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Wenn ich in den letzten Tagen das Fenster geöffnet habe, dann ist mir manches Mal das Wasser im Mund zusammen gelaufen: Vom leckeren Grillgeruch aus den Nachbargärten… Für mich jedes Mal ein Zeichen dafür, dass es endlich Sommer wird.
Ich liebe es, zu grillen. In unserer Familie gibt es sogar eine Art „Geheimrezept“ für eine besonders leckere Marinade, die schon mein Opa gemacht hat. Und die übrigens nicht nur bei Koteletts, sondern auch für vegetarisches Grillgut hervorragend funktioniert.
Neben dem leckeren Essen finde ich beim sommerlichen Grillen besonders auch so schön, dass alle zusammenkommen. An einem lauschigen Abend noch lange gemeinsam im Garten oder auf der Terrasse sitzen, in mehreren Etappen leckere Köstlichkeiten auf den Grill schmeißen, sich vorab schon den Bauch mit duftigem Brot vollschlagen, erzählen, zusammen WM oder einfach auch nur andächtig still gemeinsam in den sich langsam dunkler färbenden Himmel schauen. –
Essen hält Leib und Seele zusammen – so sagt man. Und bei solchen Grillabenden wird das für mich wieder besonders deutlich. Es geht nicht nur darum, satt zu werden. Es tut gut, miteinander am Tisch zu sitzen, Zeit zu teilen, zu lachen und zuzuhören. Vielleicht ist es das, was die Bibel meint, wenn sie so oft vom gemeinsamen Essen erzählt: Gott begegnet Menschen nicht nur in großen Worten, sondern mitten im Alltag – am Tisch, im Teilen, in der Gemeinschaft. Deshalb freue ich mich auch dieses Jahr wieder besonders auf die sommerlichen Grillabende – und bin dankbar, dass ich dabei immer wieder schmecken und spüren kann, wie gut das Leben ist.
https://www.kirche-im-swr.de/?m=44582Voller Wut lässt Lina die Tür ins Schloss knallen. Mit hochrotem Kopf schaut sie ihren Vater an – die Wut steht ihr förmlich ins Gesicht geschrieben. „Sei doch nicht so wütend“, sagt ihr Vater. „Das steht dir nicht.“
Wut ist nicht gerne gesehen. Zumindest nicht bei Mädchen und Frauen. Wütende Frauen irritieren, und gelten schnell als irrational, sogar als „hysterisch“. Das hat eine lange Geschichte und wurde nicht nur uns Frauen viel zu tief eingeprägt.
Eigentlich ist Wut nämlich etwas Gutes, Sinnvolles: Eine Energiequelle, aus der heraus dann der Mut entstehen kann, Dinge zu verändern. Häufiger Auslöser für solch eine Wut, die Kraft hat zu verändern? Ungerechtigkeit! Und die erleben wir Frauen ja leider noch immer und wieder viel zu oft.
So wie Lina. Ihr fast gleichaltriger Bruder darf abends noch raus, sich mit einem Freund treffen. Wie gerne wäre sie auch noch zu ihrer besten Freundin geradelt! Stattdessen soll sie in der Küche helfen und die kleine Schwester ins Bett bringen… Das nagende Gefühl im Bauch kennt sie schon. „Das ist so ungerecht!“, denkt sie. Traut sich aber nicht, noch mehr zu sagen.
Was würde Jesus dazu sagen? Ich bin sicher: Er wäre wütend! Wut über Ungerechtigkeit – das kommt bei ihm öfter vor, vor allem dann, wenn Menschen Unrecht geschieht. Wenn er zum Beispiel am Sabbat, am Ruhetag, keine Menschen in Not heilen soll, weil das die damals geltenden Regeln so vorsahen. Dann wurde er schon ziemlich deutlich. Voller Wut und auch Traurigkeit darüber, dass Regeln über Barmherzigkeit gestellt werden, heilt und hilft er trotzdem. Und: Er hat zwar meines Wissens nie Türen geknallt, aber durchaus auch mal Tische umgeschmissen… Also, Mädels, lasst uns ruhig auch mal wütend sein! Zumindest dann, wenn wir wieder dieses nagende Gefühl spüren – und denken: Das ist so ungerecht! Dann steht uns das nämlich durchaus gut…
https://www.kirche-im-swr.de/?m=44581„Mamaaa!“, ruft der kleine Junge superlaut und aufgeregt auf dem Spielplatz. „Mama, siehst du, was ich kann??“ Und springt auch schon los, von der zweiten Sprosse des Klettergerüstes. Gar nicht hoch ist das, aber für in ihn gerade ein Meilenstein.
