Manuskripte

SWR3 Worte

19SEP2020
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Der Münchner Kardinal Reinhard Marx darüber, was er in seinem Leben dazugelernt hat:

„Was ich etwa vor über 40 Jahren als junger Priester zum Thema Frauen in der Kirche gedacht habe, würde ich heute so nicht mehr vertreten. Ich gehöre zu denen, die neugierig sind auf das, was passiert und ich halte auch Ausschau nach dem, was der Geist Gottes uns sagt. Im Alter von neun Jahren konnten wir uns als Kinder auch keine Busfahrerin vorstellen.

Argumente, die vor Jahrzehnten von der Kirche etwa zum Ausschluss von Frauen von der Priesterweihe vorgebracht worden sind, werden eher schwächer. Das müssen wir erkennen. In der Deutschen Bischofskonferenz habe ich zu meinen Mitbrüdern gesagt, dass wir in einer Runde ohne Frauen sitzen, ist nicht zukunftsweisend.“

Aus: KNA-Newsletter, 10.07.2020, per Email
 

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18SEP2020
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Die Lyrikerin Nora Gomringer hat einen Tipp für alle, die sich hässlich finden:

„Ich habe viele Jahre an mir selbst gezweifelt, damit habe ich mich unglaublich sabotiert. Und quasi gegen den Schöpfer gesprochen. Ich denke das oft bei Frauen, die sich angucken und sagen: „Ich bin hässlich!“ Wenn jetzt Gott, der dich gemacht hat, neben dir steht, und du sagst: „Alles Scheiße“ - das klingt unhöflich.“

Aus: chrismon. 06.2020., S. 28 
 

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17SEP2020
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Ein 10-Jähriger wurde gefragt, was er sich am meisten wünscht. Er hat geantwortet:

„Eine Welt ohne Hass und Rassismus. Ein bisschen habe ich Angst davor, dass das nicht aufhört.

Als ich in der zweiten Klasse war, hatten wir einen Lehrer, der viele von uns Kindern beleidigt hat. Er sagte zum Beispiel zu einem Mitschüler: Deine Haut ist viel zu dunkel, du musst mal Bleichmittel nehmen. Ein anderes Mädchen hat er gedisst, weil es pummelig war.

Irgendwann hat es uns allen gereicht, und als der Lehrer mal wieder in Fahrt war, hat einer von uns angefangen, „Die Gedanken sind frei“ zu singen. Das hatten wir nämlich gerade von unserer Klassenlehrerin gelernt. Aber die Idee hatte der Junge ganz von selbst. Und dann haben alle aus der Klasse mitgesungen!“  

Aus: chrismon. 06.2020, S. 14
 

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16SEP2020
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Charlotte Oberberg ist 97 Jahre alt und lebt in Berlin. Sie erzählt, wie sie ihr Leben in diesem hohen Alter lebt:

„Jetzt kann ich nicht mehr helfen, ich sitze zu Hause, löse Rätsel oder lese. Ich kann für mich selbst sorgen, dafür bin ich dankbar.

Ich habe immer danach gelebt, ein hohes Alter erreichen zu können. Jeden Tag habe ich meine acht Stunden geschlafen und auch sonst auf mich geachtet. Es macht so viel Freude am Leben zu sein, warum sollte ich das nicht ausreizen?

Ich lebe in der Gegenwart und schaue in die Zukunft. Vielleicht ist es mir deshalb immer so gutgegangen? Weil ich lieber nach vorne schaue, als zurückzuschauen und zu jammern.“ 

Aus: chrismon. 06.2020., S. 18
 

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15SEP2020
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Die Kabarettistin Luise Kinseher darüber, wie sich die Corona-Pandemie auf ihren Job ausgewirkt hat:

„Bühnenauftritte sind derzeit selten. Jetzt gilt es die Zeit zu nutzen und kreativ zu bleiben. Wir lernen gerade, einfach mal ohne Plan zu leben, nach dem Motto: 'Wenn du Gott zum Lachen bringen willst: Mach einen Plan!'

Verzweifeln ist die falsche Antwort auf die Situation. Ich selbst bin generell ein positiver Mensch. Uns geht's ja im Vergleich wirklich gut. Wir sind bislang ganz gut da durch gekommen. Jetzt müssen wir halt schauen, dass es so bleibt.“

Aus: KNA-Newsletter, 23.07.2020, per Email
 

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14SEP2020
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Ein Portraitzeichner beschreibt, was für ihn wesentlich ist, wenn er Gesichter zeichnet:

„In jedem Menschen findet sich, wenn man tief in sein Inneres blickt, unweigerlich ein Licht, das zum Vorschein kommt, sobald man seine beschlagene Oberfläche, und die haben wahrscheinlich viele, mit einem Tuch reinigt und poliert. Und dieser Geist durchdringt dann ganz von selbst das Werk.“ 

Aus: Haruki Murakami: Die Ermordung des Commendatore. Band 1: Eine Idee erscheint, DuMont Buchverlag Köln, Zweite Auflage 2018, Seite 23

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13SEP2020
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Unglaublich, was für tolle Gedanken Kinder haben können. Ein 10-jähriger wurde gefragt, was er sich für die Zukunft wünscht. Und das hat er geantwortet: 

„Ich glaube nicht, dass es irgendwann Mikrochips gegen Hass gibt, die man verpflanzen kann. Da müssen die Menschen schon selber stark sein. Aber so wie es heute aussieht, müssten ganz, ganz, ganz viele Menschen aufstehen und „Die Gedanken sind frei“ singen, damit die Leute, die andere angreifen, weil sie eine dunklere Hautfarbe oder eine andere Religion haben, nicht die Macht bekommen.“

Aus: chrismon.06.2020, S. 14

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