zu haben. Gerade dann, wenn Beten vielleicht das einzige ist, was wir überhaupt tun können.

Wenn man überhaupt erst einmal ausgesprochen hat, was einen bewegt (…) dann ist das bereits eine große Erleichterung und tut einfach gut, selbst wenn unklar ist, was weiter passieren wird.  

 Quelle: Susanne Schneider-Riede: Weil Beten Hoffnung gibt…

Interview durch Judith Weidermann in: ekiba intern. Voller Hoffnung, März 2/2024 , Herausgeber: Evangelische Landeskirche, Evangelischer Oberkirchenart Karlsruhe, S. 9.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=39962
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24MAI2024
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Was wäre wenn es kein Geld geben würde? Die Forscherin Robin Wall Kimmerer hatte einen visionären Traum dazu. Sie erzählt: 

Vor Kurzem träumte ich von [einem] Markt […]. (…) Ich wählte ein paar Brötchen aus, öffnete meinen Geldbeutel, und (..) die Verkäuferin winkte mein Geld weg, als wäre es unhöflich, eine Bezahlung anzubieten. Überrascht sah ich mich um (..)

Nicht nur mir ging es so – niemand bezahlte seine Einkäufe. Mit euphorischen Gefühlen ließ ich mich über den Markt treiben. Die einzige Währung, die akzeptiert wurde, war Dankbarkeit. Alles war geschenkt. (…) [Als] Ich (..) alles [hatte] was ich brauchte [,] (…) schielte [ich] hinüber zum Käsestand, wollte schon welchen holen, aber da ich wusste, dass ich ihn geschenkt und nicht verkauft bekäme, beschloss ich, ohne auszukommen.

Es ist seltsam: Wäre auf diesem Markt alles einfach nur sehr billig gewesen, hätte ich das wahrscheinlich ausgeschöpft bis zum Gehtnichtmehr. Doch als alles zum Geschenk wurde, spürte ich eine Art innere Selbstbeschränkung. (…) Und ich begann, darüber nachzudenken, was für kleine Geschenke ich den Händlern am nächsten Tag mitbringen könnte.  (…)

Quelle: Wall Kimmerer, Robin: Geflochtenes Schilfgras. Die Weisheit der Pflanzen, Aufbau Verlag, 2021, S. 42.

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23MAI2024
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Es ist wichtig aus der Opferrolle herauszukommen, sagt der Benediktinermönch Anselm Grün. Warum, das begründet er so:

Wenn ich in der Opferrolle bleibe, gebe ich dem Täter immer noch Macht über mich. Ich bleibe immer das Opfer. (…) Als Opfer konnte ich mich nicht wehren. Ich war machtlos. Aber jetzt bin ich nicht nur Opfer. Ich bin auch ein Mensch, der sich von dem distanzieren kann, was geschehen ist.

Um aus der Opferrolle heraustreten zu können, brauche ich vor allem die Wut. In der Wut werfe ich den, der mich so tief verletzt hat, aus mir heraus. Ich distanziere mich von der Macht, die er als Täter über mich hatte. Und ich verwandle die Wut in den Ehrgeiz, mich aufzurichten und für mich und mein Leben zu kämpfen.

Quelle: Grün, Anselm: Versöhnung mit Gott. Verletzende Gottesbilder heilen, Vier-Türme-Verlag, 2012 S. 67f.

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22MAI2024
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Es fällt vielen Menschen schwer zu vergeben. Warum das aber wichtig ist, darüber hat der Benediktinermönch Anselm Grün nachgedacht. Er sagt:

Viele wehren sich dagegen, den Menschen zu vergeben, die sie tief verletzt haben. Sie spüren noch den Schmerz (…).

Wir sollen uns mit der Vergebung auch nicht überfordern. Es braucht oft lange, bis wir aus ganzem Herzen vergeben können. Wir müssen zuerst den Schmerz zulassen und betrauern. Wir müssen uns durch die Wut von dem distanzieren, der uns verletzt hat. (…)

Vergebung ist zuerst ein Akt der Befreiung. Ich befreie mich von der negativen Energie, die durch die Verletzung entstanden ist. Und ich löse mich von der Gebundenheit an den anderen. (…) In der Vergebung befreie ich mich von seiner Macht.

Quelle: Grün, Anselm: Vaterunser. Eine Hilfe zum richtigen Leben, Vier-Türme-Verlag, 1. Auflage 2009, S. 84.

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21MAI2024
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Der Franziskanermönch Richard Rohr ist überzeugt von Gott. Er sagt:

In Betracht zu ziehen, dass (..)[Gott] uns (…) mögen könnte, als der ganz gewöhnliche Mensch, der wir sind, und dass er sogar Vergnügen an unserer Gesellschaft finden könnte – das ist (…) ein starkes Stück (…)

Glauben zu können, dass Gott uns wirklich mag, ist der Beginn eines (…) reifen (..) Glaubens. Dieser Glauben macht uns sogar glücklicher, denn mit ihm beginnen wir uns selbst zu mögen. Gott kann sich schließlich nicht täuschen!