Mit wild rudernden Armen und fröhlichem Gequietsche landet er sicher im Sand. „Hast Du gesehen, Mama, hast Du?!“ – Egal ob wir kleine Kinder oder gestandene Erwachsene sind – gesehen zu werden, ist etwas ganz Besonderes. Und so wichtig. Und nicht nur, wenn wir gerade etwas Besonderes machen oder schaffen. Sich nicht gesehen zu fühlen - ein schlimmes Gefühl. Wenn mich jedoch jemand wirklich sieht, dann tut das so gut. Und meint dann auch, dass mich jemand richtig wahrnimmt. Komme ich beschwingten Schrittes daher? Oder hängen meine Schultern, abgespannt und müde? Liegt mir ein fröhliches Lächeln auf dem Gesicht, oder funkeln meine Augen vor Wut? Schaffe ich gerade alles, was mir das Leben aufgibt? –
In einem Segenswort heißt es: „Gott segne dich und behüte dich. Gott lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Gott erhebe sein Angesicht auf dich und schenke dir Frieden.“ Zweimal ist hier die Rede vom Angesicht. Von Gottes Angesicht. Davon, dass er dich ansieht. Gott sieht dich - wirklich und wahrhaftig. Nimmt Dich wahr, mit allem, was du mitbringst, mit allem was du kannst. Und auch, mit allem, was du nicht kannst, oder schaffst. Gott sieht dich. So, wie du bist. Und sein Blick ist liebevoll, und voll Verständnis, und sein Angesicht leuchtet, wenn er dich sieht. Das ist ein echter Segen: Auch wenn ich mich gerade vielleicht nicht gesehen und nicht wahrgenommen fühle. Gott sieht mich und dich. Immer. Und sein Gesicht leuchtet vor Freude. Was für ein Segen!
https://www.kirche-im-swr.de/?m=44580„Ich hab’s aufgegeben…“, sagt er. Und ich staune: Wie er das so sagt, wirkt er erleichtert, fast ein bisschen froh. Viele Jahre hat er sich immer wieder mit seinen Eltern auseinandergesetzt, oft gestritten. Irgendwas hatten sie immer an ihm und seinem Leben auszusetzen: Sein Job war ihnen nicht gut genug. Mach doch mal was Anständiges! Die Freundin passte nicht zu ihm. Was willst du mit der? Dann war es seine Kleidung: Mit solchen Klamotten läufst Du rum? Immer wieder hat er sich verteidigt, gerechtfertigt. Und ist dabei nur auf taube Ohren und Unverständnis gestoßen.
„Und dann hab ich‘s aufgegeben. Bringt ja doch nix.“ Erzählt er mir. „Das war wie ein jahrelanger Kampf gegen Windmühlen.“ Und lächelt tatsächlich, als er das so sagt.
Aufgeben – das ist eigentlich was, was man nicht macht. Oder zumindest nichts, was man sich und anderen so einfach eingesteht. Wer aufgibt, der ist zu schwach oder macht es sich zu leicht. Oder? – Im Gegenteil. Manchmal ist Aufgeben etwas, wofür es viel Mut und Kraft braucht. Wie bei meinem alten Studienfreund. Er hat es sich nicht leicht gemacht. Wirklich viele Jahre hat er darum gekämpft, dass seine Eltern und er sich besser verstehen. Und vor allem akzeptieren, dass das, was für ihn passt, nicht unbedingt das sein muss, was sie selbst gut finden.
