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21JAN2026
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Marlene Engelhorn ist sehr reich, Sie selbst sagt: überreich. Sie spricht und schreibt darüber, dass Reichtum Menschen zu viel Macht gibt. Sie sieht darin eine grundlegende Ungerechtigkeit und fragt sich warum gerade diejenigen, die am wenigsten Unterstützung brauchen, am meisten Einfluss auf die Politik nehmen dürfen:

Es wäre seltsam, einem Menschen Essen zu geben, weil er satt ist.
Es ist für uns aber nicht seltsam, einem Menschen Macht zu geben, weil er Geld hat.
Es fragt sich, warum unsere Gesellschaft überreichen Menschen eher politische Macht verleiht als armen. Wenn Geld nicht Macht bedeuten würde, sondern nur Mittel zur Deckung der Grundbedürfnisse wäre, dann wäre Reichtum irrelevant. Er hätte keinen gesellschaftlichen Mehrwert. Irgendwann ist der Hunger gestillt.

Geld. Marlene Engelhorn

https://www.kirche-im-swr.de/?m=43705
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20JAN2026
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Im Iran toben Aufstände gegen Unterdrückung und Not, das Mullah-Regime reagiert mit Gewalt. Karen Baradaran ist aus dem Iran geflüchtet, seine Freundinnen und Freunde verhaftet und ermordet, weil sie, wie er, Christen sind. Er hat ein Lied für sein Land geschrieben:

Oh, ihr Menschen dieser Welt, die Heimat trägt einen Kloß im Hals.
Eine Hand an der Wand, die andere dem Galgen nah.
Die Heimat ist zerfetzt, die Heimat hat Grund zu weinen.
Ihr Herz hat keine Kraft mehr, es hält kein weiteres Brechen aus.
Die Heimat ist im Blut versunken, vergiss das niemals.
Unser Leben gleicht dem Wahnsinn.
Die Heimat tut weh, die Heimat ist in Stücke gerissen.
Antworte mir, oh mein Gott, lass es regnen.
Du, mein Land, ich setze mich nicht an dein Grab.
Möge ich sterben, ohne deinen Schmerz zu sehen.
Die Stimme einer Mutter hallt in meinen Ohren.
Für mein Land lege ich schwarze Kleidung an.

Quelle: nicht veröffentlichter Text

https://www.kirche-im-swr.de/?m=43704
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19JAN2026
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Wenn das neue Jahr beginnt und die Tage wieder heller werden, macht mich nichts so glücklich wie das Licht. In jedem Sinn. Damit bin ich wohl nicht allein. Symeon, ein Mystiker und Dichter in Konstantinopel, schrieb etwa 1000 nach Christus:

Wieder strahlt mir das Licht.
Wieder schaue ich das Licht in Klarheit.
Wieder öffnet es den Himmel,
wieder vertreibt es die Nacht.

Und der über allen Himmeln ist,
den keiner der Menschen je erblickte,
der kehrt aufs Neue in meinen Geist ein,
ohne den Himmel zu verlassen,
ohne die Nacht zu zerteilen,
ohne das Dach des Hauses zu versehren,
ohne irgendetwas zu durchdringen.

Und in der Mitte meines Herzens,
o erhabenes Geheimnis,
da alles bleibt, wie es ist,
stürzt mir das Licht
und hebt mich über alles empor.

Der andere Advent. 2025/26. Andere Zeiten e.V. 1.1.2016

https://www.kirche-im-swr.de/?m=43703
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18JAN2026
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Der niederländische Theologe und Poet Huub Oosterhuis hat die jahrtausendealten Gebete der Bibel in seine Sprache übersetzt, neu ihre Dringlichkeit formuliert, wie hier im Psalm 2:

Hört, Despoten aller Zeiten
und eure Trabanten:
Warum rast und tobst du,
ganze Völker geißelnd?

Möge es weltweit klingen, dieses Lied,
gegen eure Furien des Unrechts,
gegen euren zynischen Hohn und Verachtung.

( … )

Gott schaudert und weint in seinem Himmel. ( … )
Weh euch, Trabanten, bestechliche Richter,
weh euch, Despoten, seid gewarnt.

Was für eine Welt wollt ihr
für eure Kinder – diese?

Psalmen. Huub Oosterhuis

https://www.kirche-im-swr.de/?m=43702
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17JAN2026
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Was genau ist Hoffnung? Der ehemalige Therapeut Stanislaus Klemm sagt:

 

Hoffnung ist für mich (…) so etwas wie das “Verliebtsein ins Gelingen", und Verliebte lassen sich die Liebe auch nicht wegreden oder verbieten. Deshalb ist Hoffnung, wie es heißt, immer „das letzte, das stirbt", um dann erfüllt zu werden.