Quelle: Richard Rohr in: Die Männer-Bibel. Meditationen auf dem Weg zur Freiheit, Kösel Verlag, 2011, zusammengestellt und ausgewählt von Joe Durepos und Tom McGrath, S. 82.

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20MAI2024
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Lohnt es zu beten? Für die Pfarrerin Susanne Schneider-Riede ist die Antwort klar. Sie sagt:

Wenn ich beispielsweise ein Bittgebet spreche, dann lasse ich zu, dass ich nicht alles im Leben alleine bewältigen kann und muss; es gibt da jemanden, an den ich mich wenden kann. Gerade in unser heutigen Zeit, wo viele Menschen unter dem Eindruck leben, immer stark sein und alles allein stemmen zu müssen, kann das (..) entlastend sein.

Ein Dankgebet hingegen ist deshalb so großartig, weil ich mich im Danken sehr über etwas freuen kann, vielleicht sogar etwas, das ich gar nicht selbst habe beeinflussen können. Menschen, die dankbar sein können für das Gute, was sie im Leben erfahren [haben], strahlen das (..) auch aus.

Quelle:

Susanne Schneider-Riede: Weil Beten Hoffnung gibt…

Interview durch Judith Weidermann in: ekiba intern. Voller Hoffnung, März 2/2024 , Herausgeber: Evangelische Landeskirche, Evangelischer Oberkirchenart Karlsruhe, S. 8f.

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19MAI2024
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Was bedeutet eigentlich „Heiliger Geist“? Mit Gespenstern hat es jedenfalls überhaupt nichts zu tun sagt der evangelische Pfarrer Gerd Liebenehm-Degenhard. Er sagt:

Unser deutsches Wort [Geist] ist (…) leider völlig irreführend. Im [hebräischen] Original bedeutet das Wort so viel wie „Atem“ oder „Wind“! Es geht um Lebenskraft und Energie, um Inspiration, um Begabungen und Talente.

Also um etwas, das uns Menschen stärkt, in Bewegung [bringt] oder auch mal produktiv durcheinanderbringt.

[An] Pfingsten feiern wir, dass Gott uns diese Kraft schenkt, so wie er uns unseren Atem schenkt. Auch auf diese Weise ist Gott bei uns und in uns. Die „Geistkraft“ ist also nicht etwas Abstraktes und schwer Vorstellbares, sondern etwas Leibliches und Konkretes.

Quelle:

Atem holen statt Gespenst: Wie kann man mit Kindern über Pfingsten reden? Interview mit Gerd Liebenehm-Degenhard online auf:

https://www.religionsunterricht-in-niedersachsen.de – Atem holen statt Gespenst: Wie kann man mit Kindern über Pfingsten reden?

Die Fragen stellte Michael Veit-Engelmann im Auftrag des RPI Loccum

https://www.kirche-im-swr.de/?m=39956
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18MAI2024
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Peter Haas hat als Leser in einer Zeitschrift auf die Frage geantwortet: Was braucht man fürs Leben? Er war nämlich ganz unten. Und hat festgestellt, was für Kleinigkeiten einen Unterschied machen. Er erzählt:

Nach einer Trennung kam ich einem unmöblierten Zimmer unter. Als Beleuchtung war da nur eine Glühbirne an der Decke - ohne Lampe. Sie verbreitete ein unbehagliches Licht. Nur ein Freund wusste von meiner neuen Bleibe. Als er mich das zweite Mal besuchte, da brachte er eine von innen verspiegelte Glühbirne mit und wechselte sie wortlos gegen die vorige aus. Ihr Licht verbreitete eine angenehmere Atmosphäre. Als er gegangen war, da hatte ich das Gefühl: Ab jetzt geht es wieder aufwärts. Uns so war es dann auch.

Chrismon 05/24, Hg v. Nicole Heinrich und Annette Kurschuss

https://www.kirche-im-swr.de/?m=39878
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17MAI2024
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Der ehemalige Skirennfahrer Felix Neureuther hat für ein Buch Menschen besucht, die ihm etwas über das besondere Leben in den Alpen erzählen können. Besonders beeindruckt hat ihn Waltraut. Er erzählt von der über 80-jährigen Frau:

(Sie lebt) nur von ihrem Kräutergarten und dem was sie im Wald findet. Sie stellt daraus Salben, Seifen und Shampoos her. (…) Ich sagte zu ihr. "Ihr macht so tolle Sachen, die könntet ihr sicher geschickt vermarkten und verkaufen." Darauf sie: "Aber nein, warum denn? Wir sind zufrieden mit dem, was wir haben, und brauchen nicht mehr." Dieser Satz ist bei mir hängengeblieben. (sagt Felix Neureuther) Dass es nicht immer höher, schneller, weiter, größer sein muss, dass man sich nicht in diesem Hamsterrad bewegen muss. Zufriedenheit schafft Unabhängigkeit und schließlich Freiheit.

Galore Interviews 01/2024, Dezember/Januar 2024

https://www.kirche-im-swr.de/?m=39877
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