Filter
zurücksetzen

Filter

Datum

SWR1

     

SWR2 / SWR Kultur

    

SWR3

  

SWR4

      

Autor*in

 

Archiv

12MRZ2026
AnhörenDownload
DruckenAutor*in

Was für ein Wow-Effekt: Wenn du zum ersten Mal durch die neue Brille schaust, und die neue Stärke perfekt passt. Das ist wie eine „Augendusche“!

Dann sehe ich am Waldrand wieder einzelne Bäume, sogar Baumstämme und Äste, und vorher war da einfach nur Grün. Und ja, der Klassiker: ich kann die Verkehrsschilder wieder viel früher erkennen. Alles ist so, als ob mir jemand die Augen geduscht hätte.

So eine „Augendusche“ wünschte ich mir noch viel öfter, als nur alle paar Jahre bei der Optikerin, nicht nur für die äußerlichen Augen, auch für die inneren. Ich wünschte, ich könnte damit ein bisschen was wegspülen, was meinen Blick auf andere trübt oder verzerrt.

Vielleicht würde ich dann bei der Frau, die im Workout immer neben mir turnt und so abweisend ist, mehr sehen können. Vielleicht, dass sie sich jedes Mal extrem aufrappeln muss, weil ihre Sorgen so groß sind und sie deswegen keine Kraft mehr für freundlichen Smalltalk hat. Oder bei der unfreundlichen Arzthelferin würde ich vielleicht erkennen, dass sie mit Kopfschmerzen aufgewacht ist und jetzt trotzdem irgendwie durchhalten muss.

Von allein kriege ich das meistens nicht hin, also bete ich zu Gott und bitte: „Gott spüle weg, was meinen Blick bequem und unscharf macht. Hilf mir, dass ich nicht bei dem bleibe, was ich zuerst sehe, sondern dass ich auch auf das schaue, was unsichtbar dahinter liegt. Wenn das schwer wird, dann verlass mich nicht.

Und Gott, danke, dass du selbst wie mit frisch geduschten Augen auf mich schaust. Nicht prüfend oder beurteilend, sondern mit Augen, die voller Liebe sind.“

https://www.kirche-im-swr.de/?m=43952
weiterlesen...
11MRZ2026
AnhörenDownload
DruckenAutor*in

Der wichtigste Ort der Welt soll in Spitzbergen liegen – ganz oben in Norwegen.

Es ist vielleicht deshalb der „wichtigste Ort“, weil dort Saatgut aus aller Welt gesammelt wird. Schon seit fast zwanzig Jahren. Dieser Saatgut-Tresor im ewigen Eis ist so faszinierend friedlich. Denn da sind Saatkörner aus Nordkorea neben denen aus Südkorea eingelagert, und fast alle Länder der Welt haben schon Saatgutproben ihrer wertvollen Getreide-, Obst- oder Gemüsesorten dort hingebracht. 

Das alles für den Fall, dass einmal ganze Kontinente zerstört werden, oder die Erde für lange Zeit unbewohnbar ist. Dann sollen unsere Nachfahren wieder an Saatgut gelangen können. Zumindest darin scheinen wir Weltbewohner uns einig zu sein: dass sich auch nach den schlimmsten Katastrophen ein Neuanfang lohnt.

Aber es reicht nicht, nur das Saatgut aufzubewahren, es braucht noch mehr. Was – das kommt in einer Geschichte zum Ausdruck. Sie ist für mich genauso hoffnungsvoll und stark wie dieser Saatgutspeicher in Spitzbergen. Die Geschichte geht so:

Ein junger Mann hatte einen Traum von einem ganz besonderen Laden. Hinter der Theke stand ein Engel. Hastig fragt der Mann ihn: „Was verkaufen Sie?“ Darauf der Engel: „Alles, was Sie wollen!“ Der junge Mann beginnt aufzuzählen: „Dann hätte ich gern das Ende aller Kriege, bessere Bedingungen für die Randgruppen der Gesellschaft, Beseitigung der Elendsviertel in Lateinamerika und … und …“ Da fällt ihm der Engel ins Wort: „Entschuldigung, Sie haben mich falsch verstanden. Wir verkaufen keine Früchte, wir verkaufen nur das Saatgut.“

Das eine ist es also das Saatgut zu sammeln, das andere es in die Erde zu setzen und aufblühen zu lassen.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=43951
weiterlesen...
10MRZ2026
AnhörenDownload
DruckenAutor*in

„Übernächstenliebe“ – dieses Wort hab ich schon länger im Kopf, aber jetzt erst hab ich wirklich begriffen, wie diese Liebe konkret aussehen kann, die weitergeht als nur zum Nächsten neben mir. Wegen Bruno, Hilde und Freddy. Das sind drei Menschen aus meinem Dorf.

