Manuskripte

SWR3 Worte

Der Nationalspieler und Bayernprofi Jerome Boateng äußerte sich in einem Interview zu der Frage, was ihm in schwierigen Zeiten Kraft gibt:

„Die vergangenen zwei Jahre waren alles andere als einfach, ich war mehrfach schwerer verletzt und konnte wochenlang nicht trainieren und spielen. […]  Mein Körper war nicht mehr so, wie ich ihn kannte. […]  Dann ist wieder ein Muskel gerissen, das hat mich zurückgeworfen, und ich habe mir die Frage gestellt, was ich bloß noch machen soll.“ 

Was hat Boateng in dieser Situation geholfen?

 „ […] die Gespräche mit Gott. Ich bete regelmäßig und habe mich gerade in dieser schwierigen Zeit an ihn gewendet […]. Das hat mir viel Kraft gegeben [...]. “

https://www.welt.de/sport/fussball/article174411074/FC-Bayern-Jerome-Boateng-gesteht-persoenliche-Fehler-ein.html , 09.04.2018, 16:55 Uhr

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Als der Schauspieler Elyas M´ Barek gefragt wird, wie er wahre Liebe beschreiben würde, zitiert er aus der Bibel:

 „'Sie kennt keinen Neid, keine Selbstsucht, sie prahlt nicht und ist nicht überheblich.' So wird es im ersten Brief des Paulus an die Korinther beschrieben. Finde ich gut.[...] Liebe ist etwas komplett Unegoistisches. Wenn das alle beherzigen würden, wäre die Welt eine bessere.[...] Es erfordert Disziplin, dass man sich nicht als Mittelpunkt betrachtet, sondern dass man auch an seine Mitmenschen denkt.[...]“

Quelle: https://chrismon.evangelisch.de/artikel/2017/36670/elyas-mbarek-ueber-liebe-karriere-und-schuldgefuehl-als-er-als-kind-einen-kaugegummi-klaute, 09.04.2018, 16:54 Uhr

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Die evangelische Theologin Margot Käßmann hat eien Antwort auf den Erfolgsdruck in unserer Gesellschaft:

„  Viele sind getrieben von der Suche nach Anerkennung, sei es durch Geld, Macht, Ansehen oder Aussehen. Und viele sind enttäuscht, verletzt, fühlen sich würdelos, weil sie in der Leistungs- und Erfolgsgesellschaft nicht mithalten können. Ich erlebe in Seelsorgegesprächen immer wieder, dass die Menschen die Frage umtreibt: „Was, wenn ich versage, wenn ich meinen Arbeitsplatz verliere, wenn ich wegen einer Scheidung das Haus verkaufen und in eine Zweizimmerwohnung ziehen muss? Was, wenn ich nicht so schön binwie die Models bei Heidi Klum auf dem Laufsteg?  Macht mein Leben dann Sinn?“ […]

 Ja. Dein Leben macht Sinn, weil Gott ihn dir längst zugesagt hat. So, wie du bist, machst du schon Sinn aus Gottes Perspektive.

Margot Käßmann, Die Welt verändern. Was uns der Glaube heute zu sagen hat. Edition chrismon,

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Papst Franziskus erteilt in einem Interview dem Fundamentalismus in allen Religionen eine Absage:

Keine Religion ist gegen den eigenen Fundamentalismus gefeit. In jeder Glaubensgemeinschaft gibt es Gruppen von Fundamentalisten, die es sich zur Aufgabe machen, im Namen einer Idee zu zerstören, nicht im Namen einer Wirklichkeit. Aber die Wirklichkeit steht über der Idee. Im Judentum wie im Christentum und im Islam, im Glauben dieser drei Völker, begleitet Gott sein Volk […] Unser Gott ist ein naher Gott [...] Die Fundamentalisten entfernen Gott von der Begleitung seines Volkes, sie rücken ihn ab, verwandeln ihn in eine Ideologie. Im Namen dieses ideologischen Gottes töten sie dann, greifen an, zerstören und verleumden. […] sie verwandeln diesen Gott in […] einen Götzen.“

 aus:  Radio Milenium 106,7 Argentinien 13.September 2015,

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Die Schriftstellerin Anna Tüne hat in Kalabrien Dörfer besucht, in denen Flüchtlinge ankommen und menschlich aufgenommen werden. Darüber hat sie eine Ausstellung konzipiert. Sie heißt: "Jenseits von Lampedusa - willkommen in Kalabrien" Auf einer Leinwand sieht man einen afrikanischen Flüchtling mit einem roten Smartphone. Dazu hat sie folgende Zeilen notiert:
Ganz fest halten sie ihre Handys

Wie Anker die sie ans Leben binden

Halten sie wie Heiligenbilder

Darin die Lieben in Bildern in Worten

Von dort fliegt ihr Bild zu den Lieben zurück

Jemand weiß von ihnen

Von dem auch sie wissen

Nicht ganz verloren.

aus: Anna Tüne, Verein "Courage gegen Fremdenhass" - Ausstellung "Jenseits von Lampedusa, willkommen in Kalabrien. Topographien der Menschlichkeit."

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Der Maler Vincent van Gogh schrieb unzählige Briefe an seinen Bruder Theo. Oft tauschte er sich darin auch über Fragen der Religion aus:

"Es ist ein alter Glaube, und es ist ein guter Glaube, dass unser Leben eine Pilgerreise ist - dass wir Fremdlinge auf der Erde sind, dass wir aber, wiewohl das so ist, nicht allein sind, denn unser Vater ist mit uns. Wir sind Pilger, unser Leben ist eine lange Wanderung, eine Reise von der Erde zum Himmel. [...]Für jene, die an Jesus Christus glauben, gibt es keinen Tod und keine Traurigkeit, die nicht gemischt wäre mit Hoffnung[...]Sie trauern nicht wie jene, die keine Hoffnung haben - der christliche Glaube macht aus dem Leben immergrünes Leben."

aus: Vincent van Gogh, Isleworth, 3.November 1876 in einem Brief an Theo van Gogh, aus: Leo Jansen, Hans Luijten, Nienke Bakker (Hgg.): "Manch einer hat ein großes Feuer in seiner Seele".

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Jesus erzählt ein Gleichnis über Gottes große Bereitschaft uns eine neue Chance zu geben.

Es geht um einen Sohn, der von seinem Vater sein Erbe verlangt, von zu Hause wegzieht und sein Vermögen verschleudert. Dann kommt eine Hungersnot und er entschließt sich, zu seinem Vater zurückzukehren:

"Der Vater sah ihn schon von weitem kommen und er hatte Mitleid mit ihm. Er lief dem Sohn entgegen, fiel ihm um den Hals und küsste ihn. Da sagte der Sohn: Vater, ich habe mich gegen den Himmel und gegen dich versündigt; ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu sein. Der Vater aber sagte zu seinen Knechten: Holt schnell das beste Gewand und zieht es ihm an, steckt ihm einen Ring an die Hand und zieht ihm Schuhe an. Bringt das Mastkalb her und schlachtet es; wir wollen essen und fröhlich sein. Denn mein Sohn war tot und lebt wieder; er war verloren und ist wiedergefunden worden. Und sie begannen ein fröhliches Fest zu feiern."

Aus: Die Bibel. Einheitsübersetzung. Lk, 15, 20-24

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