Diesen Wunsch aufzugeben – das war super schwer für ihn. Und hat am Ende aber doch vieles leichter gemacht. Spart ihm nun Kraft und Energie und Zeit. Mit seinen Eltern ist es dadurch übrigens auch zumindest ein bisschen einfacher geworden, seitdem er nicht mehr jedes Mal darüber nachdenkt, wie er sich nun am besten verteidigen und für Verständnis werben kann. – Aufgeben ist alles andere als leicht. Aber manchmal halten uns Menschen gefangen und ihre Erwartungen, die wir nicht erfüllen können. „Zur Freiheit hat Christus uns befreit“, heißt es in der Bibel (Galater 5,1). Und vielleicht gehört dazu auch die Freiheit, loszulassen, was nicht mehr zum Leben führt.
https://www.kirche-im-swr.de/?m=44579Ein übervoller Terminkalender. Fast jede Minute verplant. Hier ein Treffen mit Freunden. Da ein Konzertbesuch, dann noch schnell zu einer Party, bei der alle wichtigen Menschen aus ihrem Bekanntenkreis auch sein werden… Dann wieder ab in die Arbeitswoche.
Leonie kann ungeplante Zeit nicht gut ab. Es muss immer etwas los sein, und vor allem – muss sie möglichst immer bei allem dabei sein. Noch was Neues, vielleicht besseres ausprobieren. Manchmal wird ihr selbst ganz schwindelig dabei. Da bleibt keine Zeit, um mal durchzuatmen. Um einfach mal auf dem Sofa auszuruhen. Oder nur so einen Kaffee auf dem Balkon in der Sonne zu trinken. Es könnte ja gerade anderswo was Großes, was Besseres passieren. Ohne sie. Manchmal kann sie dann aber all die vielen Treffen, Veranstaltungen, Partys gar nicht mehr richtig genießen. Ist sie in Gedanken doch schon beim nächsten großen Ding…
Für das, was Leonie um- und antreibt, gibt es einen Begriff. Fomo. Fear of missing out. Die Angst, was zu verpassen. Dabei ist ja eigentlich klar, dass man sowieso nicht alles mitnehmen kann. Und immer mal wieder was im Leben verpasst. Immerhin – es gibt mittlerweile auch schon den Gegenbegriff – die Jomo. Joy of missing out, also die Freude daran, auch mal was zu verpassen, nicht mitmachen zu müssen. Bewusst auf Events und Trends zu verzichten. –
Dass es eine gute Idee ist, sich für bestimmte Dinge Zeit zu nehmen, und dass im Zweifel nicht alles auf einmal geht, das wusste schon die Bibel. Denn da heißt es: „Alles hat seine Zeit (…) Weinen, lachen, klagen, tanzen hat seine Zeit; (…) behalten und wegwerfen hat seine Zeit; (…) lieben, hassen hat seine Zeit; Streit und Friede hat seine Zeit.“ (Prediger 3,1-8) – Und damit wird doch eigentlich klar: Hab keine Angst, was zu verpassen! Nicht alles geht, aber das, was für dich wichtig ist, wird seine Stunde finden! (…) Und dann kannst du dich richtig darüber freuen.
https://www.kirche-im-swr.de/?m=44578„Nee, die kannst Du nicht anziehen“, sagt Rena zu ihrer Nichte Leni. Die ist fast sechs und will gerade in die viel zu großen Schuhe ihrer Tante schlüpfen. Die sind nämlich irgendwie besonders. Mit einem ganz besonderen Fußbett. Rena hat ein kürzeres Bein und manchmal tun ihr die Füße vom vielen stehen und laufen am Tag auch so weh, da tut das einfach gut. Leni ist fasziniert von den Schuhen. Und wenn jetzt gerade der eine Fuß doch sowieso schon fast drinne ist… Schwupps, hat sie beide an, und läuft los. Naja, es wird eher so ein Schlurfen und Hopsen… mit diesen viel zu großen und besonders gepolsterten Schuhen. Aber Leni hält so schnell nichts auf, sie hüpft ein bisschen und durchquert mehrmals das Zimmer ihrer Tante. Die schaut amüsiert zu.
Dann bleibt Leni vor ihrer Tante stehen – mit einem letzten rutschenden Schlurfer. Und schaut ihre Tante ernst und auch ein bisschen überrascht an. „Also, mit Deinen Schuhen läuft es sich echt anders!“ Sagt sie. „Dabei sieht das bei dir immer so einfach aus!“ – „Bevor du über jemanden urteilst, gehe eine Meile in seinen Schuhen“, so heißt ein alter Spruch. Manchmal sagt man auch: „Lauf doch erstmal in meinen Schuhen.“ Denn wie es sich anfühlt, das Gehen und vor allem das Leben eines anderen, das lässt sich von außen oft nicht sehen, und schon gar nicht fühlen.
