Manuskripte

SWR3 Worte

In einem alten Irischen Segenswort heißt es:

Möge ein Engel dir zur Seite stehen, wenn die Decke brüchig wird, wenn Stürme aufziehen und dein Lebenshaus erschüttert wird. Auf dass du bewahrt bist und unversehrt bleibst, selbst wenn um dich herum alles einstürzt.

Peter Neysters (Hg.), Mögen deine Wünsche den Himmel erreichen. Irische Segensworte für alle Anlässe

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Der polnische geistliche Schriftsteller Mieczys?aw Malinski über ein Geben ohne Gegenleistung:

Du kannst dein Zusammenleben mit den Menschen nicht nur auf das Prinzip der Gerechtigkeit gründen: soviel hast du ihnen gegeben, und soviel sind sie dir schuldig. Du musst etwas als Verlust abziehen, musst einiges erlassen, auch wenn du dafür keine Dankesworte hörst. Denke nicht, dass nur du so handelst. Schau dich um: Andere neben dir tun das gleiche.

Mieczyslaw Malinski, Brot für jeden Tag

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Die evangelische Bischöfin Margot Käßmann über Gott und Humor:

Ich lache gern! Und ich spüre immer wieder, wie Lachen befreien kann. Gott hat Humor, davon bin ich überzeugt. Wie sollte Gott sonst auf diese merkwürdige Schöpfung Mensch schauen können, die hier und her schwankt zwischen zerbrechlichem Glück und der Sehnsucht nach Seligkeit ohne Ende, zwischen Krieg und Hoffnung auf Frieden, zwischen Engagement für Gerechtigkeit und dem Unrecht, das doch überall geschieht? Immer wieder brauchen wir Humor – immer wieder auch, um nicht zu verzweifeln.

Margot Käßmann, Gut zu leben. Gedanken für jeden Tag

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Der geistliche Lehrer Henri Nouwen über den Wunsch, einem anderen etwas zu schenken:

Wenn du spontan und aus freien Stücken ein Geschenk machen möchtest, frag dich nicht, warum und wieso. Sag dir nicht: „Vielleicht mache ich dieses Geschenk nur, um selber etwas zu erhalten. …“ Vertrau deiner Eingebung. Lass deinen Freunden die Freiheit, so zu reagieren, wie sie möchten und können. Lass sie ebenso frei entgegennehmen, wie du frei gibst. So wirst du fähig werden, wirkliche Dankbarkeit zu empfinden.

Henri Nouwen, Die innere Stimme der Liebe

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Der Jesuit Klaus Mertes erinnert in einem Streitgespräch über Religion und Gewalt an den Ursprung des Christentums:

Die Antwort des Christentums auf die Frage nach der Gewalt ist, dass es ein Gewaltopfer in den Mittelpunkt der eigenen Religiosität stellt. Jesus. Die Antwort auf das Gewaltproblem ist der Gekreuzigte. Das ist eine radikale Botschaft! Wenn wir uns mit einem gewaltlosen Opfer von Gewalt … identifizieren, was heißt das dann? Liegt dann nicht im … Kern der Religion die Kraft zur Überwindung jedweder Gewalt?

Klaus Mertes in einem Streitgespräch, Religion in Zeiten des Terrors, in: Publik-Forum Heft 14 (2017)

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Die Theologin und Politikerin Antje Vollmer sagt über Politik mit christlichem Anspruch:

Wer als Politiker Christ ist, muss nachdenken über politischen Pazifismus. Das heißt: Er muss nachdenken, ob die Art seiner Reaktion die Gewalt vergrößert oder verringert. Ob er Ohnmachtsgefühle vergrößert oder verringert. Das ist eine entscheidende Frage.

Antje Vollmer in einem Streitgespräch, Religion in Zeiten des Terrors, in: Publik-Forum Heft 14 (2017)

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Der Pastor der Hamburger St.-Pauli-Kirche macht sich nach den Krawallen beim G20-Gipfel Gedanken über die Menschenwürde auf beiden Seiten: Bei Polizisten wie Demonstranten.

Zum christlichen Menschenbild gehört doch, dass der Mensch jemand ist, der eben nicht nur etwas darstellt, besitzt, eine Rolle spielt. Jeder Mensch hat eine Würde, abgesehen von aller Ehre, mit der Menschen ihn behängen, oder auch von aller Ehre, die sie ihm nehmen. Das müssen wir ins Gespräch bringen, es kann ein Ausweg sein aus diesem Abarbeiten an Klischees.

Pastor Sieghard Wilm in einem Interview, in: Publik-Forum Heft 14 (2017)

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