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08AUG2026
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Nikodemus Schnabel ist Benediktinermönch und engagiert sich im interreligiösen Dialog. Für ein gelingendes Gespräch zwischen Menschen mit verschiedenen Religionen sei das Interesse am Gegenüber notwendig und dann – so Schnabel - kann es mit dem Brückenbauen auch schon losgehen. Er sagt:

"Eine Brücke hat immer zwei Seiten. Man kann sie nicht allein bauen. Und Brückenbauen bedeutete nicht, die eigene Identität aufzugeben. Ebenso wenig darf man sich verhärten und sagen: Ihr müsst zu uns kommen. Der gute Dialog liegt dazwischen. Man entdeckt Gemeinsamkeiten, ohne Unterschiede einzuebnen. Dazu gehört vor allem Zuhören. Viele Konflikte entstehen, weil Menschen gar nicht verstehen wollen.“

Nikodemus Schnabel im Interview mit Miri Watson, Religion als Brücke, die schwingen kann.

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07AUG2026
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Wann mache ich heute Urlaub? Die Journalist Sabine Henning rät, sich diese Frage jeden Tag einmal zu stellen. Ihre eigene Antwort darauf, klingt so:

"Das kann die meditative Viertelstunde am Abend sein, eine Kaffeepause mit dem Liebsten oder einer Freundin, nachdem man die Kinder in die Kita gebracht hat, ein kurzer Spaziergang nach dem Mittagessen. Auch Momente, in denen man ganz in etwas eintaucht gehören dazu: […]  Hobbys und Tätigkeiten, bei denen man sich als ganz selbstwirksam erlebt, in denen man den Erholungseffekt quasi mit den eigenen Händen schafft.“

Sabine Henning, Rosenrote Tage, in: Andere Zeiten. Magazin zum Kirchenjahr

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06AUG2026
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Die Sommerferien sind da. Die Journalistin Verena Friederike Hasel hat Hochachtung vor allen Ehepaaren, die es trotz einer Scheidung schaffen, ihren Kindern gemeinsam Eltern zu sein. Sie erzählt aus ihren Erfahrungen:

„In diesem Sommer wird meine Freundin mit den Kindern zu ihrer ehemaligen Schwiegermutter fahren. Warum, fragte ich. Die Jungs lieben ihre Oma, antwortete meine Freundin schlicht. […] Ähnliches habe ich anderswo beobachtet. Im Kindergarten, wo die Mutter auf die Abschlussreise nachkam, obwohl der Vater dabei war und sie sich gerade getrennt hatten. Oder in der Schule, wo Paare, die nicht mehr zusammen sind, gemeinsam Punsch trinken, wenn die Klasse ein Fest feiert.  [… Ja,] ich bewundere all jene, die sich trennen und trotzdem zulassen, dass die Bedürfnisse der Kinder sie immer wieder zusammenbringen.“

Verena Friederike Hasel, „Kann man aus einer Trennung nicht auch etwas lernen? Etwa wie man aus dem ganzen Chaos das Glück heraussiebt?“ In: DIE ZEIT, 29. Mai 2019

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05AUG2026
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Seit acht Wochen muss die europäische Reform vom „Gemeinsamen Europäischen Asylsystem“ – kurz GEAS – in Deutschland in die Praxis umgesetzt werden. Dr. Sebastian Molter, Beauftragter für Asyl und Migration der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, sieht das sehr kritisch, denn die Arbeit von Flüchtlingsbegleitern wird dadurch sehr eingeschränkt. Aus seiner Arbeit erzählte er:

„Bisher konnte es kritisch werden, wenn Personen nachts die Erstaufnahmeeinrichtung verlassen haben. [Mit dem neuen] GEAS-Anpassungsgesetz [ist das anders: Jetzt] kann auch jemand bestraft werden, der trotz Tageszeitenverfügung tagsüber die Einrichtung verlässt und eine Beratungsstelle aufsucht. […] Die Einschränkungen der Bewegungsfreiheit sind neu und machen damit eine wirkliche Begleitung im Asylverfahren unmöglich! […] Dagegen braucht es zivilen Ungehorsam! Es kann nicht sein, dass der Rechtsstaat Geflüchtete von der Zivilgesellschaft trennt!“

Rede von Asylpfarrer Dr. Sebastian Molter auf der Demonstration der Seebrücke unter dem Motto „Nein zu THE KNÄST“ (10.06.2026), In: Plenumsheft Juli 2026, hrsg. vom Arbeitskreis Asyl Stuttgart

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04AUG2026
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Ein Jahr lang hat Julius Schmitzer nach seinem Abitur als Freiwilliger in Bosnien-Herzegowina gearbeitet. In der Stadt Bihać, die unmittelbar an der Grenze zu Kroatien liegt und damit eine EU-Außengrenze ist, unterstützte er den dortigen Jesuiten-Flüchtlingsdienst. Er hat erlebt, dass Geflüchteten dort täglich Unrecht und Gewalt durch die Grenzpolizisten widerfährt und schreibt:

„Diese Gewalt ist kein Unfall. Sie ist die grausame Konsequenz eines Europas, das seine Werte an den Außengrenzen opfert.   […]
Diese Grenze veranschaulicht eine tiefe Grenze unserer eigenen Menschlichkeit. Sie schreit förmlich zu uns, nicht länger wegzusehen, sondern da zu sein, wo Menschen und ihre Würde mit Schlagstöcken verprügelt werden.
Am Ende entscheidet sich genau hier an den Grenzen, wer wir als Europäer und Christen sein wollen. Ich finde: wir wollen und sollen Menschen sein. Wir alle!“