Deshalb finde ich, einfach mal in den Schuhen anderer zu laufen, ist eine ziemlich gute Idee. Vielleicht nicht so wortwörtlich wie Leni. Aber zumindest gedanklich in die Schuhe anderer zu schlüpfen, um eine kleine Ahnung dafür zu bekommen, wie schlurfend, oder auch geschmeidig der oder die andere unterwegs ist. Welche Polsterung jemand braucht, um fest stehen zu können, wo vielleicht der Schuh drückt und Spuren oder Blasen hinterlässt. In fremden Schuhen zu laufen, das verbindet. Sorgt für Verständnis für einander. Und bringt uns vielleicht genauso zum Staunen wie Leni: „Bei dir sieht das immer so einfach aus!“
https://www.kirche-im-swr.de/?m=44577„Der Rainer mochte seinen kleinen Garten so…“, sagt sie, bevor ihre Stimme bricht. Vor wenigen Wochen erst ist ihr Mann gestorben. 86 ist er geworden. Und fehlt ihr so sehr. Sie weiß gar nicht wohin mit sich. Jetzt geht sie jeden Tag in den kleinen Garten. Setzt sich auf die schon leicht verwitterte Bank, die ihr Mann vor vielen Jahren selbst gebaut hat.
„Aus alten Latten und Hölzern, die er sich zusammengesucht hat“, erzählt sie ein bisschen stolz. „Und sie trägt uns bis heute“, sagt sie – bevor ihr klar wird, dass die Bank nur noch sie alleine tragen muss. Dort sitzt sie dann, schaut auf die gelben Rosen, die er gepflanzt hat, genauso wie die üppigen Hortensien. Und der Lavendel! „Der lockt immer so viele Bienen an, und der Duft, der erinnert mich irgendwie an ihn…“
Ich merke, dieser Garten ist nicht einfach nur ein kleiner Reihenhausgarten. Sondern so viel mehr. Ein Ort der Erinnerung. Und dann sagt sie: „Manchmal stelle ich mir vor, der Rainer sitzt jetzt auch in einem Garten. Mit so einer Bank wie unserer. Und ganz vielen Obstbäumen, die hat er sich immer gewünscht! Und vielleicht ist da auch ein kleiner Teich, an dem die Frösche quaken… Das tröstet mich irgendwie…“.
Was für ein schönes Bild, denke ich. Eine Art Himmelsbild. Vom ewigen Leben erzählt die Bibel. Aber wie es aussieht – wer kann das schon sagen? Vielleicht genau so: Wie der absolute Lieblingsort. Wie ein verwunschener, duftender Garten. Ein Ort, an dem alles da ist, was im Leben schön war und all das möglich wird, was zu Lebzeiten nicht ging, und seien es nur blühende Obstbäume und ein kleiner, plätschernder Teich… Und auf der Bank – Rainer. Der seinen Blick schweifen lässt über das, was er da gepflanzt und gebaut hat, mit viel Liebe und Phantasie. Und vielleicht setzt sich Gott manchmal zu ihm auf die Bank. Gemeinsam schauen sie dann auf die Rosen und Hortensien, lauschen auf das Summen der Lavendel-Bienen. Und Gott sagt: „Das hast Du wirklich gut gemacht.“
https://www.kirche-im-swr.de/?m=44576Signalstörung, Bahnübergangsstörung, Weichenstörung, Streckenstörung. Wer regelmäßig Bahn fährt kennt das alles. Vor kurzem ist mir das alles aber nacheinander passiert. Und weil ich auch noch einen beruflichen Termin hatte, zu dem ich nicht zu spät kommen wollte, bin ich vor Ärger kurz explodiert. Danach hab ich mich dann leise geschämt. Denn die anderen um mich herum saßen entspannt da, vertieft in ihre Handys. Entweder war es ihnen egal. Oder sie hatten sich einfach mit der Lage arrangiert. An dem Schlamassel war eh nichts zu ändern.