Bruno ist extrem rege in Sachen Ortsgeschichte. Er hat mich regelrecht bearbeitet, dass ich Klassenfotos von meinen Töchtern fürs Dorfarchiv rausrücke. Datenschutzmäßig musste erst alles geklärt sein, aber dann hat sich Bruno gefreut und gemeint: „Siehst du, so können die Leute in hundert Jahren nachschauen, wer mal hier gelebt hat. Das ist doch was!“

Und Hilde macht sich in Sachen „Übernächstenliebe“ schon mal bei ihren jungen Vereinskolleginnen unbeliebt. Wenn die überlegen, ob sie fürs nächste Vereinsfest massenweise Deko-Material bei so einem Billigversandhändler aus dem Internet bestellen. Da kontert Hilde: „Ihr wisst aber schon, was das für Verbrecherfirmen sind!“ Massenweise Billig-Päckchen aus China, das geht für Hilde gar nicht. Weil sie eben immer auch an ihre Enkel und Ur-Enkel denkt.

Und dann ist da noch Freddy, der als frischgebackener Förster-Meister leidenschaftlich gerne Bäume pflanzt. Letzten Herbst hat er bei uns im Garten drei neue Bäume gesetzt und mich danach glücklich angestrahlt und gemeint: „Jeden Tag eine gute Tat! Diese Bäume tun der Erde gut.“ Und jetzt will er mich davon überzeugen, dass in der anderen Ecke von unserem Garten, doch auch noch Platz für ein, zwei Kirsch- oder Apfelbäume ist.

Wie gut, dass die drei so unermüdlich sind: Bruno, Hilde und Freddy.

Denn jedes sorgfältig archivierte Foto, jedes nicht bestellte Päckchen aus China und jeder gepflanzte Baum ist auch ein Stück Übernächstenliebe - ein Stück Liebe zur nächsten und übernächsten Generation.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=43950
weiterlesen...
09MRZ2026
AnhörenDownload
DruckenAutor*in

Alfred Delp war einer, der genau wusste, was er wollte. Er war Priester aus Mannheim und Widerstandskämpfer im NS-Regime. Jetzt soll er ein „Seliger“ werden. Das ist fast so etwas wie ein „Heiliger“, ein offizielles Vorbild in der katholischen Kirche.

Wie Alfred wohl ausgesehen hat? Auf meinem Bildschirm erscheint so ein leicht verschwommenes Schwarz-Weiß-Foto. Da ist er vielleicht Mitte dreißig. Am Hemd leger ein paar Knöpfe offen, Hosenträger, im Hintergrund ein See. Alfred ist beim Segeln, und er lacht offen in die Kamera. Schon als Vierzehnjähriger war er super selbstbewusst. Er ist katholisch geworden, weil er sich mit seinem evangelischen Pfarrer gestritten hat. Und Alfred war ein Denkertyp, ein paar Jahre Lehrer, später Journalist. Er konnte beides, das Leben leicht nehmen und genießen, aber er war auch kompromisslos. Vor allem wenn es um Politik und soziale Fragen ging. 

In seiner Wohnung haben geheime Treffen stattgefunden, und zusammen mit seinen Verbündeten hat er Pläne geschmiedet, wie Deutschland politisch nach Hitler organisiert sein könnte. Da war er als studierter Philosoph genau der Richtige.

1944 haben die Nazis Alfred Delp in Berlin ermordet, seine Asche wurde einfach auf den Feldern ausgestreut. Niemand sollte irgendwo Spuren von ihm finden. Aber dieser Plan der Nazis ist nicht aufgegangen. An Alfred Delp denken immer noch viele. Es gibt Schulen, die nach ihm benannt sind, oder Pflegeheime und Fördervereine.

