Manuskripte

SWR3 Worte

„Vergeben und vergessen“. Das sagt man manchmal so dahin. Aber was heißt eigentlich vergeben? Otto Hermann Pesch, ein katholischer Theologieprofessor, hat eine Antwort:

„Vergeben heißt: Die Vergangenheit eines anderen keinen Einwand dagegen sein zu lassen, dass ich ihn annehme. Vergebung heißt nicht das Ja zu einer vergangenen Schuld, wohl aber das Ja zu einem Menschen mit seiner vergangen Schuld.“

Zitat aus: Vom Anfang im Ende. Ein Trostbuch für Tage in Moll

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Was macht man mit beleidigenden Briefen? Eine überraschende Antwort darauf findet Clown Grock: Er schickt den Brief zurück an den Absender und schreibt dazu:

„Diesen unverschämten Brief habe ich bekommen. Ich schicke ihn nun an Sie, damit Sie wissen, dass irgendjemand in Ihrem Namen beleidigende Briefe verschickt. Mit freundlichen Grüßen, Ihr Clown Grock.“

„Typisch! Kleine Geschichten für andere Zeiten

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Was haben Friedhöfe und das Paradies gemeinsam? Thomas Kärst, ein Pfarrer aus Norddeutschland, hat eine Antwort:

„Ein Friedhof […] ist ein stiller Garten in der Großstadt, der an Blühen und Verwelken, Werden und Vergehen erinnert. So schließt sich der Kreis: Ein Garten stand am Anfang der Menschheit – der Garten Eden, das Paradies. In dieses Paradies, so die Botschaft unserer Friedhöfe, werden wir am Ende wieder hineingehen.“

Vom Anfang im Ende. Ein Trostbuch für Tage in Moll

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Es ist nicht einfach im Hier und Jetzt zu leben und das zu genießen. Der Mystiker Meister Eckhart nennt drei Dinge, die helfen sich im Hier und Jetzt zurechtzufinden:

„Die wichtigste Stunde ist immer die Gegenwart. Der bedeutendste Mensch ist immer der, der dir gerade gegenübersteht. Das notwendigste Werk ist stets die Liebe.“

Alles Gute wünsch ich Dir, Cornelia Haverkamp

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Wie kann man Aufgaben angehen, die im ersten Moment zu groß erscheinen? Der alte Straßenkehrer Beppo aus dem Kinderbuch Momo hat einen Trick:

„Man darf nie an die ganze Straße auf einmal denken, verstehst du? Man muss nur an den nächsten Schritt denken, an den nächsten Atemzug, an den nächsten Besenstrich. Und immer wieder nur an den nächsten. Dann macht es Freude; das ist wichtig, denn dann macht man seine Sache gut. Und so soll es sein. Auf einmal merkt man, dass man Schritt für Schritt die ganze Straße gemacht hat.“

„Typisch! Kleine Geschichten für andere Zeiten

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Gibt es nur das, was man sehen und überprüfen kann? Das denken viele. Der Physiker Albert Einstein hatte dazu folgendes Erlebnis:

„Einmal hält Albert Einstein einen anspruchsvollen Vortrag über das Verhältnis von Raum und Zeit. Als er fertig ist, steht ein Zuhörer auf und widerspricht: „Was Sie hier ausgeführt haben, ist mir viel zu spekulativ. Wir sind doch nicht in der Kirche. Nach meinem gesunden Menschenverstand kann es nur das geben, was man sehen und überprüfen kann.“ Einstein lächelt und antwortet: „Dann kommen Sie doch bitte nach vorne und legen Ihren gesunden Menschenverstand hier auf den Tisch.“

„Typisch! Kleine Geschichten für andere Zeiten“

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Keiner will gerne Traurigsein. Aber vermeiden lässt es sich nicht. Es gehört zum Leben. Die Malerin Paula Modersohn-Becker hat einmal beschrieben, wofür Traurigkeit auch gut sein kann:

„Traurigsein ist wohl etwas Natürliches. Es ist wohl ein Atemholen zur Freude, ein Vorbereiten der Seele dazu.“

Vom Anfang im Ende. Ein Trostbuch für Tage in Moll

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