Alle Beiträge

Die Texte unserer Radiosendungen in den Programmen des SWR können Sie nachlesen und für private Zwecke nutzen.
Klicken Sie unten die gewünschte Sendung an.


SWR3 Worte

Letztes Jahr war ich am Muttertag in den USA. Mir ist dieser Tag nicht so wichtig, aber dann habe ich mich mit einem Freund aus einer schwarzen Gemeinde unterhalten. Was er zum Muttertag meinte hat mich sehr beeindruckt:

In den schwarzen Gemeinden in den USA wird der Muttertag besonders intensiv gefeiert. Das hat verschiedene Gründe:

In der Zeit der Sklaverei wurden die Kinder den Müttern häufig weggenommen, um sie zu verkaufen. Oder sie wurden früh gezwungen zu arbeiten. Später bis in die 70er Jahre des 20. Jahrhunderts, wurden schwarze Frauen zwangssterilisiert, wenn sie von Sozialhilfe lebten.

Mütter zu sein ist bis heute für schwarze Frauen in den USA schwieriger als für weiße, weil wir so oft Angst haben müssen vor der Gewalt gegen unsere Kinder.

Deswegen feiern wir den Muttertag besonders intensiv. Es ist auch ein Gedenken an all die Frauen, die nicht Mutter sein durften und an die, denen ihre Kinder geraubt wurden!

Wir bitten Gott um seinen Segen, für alle Frauen, die gegen Widerstände Mütter geworden sind und für ihre Kinder kämpfen.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=26430

Gegen die Behauptung: „Die Welt wird immer schlimmer“ wendet der verstorbene schwedische Wissenschaftler Hans Rosling ein:

Mädchen in die Schule zu schicken hat sich als eine der besten Ideen der Welt erwiesen. Wenn Frauen eine schulische Bildung haben, geschehen ganz wunderbare Dinge.
Die Erwerbsbevölkerung wird vielfältiger, die Beschäftigten können bessere Entscheidungen treffen und mehr Probleme lösen. Es ist ein positiver Kreislauf des Wandels.

Heute können fast alle Eltern, über alle Religionsgruppen, Kulturkreise und Kontinente hinweg, ihren Kindern den Schulbesuch ermöglichen.

90 Prozent der Mädchen im Grundschulalter besuchen die Schule. Bei Jungen beträgt dieser Anteil 92 Prozent. Aus den Fortschritten, die wir erzielt haben, leite ich die Schlussfolgerung ab, dass es möglich ist, allen Mädchen und allen Jungen eine Schulbildung zuteilwerden zu lassen, und dass wir uns bemühen sollten, dies Wirklichkeit werden zu lassen.

Es wird nicht von selbst geschehen, und wenn wir die Hoffnung verlieren, wird es überhaupt nicht geschehen.

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/die-welt-wird-immer-besser-32-gute-nachrichten-15524076.html

https://www.kirche-im-swr.de/?m=26429

Der Kabarettist Hanns-Dieter Hüsch hat Psalmen neu formuliert, diesen speziell für Himmelfahrt:

Die Bäume werden in den Himmel wachsen
Dass ihre Kronen das Licht trinken
Ihre Wurzeln aber sind fest vergraben
In der Erde

Die Träume werden in den Himmel wachsen
Dass sie sich ausbreiten und entfalten
Bis zum Himmelszelt und wieder zurück auf die Erde
Geerdete Träume bekommen Hand und Fuß

Güte und Gerechtigkeit begegnen sich wieder
Gerechtigkeit und Frieden küssen sich
Die Treue wächst auf der Erde
Und die Gerechtigkeit schaut vom Himmel herab

Mit meinem Leben wachse ich
Dem Himmel entgegen
Und der Himmel kommt mir entgegen
Er breitet sich unter meinen Füßen aus
Wie Hände die mich halten

Ich möchte Leuchtspur zum Himmel sein
Damit die Wege zu ihm begehbar und hell werden
Die Treue wächst auf der Erde
Und die Gerechtigkeit schaut vom Himmel herab

Gott sei Dank!