Er ist ein starkes Vorbild. Wenn einer so entschieden, mutig und ernsthaft lebt, dann hat das schon viel mit „selig“ zu tun!   

https://www.kirche-im-swr.de/?m=43949
weiterlesen...
08MRZ2026
AnhörenDownload
DruckenAutor*in

Seit ich ein einziges Foto gesehen habe, denke ich anders über das Thema Prostitution. Ich bin viel entschiedener dagegen, dass alles so bleibt wie es ist. Deswegen wähle ich heute eine der Parteien, die sich dafür einsetzen, dass Prostituierte besser geschützt werden!

Ich habe das Foto in einer Ausstellung mit dem Titel „gesichtslos“ entdeckt. Die Bilder sind noch zwei Wochen lang in Offenburg zu sehen, und entstanden sind sie in Mannheim. Dort hat der Fotograf Hyp Yerlikaya Frauen jahrelang mit der Kamera begleitet, zusammen mit der Beratungsstelle „Amalie“.

Auf dem Foto ist im Vordergrund ein 20-Euro-Schein zu sehen, angelehnt an so eine schlichte weiße Gesichtsmaske, wie man sie vielleicht von Theaterplakaten kennt. Und im Hintergrund sieht man verschwommen eine Frau stehen. Sie ist leicht bekleidet und schaut aus dem Fenster.

Ich habe dieses Foto gesehen und verstanden: wenn eine Frau als Prostituierte arbeitet, dann verliert sie ihr Gesicht, kaum jemand möchte sie wirklich sehen.

Außer den Frauen und Männern in den Beratungsstellen. Sie helfen, wenn eine Frau aussteigen möchte, auch wenn das fast nicht zu schaffen ist. 

Unter dem Foto mit dem Geldschein lese ich, was eine Prostituierte in Mannheim zu ihrem Leben sagt: „Das Schönste ist, wenn sie dir das Geld geben. Dann weißt du, du siehst sie nie wieder.“

Ich frage mich: was sind schon 20 Euro? Dafür, dass ein Mensch einen anderen Menschen nur für sich benutzt.

Auch wenn es noch so schwierig, beunruhigend oder beklemmend ist, darüber müssen wir sprechen. Und ich bitte alle Politikerinnen und Politiker, die heute gewählt werden, dass sie diese Frauen nicht vergessen!

Denn auch sie haben eine Würde und ihr ganz persönliches Gesicht.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=43948
weiterlesen...
07MRZ2026
AnhörenDownload
DruckenAutor*in

„Vergesst die Gastfreundschaft nicht; denn durch sie haben einige, ohne es zu ahnen, Engel beherbergt.“ (Hebräer 13,2) Dieser Satz aus der Bibel geht mir gerade in diesen Tagen immer wieder durch den Kopf.

In diesem Jahr stehen viele Landtagswahlen an. Nicht nur morgen in Baden-Württemberg und Bayern.

„Vergesst die Gastfreundschaft nicht“. Ich finde, wir haben diese Erinnerung dringend nötig. Als Christinnen und Christen und als Gesellschaft. Vergesst die Gastfreundschaft nicht. Es geht nicht nur darum, dass wir satt sind und es uns gut geht. Es geht auch um unsere Nächsten. Und das sind nicht nur die netten Nachbarinnen und Nachbarn, die auch mal für uns ein Paket annehmen oder den Gehweg streuen. Es geht um alle Menschen, die mit uns leben und die uns brauchen. Oder, weil sie kein Deutsch können, weil sie unsere Traditionen und Kultur nicht kennen, weil sie eine andere Religion leben und manches nicht verstehen, was für uns selbstverständlich ist.

Und wenn man versucht Gastfreundschaft zu leben, kann es sogar passieren, dass man Engel zu Gast hat. Ich mag dieses Bild. Dass da jemand ganz besonderes bei mir zu Gast ist.  Einer, der mir vielleicht an anderer Stelle wieder begegnet. Und dann kann ich seine Hilfe brauchen. Ein Engel.