 

Quelle

Konradsblatt Nr. 16 – 2022, Badenia-Verlag Karlsruhe, S. 22.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=43671
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16JAN2026
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Bevor wir was anpacken, muss oft alles perfekt vorbereitet sein. Das sieht der Theologe und Autor Jan Frerichs ganz anders. Er sagt:

 

Hör auf zu denken, dass Du erst „ganz“ sein musst, um loszugehen. Zieh Deine Stiefel an – auch mit Tränen in den Augen. Das Leben wartet nicht auf Perfektion. Mach’s mit wackeligen Knien, aber mach’s.

 

Quelle

https://www.barfuss-und-wild.de/seelenfutter-2495 (aufgerufen am 13.10.2025)

https://www.kirche-im-swr.de/?m=43670
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15JAN2026
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Was macht den Menschen aus? Der Astro-Physiker Heino Falcke beantwortet die Frage so:

 

Der Mensch ist rein physikalisch gesehen eine Ansammlung von Materie, von Naturgesetzen, von Strom, von Chemie. Aber er ist was ganz Besonderes, denn er kann Geschichten erzählen, er kann lieben, er kann geliebt werden (…). Das kann kein Stern. Das kann kein Mondgestein, das kann kein Schwarzes Loch. Wir können glauben, hoffen, lieben.

 

Quelle

SWR Kultur „Zum Feiertag Christi Himmelfahrt“ vom 18.05.2023. Interview mit Heino Falcke. (https://www.kirche-im-swr.de/beitraege/?id=37680) am 17.12.2024

https://www.kirche-im-swr.de/?m=43669
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14JAN2026
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Wie verläuft wohl das Gespräch über Jesus zwischen einem Schweden in der Midlife Crisis und einem indischen Yogi? Die Antwort gibt Mikael Bergstrand in seiner Göran-Borg-Reihe. Der Inder fragt:

 

„Glaubst du denn nicht an diesen verlängerten Arm Gottes mit Namen Messias alias Jesus?“

 

(Der Schwede antwortet:) „Ich finde, es ist eine schöne (…) Geschichte mit dem Kind, das in einer Scheune geboren wurde, weil es zu dieser Zeit noch keine ordentlichen Kreißsäle gab. Aber dass der Messias wirklich kommen und uns vom Bösen erlösen sollte, daran glaube ich nicht. Denn dann würde er seinen Job ziemlich schlecht machen. Ich glaube, dass wir uns selbst erlösen müssen, so gut es eben geht.“

 

(Der) Yogi betrachtet(…) (den Schweden) mit zweifelndem Blick. „Ich dagegen bin 399-prozentig sicher, dass wir Hilfe von oben brauchen (…). Denn das Leben ist viel zu kompliziert und groß und traurig und wunderbar und unverständlich, als dass ein schlichter Mensch es begreifen könnte.“

 

Quelle

Mikael Bergstrand: Der Fünfzigjährige, der den Hintern nicht hochbekam, bis ihm ein Tiger auf die Sprünge half, btb-Verlag, München 2016, S. 269.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=43668
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13JAN2026
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Einen nützlichen Rat für alle Eltern hat der schwedische Autor Frederick Backman. Er sagt:

 

Willst du meinen besten Rat an alle Eltern hören? (…) „Ich lag falsch.“ Diese Worte sind mitunter sehr nützlich.

 

Quelle

Frederick Backman: Björnstadt, Goldmann Verlag München 2023.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=43667
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12JAN2026
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Eine Atheistin hat ihre erste Begegnung mit Gott - ausgerechnet als sie völlig am Boden zerstört ist und Angst vor der Zukunft hat. Das beschreibt Patti Callahan in ihrem Roman „Mrs. Lewis“ so:

 

Ich holte tief Luft (…) und ließ mich so auf die Knie fallen, dass von den harten Dielen ein starker Schmerz meine Beine durchschoss. (…)Tränen sammelten sich in meinen Mundwinkeln, während ich um Hilfe betete.

 

Ich betete! Zu Gott? Ich glaubte nicht an Gott. Ich war Atheistin. Aber da war ich – auf den Knien. Diesen winzigen Spalt in meiner Seele (…) erkannte (…) (Gott) als seine Chance. (…) Er trat in die Risse meines Herzens, als hätte er schon lange darauf gewartet, eine Öffnung zu finden.

 

Und eine Wärme legte sich über mich; ein Strom des Friedens durchflutete mich. Zum ersten Mal in meinem ganzen Leben fühlte ich mich vollkommen (…) geliebt. (…) Mein Herzschlag beruhigte sich, und die Tränen versiegten. (…) Gott brachte in diesem Moment nichts in Ordnung, aber darum ging es auch gar nicht. (…) Aber es schien nun so, dass jemand (…) mitten in alledem bei mir war.

 

Quelle:

https://www.barfuss-und-wild.de/seelenfutter-2369 (aufgerufen am 09.06.2025)

https://www.kirche-im-swr.de/?m=43666
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