Ich stehe unter Gottes Schutz. Psalmen für Alletage, Hanns Dieter Hüsch, Uwe Seidel

https://www.kirche-im-swr.de/?m=26428

Zum Europatag eine Einladung die der Journalist Jürgen Wiebicke so formuliert:

Demokratie ist nicht bloß eine von mehreren Regierungsformen, eine Machttechnik für Politikprofis. Demokratie ist eine Lebensform.

Wir haben vergessen, wie attraktiv sie ist. Wie gut es denen geht, die sich nicht nur um sich selbst kümmern, sondern zum Gelingen des Gemeinwesens beitragen.

Weil sie spüren, dass es auf sie ankommt. Häufig wissen sie gar nicht, wenn sie sich um ihren Stadtteil kümmern, dass sie in diesem Moment Politik betreiben.

Der Anfang ist das Schwerste. Aber wir können jederzeit, also auch jetzt, einen neuen Anfang machen.

Jürgen Wiebicke, 10 Regeln für Demokratieretter. KIWI 2017

https://www.kirche-im-swr.de/?m=26427

Der Journalist Jürgen Wiebicke hat eine Art Leitfaden für Demokratieretter verfasst, darin schreibt er unter anderem:

Demokratie muss Erfahrungsräume schaffen, in denen wir uns in unserer Verschiedenheit begegnen und merken, dass man diese Räume weiter verschönern kann. Für diese Erfahrung ist die Stadt ideal. Hier können wir Mikrokosmopoliten sein und Verschiedenheit genießen.
Ein intaktes Gemeinwesen ist auf Gelegenheiten angewiesen bei denen wir uns von Angesicht zu Angesicht sehen.

Wenn wir uns um die Verhältnisse in der eigenen Umgebung kümmern tun wir das nicht nur als rationale Problemlöser, dann sind immer auch Gefühle im Spiel. Diese Gefühle mit denen zu teilen die ganz anders sind als ich, halte ich für eine schöne Vision.

In der Stadt können Fromme vom Glauben abfallen und Atheisten sich taufen lassen, ohne von ihrer Umgebung geächtet zu werden. Die Stadt ist der Raum, in dem wir erfahren, Dass wir die Dinge beeinflussen können.

Jürgen Wiebicke, 10 Regeln für Demokratieretter. KIWI 2017

https://www.kirche-im-swr.de/?m=26426

Auf einem Plakat in Tübingen ist das Leben eines Einmalbechers nachzulesen:

Es ist ziemlich faszinierend, dass unsere Gesellschaft an einem Punkt angekommen ist,
an dem es einfacher erscheint, in Skandinavien Bäume zu fällen,
sie nach Asien zu verschiffen,
unter hohem Wasserverbrauch und Energieaufwand Becher daraus zu formen,
diese mit Plastik zu beschichten,
welches zuerst gefördert,
raffiniert und mit Chemikalien versetzt aufgearbeitet werden musste,
alles zurück nach Europa zu schiffen,
mit LKWs quer durchs Land zu fahren,
den Pappbecher fünf Minuten zu benutzen und in den Müll zu werfen
anstatt die Keramiktasse zurück zur Kasse zu bringen
wo sie einfach gespült wird.

www.tü-go.de

https://www.kirche-im-swr.de/?m=26425

Psalm 95 von dem holländischen Theologen Huub Osterhuis neu übertragen

Der Fels unserer Rettung bist du.
König mächtiger als alle Götter – du.
Abgestiegen in die tiefsten Abgründe – du.

Die Erde trockengelegt hast du,
eigenhändig
die Berge gegründet.
Müssen wir heute noch besingen,
triumphierend und schallend?

Der Fels unserer Rettung bist du?
Wir sind in neue Jahrhunderte eingetreten,
räumen Schutt, zählen Leichen.

Wäre es nur wahr,
dass wir es noch glauben könnten.
So wie eine Herde kennt
Den Gang und die Stimme ihres Hirten.

Der Fels unserer Rettung bist du.
Du lässt nicht ab.

Du sagst in lautloser Sprache:

„Verhärtet euch nicht.
Die bitter werden, finden keine Ruhe.“

Huub Osterhuis, Psalmen

https://www.kirche-im-swr.de/?m=26424