„Vergesst die Gastfreundschaft nicht; denn durch sie haben einige, ohne es zu ahnen, Engel beherbergt.“ Bei meiner Wahlentscheidung morgen, will ich mich auch von diesem Aufruf leiten lassen. Ich möchte, dass wir in Baden-Württemberg und in ganz Deutschland offen sind für andere Menschen. Damit wir alle auch die Chance haben, die Engel willkommen zu heißen und kennen zu lernen, die unterwegs sind.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=43985
weiterlesen...
06MRZ2026
AnhörenDownload
DruckenAutor*in

Über „Ausländer“ höre ich gerade wieder viele Diskussionen. Dass man anders mit ihnen umgehen muss. Dass man nicht alle aufnehmen kann. Was sie taugen. Dass sie nicht taugen. Was sie den Deutschen alles wegnehmen. Dass man hart durchgreifen muss.

Vor mir als Lehrerin in der Schule sitzen fast jeden Tag einige von denen, über die so viel geredet wird. Sie nennen sich selbst manchmal Ausländer. Für mich sind sie meine Schüler. Sie alle sind aus einem anderen Land nach Deutschland gekommen. Geflohen. Weil Krieg in ihrem Land ist. Oder, weil sie in ihrem Land verfolgt werden. Wegen ihrer Religion oder ihrer ethnischen Zugehörigkeit oder aus anderen Gründen.

Wie auch die anderen Schüler in meinen Klassen, sind sie einfach junge Menschen. Mit Stärken und Schwächen. Manchen fällt es leicht, Deutsch zu lernen. Anderen eher schwer. Manche finden sich leicht ein in ihr neues Leben in Deutschland. Andere tun sich schwer mit dem Einleben.

Mir sind diese Schüler ans Herz gewachsen. Sie heißen Kenan, Mustafa, Mohamed, Mischa, Bashir und Alex. Sie kommen aus Pakistan, aus Syrien, der Ukraine, aus Albanien, der Türkei und Afghanistan. Sie alle sind Menschen und haben die gleiche Chance verdient wie alle anderen Schüler auch. Sie haben eine Lehrerin verdient, die Geduld hat, sich Zeit nimmt und versucht ihnen etwas beizubringen. Damit sie leben können in einem Land, in dem sie nicht geboren sind und das hoffentlich ganz anders ist als das, aus dem sie fliehen mussten.

Ich wünsche mir, dass das bei allen Diskussionen um „die Ausländer“ nicht vergessen wird. Wir alle sind Menschen und auf die Geduld und das Verständnis der anderen angewiesen.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=43984
weiterlesen...
05MRZ2026
AnhörenDownload
DruckenAutor*in

Ich bin gerade bei einer Beerdigung. Ein alter Feuerwehrmann ist gestorben. Vier Kameraden stehen neben seinem Sarg. Und jetzt höre ich dazu diesen Satz: „Wir sind gekommen und erweisen ihm die letzte Ehre.“ Ich schaue nochmal auf die vier Feuerwehrmänner, die so ganz ruhig neben dem Sarg stehen, alle vier in dieser typischen Uniform mit Krawatte und Schirmmütze.

Mir gefällt wie die vier Feuerwehrleute dastehen. Wie sie ihren toten Freund bei seiner Beerdigung nicht allein lassen. Sie stehen ihm im wahrsten Sinne des Wortes bei. Mir gefällt auch, wie der Kommandant in seiner Rede über den Toten spricht. Dass es eine große Ehre war, den Kameraden im Verein zu haben. Und dann sagt der Redner am Schluss eben auch diesen einen Satz: „Wir erweisen ihm heute die letzte Ehre.“

Das klingt feierlich. Vielleicht weil es den, der da gerade „Ehre“ erfährt, irgendwie größer werden lässt. Für mich hat das viel mit Achtung und Respekt vor dem Menschen zu tun, wenn jemand so geehrt wird.

„Ehre“ – obwohl das Wort ein bisschen altmodisch klingt, es gefällt mir. Ehre steht jedem zu, nicht erst wenn er gestorben ist. Und sie tut allen gut. Ich bin zum Beispiel geehrt, wenn mich jemand lobt, am besten noch vor anderen Leuten. Und ich empfinde es als Ehre, wenn mich jemand mit etwas Schönem überrascht. Dann merke ich: Ich bin wichtig und ich werde gesehen. Bei diesem Menschen bin ich an der richtigen Stelle. Was für eine Ehre!

https://www.kirche-im-swr.de/?m=44010
weiterlesen...
04MRZ2026
AnhörenDownload
DruckenAutor*in

Manchmal fällt es mir schwer zu sehen, dass die Welt auch schön ist. Dann sehe ich nur das viele Leid. Dann sehe ich, dass zu oft der Hass die Menschen bestimmt. Und dann sehe ich auch nur noch, wo es in meinem Leben nicht so gut läuft: Dass geliebte Menschen krank sind und diese Krankheit nicht weggehen wird. Dass Beziehungen, die mir wichtig waren, kaputt gegangen sind und ich es nicht ändern kann.

