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Viele Menschen fragen sich, welche Partei sie wählen sollen – heute besonders bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. Der Pastor Jaan Thiesen sagt dazu Folgendes:
Man kann leicht feststellen, dass es in jeder Partei Christen gibt. Manche Christen fordern Gerechtigkeit für Benachteiligte und wählen eher links, (…) andere betonen die (gottgewollte) Ordnung und wählen konservativ oder gar rechts. Das ist natürlich äußert holzschnittartig gesagt, sind aber alles sogenannte christliche Werte. Aus jeder Perspektive lassen sich aber auch gute Gründe gegen alle Parteien finden. (…)
Für mich ist völlig klar, dass es keine christliche Partei gibt. (…) Eine Sache, die Jesus deutlich gemacht hat, ist mir aber zentral: Der wichtigste christliche Wert ist die Liebe zu Gott und den Menschen. Durch Nichtwählen, da bin ich sicher, wächst die Liebe nicht. Liebe braucht Mut, Verantwortung zu übernehmen – das gilt auch am Wahltag. Ich werde daher an der Wahlurne schauen, bei welcher Partei ich am meisten Liebe für Gott und die Menschen wahrnehme.
Quelle: Online am 1.7.26 unter: Das Wort zur Woche. Online unter: https://www.kirche-ll.de/nachrichten/aktuelles/details/das-wort-zur-woche-es-hoert-nicht-auf-1.html
https://www.kirche-im-swr.de/?m=44902Wie lässt es sich mit verstärkt frauenfeindlichem Gedankengut umgehen? Die österreichische Schriftstellerin Mareike Fallwickl meint, es reicht nicht, den Männern allein die Verantwortung zu überlassen, die Verantwortung muss gemeinsam übernommen werden - und Männer Verbündete in diesen Fragen werden:
„Die Sozialisation von Jungen ist allgegenwärtig, überwältigend stark, manipulativ, emotional grausam und wirkungsvoll. Die Möglichkeit, anders zu sein, sich dem System zu entziehen, ein Schlupfloch zu finden, gibt es nicht. (…)
Ja, Männer haben eine Vormachtstellung in unserer aktuellen Gesellschaftsform. Aber sie haben sich nicht aktiv dafür entschieden. Sie sind ins Patriachart hineingeboren worden, sie sind zu diesen Männern gemacht worden. Und zwar von uns. Sich diese Verstrickung bewusst zu machen, ist für einen Feminismus des Miteinanders essenziell.“
Mareike Fallwickl, in: „Liebe Jorinde oder warum wir einen neuen Feminismus des Miteinanders brauchen“
https://www.kirche-im-swr.de/?m=45117Der Autor Michael Nast hat genug von Dummheit – und für ihn hat die oft auch nichts mit Intelligenz zu tun. Er sagt dazu:
„Ich habe beschlossen, keine Dummheit mehr zu ertragen. (…) Gerade in unserer Gegenwart zeigt sich, dass Dummheit erstaunlich wenig mit Intelligenz zu tun hat. Man kann klug, gebildet, sogar brillant sein und trotzdem Dinge für richtig halten, von denen man weiß, dass sie Schaden verursachen. Die gefährlichste Dummheit ist nämlich die, die sich für klug hält. (…) Irgendwann geht es dann nicht mehr um den wahren Kern einer Sache, sondern nur noch darum, recht zu behalten. Wir irren uns alle, das ist nicht das Problem. Das Problem beginnt dort, wo man nicht mehr erkennen will, dass man sich geirrt haben könnte. (…) Die klügsten Menschen sind nicht diejenigen, die auf alles sofort eine zurechtgelegte Antwort haben. Sondern diejenigen, die ihre eigene Antwort noch einmal infrage stellen können. (…)“
Michael Nast, auf dem Instagramkanal michaelnast, Beitrag vom 16.08.2026, https://www.instagram.com/p/DcG9a5WiGgE/?igsh=MTU5NXFqaW44dWI2cw%3D%3D
(zuletzt abgerufen am 20.08.2026)
Romantische Liebe nimmt nicht nur in Kunst, Literatur und Musik, auch in unserer Gesellschaft häufig einen großen Raum ein. Freundschafliche Liebe gerät in den Hintergrund, dabei spielt sie oft eine viel wichtigere und teils auch längere Rolle im Leben, sagt die Autorin Beatrice Frasl:
„Freundschaft, in jedem Fall, wird gerne und oft und in vielen Kontexten vom Wort nur begleitet, wir sind nur Freunde, nicht zusammen, nicht in einer Beziehung. Selbstverständlich ist man in einer engen, tragenden Freundschaft alles davon: Man ist in einer Beziehung, man ist zusammen, sogar fix, man ist einander Partner*in, man liebt, man ist alles, nur nicht nur.“
Beatrice Frasl, Entromantisiert Euch! Ein Weckruf zur Abschaffung der Liebe