Es gibt die alte Weisheit, dass man Dinge, die man ändern kann, auch anpacken sollte. Die andern aber, die nicht zu ändern sind, am besten gelassen ertragen. Und ja, den Reflex auf „die da oben“ zu schimpfen, den spüre ich manchmal auch. Auf „unfähige Bahnmanager“, „inkompetente Politiker“. Das ist billig zu haben und trotzdem oft falsch. Weil es viele Probleme gibt, die keiner, der jetzt verantwortlich ist, verursacht hat. Und deshalb auch nicht beschimpft und bepöbelt werden sollte. Die Zugbegleiterin nicht und auch nicht der Politiker. Ärgern darf ich mich trotzdem – und immer wieder üben: Gelassen zu ertragen, was ich jetzt nicht ändern kann.
https://www.kirche-im-swr.de/?m=44518Wie stark würde eine Flut nach einem schweren Unwetter meinen Wohnort treffen? Vor zwei Wochen konnte man das auf der Onlineseite einer großen Zeitung nachschauen. Hab ich natürlich gleich gemacht. In Kaiserslautern, wo ich wohne, sieht das noch recht entspannt aus. An anderen Orten im SWR3-Land ist das aber leider ganz anders.
Das passt gut zu einem Mottotag, der mal von der UNO eingeführt worden ist. Dem „Weltumwelttag“. Seit genau 50 Jahren gibt es den auch in Deutschland. Immer am 5. Juni. Ob solche Tage wirklich was bringen? Ich weiß nicht. Vielleicht hat die Horrorflut im Ahrtal vor fünf Jahren da mehr sensibilisiert als alle Umwelttage zusammen. Viele Menschen dort leiden bis heute darunter. Und die schrecklichen Bilder haben jedem gezeigt, was in Zukunft sogar öfter passieren könnte. Auch anderswo.
Als Christen reden wir oft von der Bewahrung der Schöpfung. Schlimme Ereignisse wie im Ahrtal machen klar, dass Schöpfung aber nicht irgendwas da draußen ist. Ich sitze mittendrin. Umwelt, Klima und Schöpfung bewahren. Am Ende schützt das auch mich selbst. Natürlich muss die große Politik da weiter liefern. Aber jede und jeder kann selbst was tun. Auch im ganz Kleinen. Die bequeme Ausrede, dass das eh nichts bringt, die gilt nicht. Und weil wir alle im selben Boot sitzen, ist alles, was die Schöpfung schützt, auch gut für alle. Wir Christen würden sagen: Ein Dienst am Nächsten.
https://www.kirche-im-swr.de/?m=44517Heute Feiertag, morgen Brückentag, langes Wochenende. Für Viele zumindest. Fronleichnam sei Dank. Doch was da eigentlich gefeiert wird, das wissen deutlich weniger. Wenn ich mich ans katholische Westfalen erinnere, wo ich aufgewachsen bin, dann bedeutete Fronleichnam damals vor allem: Geschmückte Straßen. Blumenteppiche in Hauseingängen. Feierliche Prozessionen. Fronleichnam, das waren Blaskapellen und hunderte Menschen, die singend und betend durch den Ort zogen. Und ein Pfarrer, der mittendrin das geweihte Brot aus dem Gottesdienst feierlich durch die Straßen trug. Das alles gibt es auch heute noch. Nur vielleicht bescheidener als früher.
Mag sein, dass manches heute auch etwas aus der Zeit gefallen erscheint. Auch für viele Katholiken. Nicht aus der Zeit gefallen ist aber, worum es dabei gehen sollte. Denn Prozessionen erzählen ja immer von einer Hoffnung. Dass Gott mit dabei ist. Mit auf dem Weg. Überall. Und weil Gott nun mal nicht zu greifen ist, wird das Brot aus dem Abendmahl mit durch den Ort getragen. Das Brot als Zeichen der Gemeinschaft mit ihm. So wie Jesus es damals, bei seinem letzten Mahl mit seinen Jüngern, gewollt hatte. Wenn Katholiken Fronleichnam feiern, dann feiern sie also dieses Brot der Gemeinschaft. Und einen Gott, der sich nicht in Kirchen versteckt. Einen, der sich überall finden lässt.
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