Julius Schmitzer Titel: „Game over“ In: Jesuiten, Heft 2/2026, An den Grenzen, https://www.jesuiten.org/magazin

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03AUG2026
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Schulferienzeit bedeutet oft auch Urlaub. Um die Zeit im Urlaub rundum mit Körper und Geist erfahren zu können, empfiehlt die Theologin und Journalistin Kirsten Westhuis:

„Zeiten von Urlaub sind heilsame Unterbrechungen von Arbeit und Alltag. Im Urlaub kommen allerdings oft auch existentielle Fragen auf, weil man mehr Zeit hat als sonst. Es stellen sich dann Fragen nach Vergangenheit und Zukünftigen, Fragen nach Sinn und Werten. Wer sich auf die unterschiedlichen Phasen der Urlaubszeit bewusst einlässt, – von der Vorfreude, über das Ankommen, Durchatmen, Nachsinnen und Genießen bis zum Abschiednehmen und Nachspüren –, der hat die Chance, im Urlaub nicht nur Sinnenfreude, sondern auch Besinnung zu erleben.“

Kirsten Westhuis, Urlaubszeit, In: Andere Zeiten. Magazin zum Kirchenjahr, hrsg. von Andere Zeiten e.V., Hamburg, 2/2025

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02AUG2026
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Sonntag – aus christlicher Perspektive ist er der Tag der Ruhe und der Auferstehung Jesu. Auf die Frage, was für sie einen richtig guten Sonntag ausmacht, sagt die Theologin Christa Spilling-Nöker:

„Sonntag – einen Tag in der Woche nicht unter dem Zwang von Aufgaben stehen, sondern sich hingeben dürfen in Liebe und Lebenslust. […] Einen Tag in der Woche der tickenden Uhr einen Streich spielen, sich der Tyrannei ihrer Zeiger entziehen und sich Zeit schenken für das Gespräch und das Schweigen,für den Spaß und das Spiel.
Einen Tag freihalten von Arbeit und Pflicht, um das Geschenk des Lebens zu feiern voller Freude und Glück.
Einen Tag in der Woche nicht des Morgens früh aufstehen müssen, sondern auferstehen dürfen, schon hier, heute und jetzt, in einer Gegenwart voller Hoffnung und Licht.“

Christa Spilling-Nöker In: Sonntäglich leben. Von der Muße und anderen Künsten des Lebens.

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01AUG2026
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Der Handballprofi und Nationalspieler Julian Köster ist Botschafter der “Special Olympics Deutschland”, ein Verein, der sich für Menschen mit geistiger Behinderung im Sport einsetzt. Köster sagt:

“Ich selbst konnte mir als Kind aussuchen, ob ich Handball, Fußball oder Tennis spielen möchte und war in wenigen Minuten mit dem Rad beim nächsten Verein. Diese Möglichkeit haben viele Menschen mit Behinderung nicht, weil es vor Ort schlicht keine passenden Angebote gibt. [...] Deshalb wünsche ich mir vor allem mehr Mut für den ersten Schritt. Oft liegt es nicht an fehlendem Willen, sondern an Unsicherheit. Doch genau diese ersten Begegnungen zeigen, wie unkompliziert und bereichernd inklusiver Sport sein kann. [...] Wichtig ist, dass Angebote so gestaltet sind, dass sich wirklich alle willkommen fühlen und die Möglichkeit haben, teilzunehmen.”

Quelle:https://sportwirtschaft-journal.de/julian-koester-handballstar-kaempft-fuer-echte-inklusion/, Ausdruck vom 13.07.2026 um 12:43 Uhr.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=44859
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31JUL2026
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Der Schauspieler Tobias Moretti ist ein gläubiger Mensch und erinnert sich, wie seine Mutter ihm den christlichen Glauben nahe gebracht hat. Moretti sagt:

“Nie in irgendeiner Form uns überstülpend, sondern einfach das vorgelebt in ganz einfachen Dingen: Einem Kind weitergeben, dass man eine Stärke erfährt, weil man nicht allein ist. Dass man die Grundbedingungen des Sozialen erlernt, dass was man sozusagen selber nicht möchte, das tut man auch den anderen nicht. Und ich hab mich da immer empfunden als ein Mensch, der durch die Familie und die Religion das Prinzip des Miteinander versteht und versucht -weil es ist ja immer nur ein Versuch, jeden Tag.“

 

Quelle:https://www.kirche-im-swr.de/beitraege/?id=44650, Ausdruck bom 13.07.2026 um 11:57 Uhr.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=44858
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30JUL2026
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Die Autorin Clara Lösel beschreibt in ihrem Buch “Wehe, du gibst auf”  eine spannende Idee:

“ wenn ich bundeskanzlerin wäre. dann würde ich bestimmen, dass immer donnerstags von 10 bis 12 zwei leute, die sich nicht kennen, die ganz unterschiedlich sind [...] einen kaffee zusammen trinken müssen. sie sitzen dann in einem raum, in dem es keine ablenkung gibt, vor allem keine handys, und stehen vor der wahl, sich zwei stunden zu tode zu langweilen oder miteinander zu sprechen. weil: ich glaube, die größte gefahr in dieser gesellschaft ist, dass wir immer nur mit leuten sprechen, die wir mögen und die sind wie wir. [...] hauptsächlich glaube ich nämlich, es ist sehr schwer sich zu hassen, wenn man sich kennt.”

Quelle: Wehe du gibst auf. 101x Clartext, der dein Denken verändert. NOW - Ein Imprint des Next Level-Verlags, Gräfelfing, 18. Auflage 2026, S.54/55.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=44857
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