Diese Sichtweise tut mir nicht gut, das merke ich selbst. Wer nur das Schlechte sieht, dem kann es gar nicht gut gehen. Für mich ist da Paulus ein Vorbild. Von ihm wird in der Bibel erzählt.  Paulus hatte es oft schwer in seinem Leben: Eine chronische Krankheit hat ihn immer wieder geplagt. Er hat für seinen christlichen Glauben gebrannt und ist damit oft angeeckt. Wurde gehasst und verfolgt für das, was er über Jesus Christus erzählt hat.

Paulus hat sich davon aber nicht entmutigen lassen. Er hat sich selbst und den Menschen um sich herum gesagt, dass sie den größten Grund zur Hoffnung haben. Und dass diese Hoffnung da besonders groß werden kann, wo es ihnen nicht gut geht. Wo sie leiden, es schwer haben, bedrängt werden. Er sagt, dass sein Glaube ihm Hoffnung schenkt. Weil das, was wir hier sehen, nicht alles ist. 

Mir hilft es, wenn ich es schaffe in meinen dunklen Momenten an Paulus und seine Hoffnung zu denken. Es ist auch meine Hoffnung. Dass es später einmal für alle Menschen herrlich sein wird. Und, dass etwas davon schon jetzt zu spüren ist. Zum Beispiel in den Momenten, die ich mit einem geliebten Menschen trotz seiner Krankheit genießen kann. In Beziehungen, die mir gut tun und mich stark machen.

Die Hoffnung nie aufgeben. Weil es immer Hoffnung gibt.  Das hilft.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=43982
weiterlesen...
03MRZ2026
AnhörenDownload
DruckenAutor*in

Ich liebe Regenbögen. Wenn ich sie am Himmel entdecke, aber auch sonst. Ich habe Regenbogensocken, Regenbogenarmbänder, Regenbogenschnürsenkel, einen Regenbogen auf dem Rucksack, am Briefkasten, im Vorgarten und auf T-Shirts. Für mich stehen Regenbögen für Gottes unendliche Liebe und Treue zu seinen Menschen.

In der Bibel wird von einem Regenbogen erzählt. Eigentlich wollte Gott die Menschheit vernichten. Er ließ es regnen, bis alles Land überschwemmt war. Gott war entsetzt, wie böse die Menschen waren. Wieviel Schlimmes sie einander angetan haben. Gott hat aber doch nicht alle vernichtet. Einige hat er gerettet. Menschen und Tiere. Weil er die Menschen eben doch liebt. Und als Zeichen, dass er nie wieder alle Menschen vernichten wird, hat er einen Regenbogen an den Himmel gesetzt. Solange der Regenbogen erscheint, verspricht Gott, soll es immer wieder Frost und Hitze geben, Sommer und Winter, Tag und Nacht. Bis heute ist das so. Das Jahr nimmt immer wieder seinen gewohnten Gang und immer wieder steht ein Regenbogen am Himmel.

Der Regenbogen ist DAS Zeichen dafür, dass Gott uns Menschen liebt. Obwohl wir nicht besser sind als die Menschen damals. Dabei hätten wir seitdem viel lernen können. Besonders auch in der Kirche. Wenn Gott alle Menschen liebt, dann dürfen wir Gottes Segen und seine Liebe auch allen Menschen weitergeben.

Auch dafür steht für mich der Regenbogen. Dass Gottes Liebe für uns alle gilt. Ganz gleich wer wir sind, wie wir sind und wen wir lieben.

Deshalb trage ich gerne meine Regenbogensachen. Damit Menschen aufmerksam werden. Auf Gottes Liebe und seine Treue. Zu allen Menschen.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=43981
weiterlesen...