https://www.kirche-im-swr.de/?m=45115Es ist nicht einfach, Hass zu begegnen. Was es braucht, um gut damit umzugehen, bringt die Publizistin Carolin Emcke auf den Punkt:
„Dem Hass begegnen lässt sich nur, indem man seine Einladung, sich ihm anzuverwandeln, ausschlägt. Wer dem Hass mit Hass begegnet, hat sich schon verformen lassen, hat sich schon jenem angenähert, von dem die Hassenden wollen, dass man es sei. Dem Hass begegnen lässt sich nur durch das, was dem Hassenden abgeht: Genaues beobachten, nicht nachlassendes Differenzieren und Selbstzweifel.“
Carolin Emcke, Gegen den Hass
https://www.kirche-im-swr.de/?m=45114Weltuntergangsstimmung. Die Schriftstellerin Şeyda Kurt meint: Gibt es schon immer, aber die Menschen haben auch schon immer darauf reagiert. Sie sagt:
„Das Ende der Welt wurde schon häufig prophezeit, aber Menschen haben trotzdem immer wieder gemeinsam kollektive Antworten auf den Zerfall gefunden und ihrer Zeit Solidarität und Schönheit abgerungen.“
Şeyda Kurt, in „Liberale wollen, dass die Welt so bleibt, wie ist. Ich will das nicht“, Interview in „der Freitag“, von Florian Schmid, 30.07.2026, Online-Ausgabe, https://www.freitag.de/autoren/florian-schmid/seyda-kurt-liberale-wollen-dass-die-welt-so-bleibt-wie-sie-ist-ich-nicht (zuletzt abgerufen am 20.08.2026)
Ich persönlich bin froh, dass wir in einem demokratischen Sozialstaat leben. Gerade darum ist es mir wichtig, Widerstand gegen alle Kräfte zu leisten, die das gefährden. Wie Widerstand heute auch aussehen kann, dass beschreibt der Schauspieler Matthias Brandt so:
„Widerstand kann sich auch in alltäglichem Verhalten zeigen. Manchmal sind es ganz simple Sachen. In dem Sinne, dass wir aufeinander achten, aufeinander hören. Sich umeinander zu kümmern, ist eine Form von Widerstand gegen eine Ideologie der Empathielosigkeit, wie ich sie bei den Rechten und Rechtsextremen beobachte.“
Matthias Brandt, in: „Ich muss es anders machen als bisher.“ – 3.283 Wörter mit Matthias Brandt. Interview im Magazin Galore, August/September 2026
https://www.kirche-im-swr.de/?m=45112Sich zu versöhnen ist ein langer Weg – aber kein aussichtsloser. Das meint der Kabarettist und Schriftsteller Hanns Dieter Hüsch:
„Im übrigen meine ich
Dass Gott uns alle schützen möge
Auf unserem langen Weg zur Versöhnung
Mit allen Menschen und mit allen Völkern
Er möge uns bewahren und pflegen
Mit seiner allumfassenden Güte
Er möge uns heilen und alle Krankheiten von uns nehmen
All unsere Wunden an Leib und Seele
Die wir uns ständig antun
Möge er mit seiner einzigartigen Kraft
In Zeichen der Reife und Weisheit verwandeln
(…)“
Michael Blum und Hanns Dieter Hüsch, „Das kleine Buch zum Segen“
https://www.kirche-im-swr.de/?m=45111Das Meer bietet die Möglichkeit, mal wieder bei sich selbst anzukommen, und vielleicht auch bei Gott. Das meint die Autorin Susanne Niemeyer. Und sie erklärt es mit dem norddeutschen Wort „sutje“. Sie sagt:
Sutje bedeutet entspannt. Sachte. Unaufgeregt. Besonnen. Davon könnte die Welt mehr brauchen. Wo die Leute immer aufgeregter werden. Am Meer gibt es nichts Aufregendes. Nur Weite. Am Meer kann man der Welt kurz mal den Rücken kehren. Damit man wieder atmen kann. Man steht da und denkt: So. Ab hier geht’s nicht weiter. Wo doch sonst ständig alles weitergehen muss. Das Meer kommt und geht und kommt und geht und bleibt, unbeeindruckt vom Rest. Von Zeit zu Zeit verschluckt es ein Smartphone, wenn wieder mal jemand zu dösbaddelig war. Ein bisschen Schwund ist immer.
Quelle
https://www.freudenwort.de/engelimbiss/
https://www.kirche-im-swr.de/?m=450013 super Tipps wie man den Antworten auf die großen Lebensfragen näher kommt – die hat der Theologe Jörg Herrmann. Er rät:
Erstens: Gib dir Zeit. Unter Zeitdruck suchen ist nie gut. Das verengt den Blick.
Zweitens: Sei offen. Wer zu stark fixiert ist auf etwas ganz Bestimmtes, kann leicht ungeahnte Schätze übersehen – Dinge, Menschen, Situationen, die man zunächst gar nicht im Blick hatte. Dafür brauchte es Offenheit.
Drittens: Lass dich beraten. Die Hinweise anderer können hin und wieder entscheidend sein.
Quelle
Jörg Herrmann: Von Donnerkeilen und Trilobiten, in: ANDERS HANDELN. Auf der Suche. Andere Zeiten – Initiative zum Kirchenjahr, #2/2026, S.65.
https://www.kirche-im-swr.de/?m=45000Zeige Beiträge 1 bis 10 von 7218 »


