Manuskripte

SWR3 Worte

In dem neuen Kinofilm „Glaubensfrage“ spielt Meryl Streep eine Nonne.
Über ihren eigenen Glauben sagt Meryl Streep:

„Ich selber bin kein kirchlicher Mensch.
Aber ich kann durchaus nachvollziehen,
dass Glaubensgrundsätze vielen Leuten Sicherheit und Trost geben.
Aber Religionen waren mir stets suspekt,
weil sie gewissermaßen Mauern zwischen sich errichten,
die uns voneinander trennen.
Darum verwahre ich mich gegen den lächerlichen Vorwurf,
man könne seinen Kindern den Sinn des Lebens nicht vermitteln,
wenn man nicht Mitglied einer Kirche, eines Tempels,
einer Synagoge oder eines Ashrams wäre.
Ich habe größte Ehrfurcht vor dem Wunder des Lebens,
und ich würde mich als zutiefst moralischen Menschen bezeichnen.“

Meryl Streep im Gespräch mit Marco Schmidt;
in: Beilage zur FAZ Nr. 26 vom 31.01.09


https://www.kirche-im-swr.de/?m=6017
„Lieben heißt:
Von ganzem Herzen ´Ja` sagen zu einem anderen Menschen.
Ein ´Ja` so feierlich,
dass sogar das Alltägliche ein kleines Fest wird.
Ein ´Ja` so vertraut,
dass auch Fremdes und Neues darin Einlass finden können.
Ein ´Ja` so klar,
dass selbst der Zweifel ihm nicht schaden kann.
Lieben heißt:
Von ganzem Herzen ´Ja` sagen zu einem anderen Menschen –
beinahe so wie Gott.“

Aus einem Liebesbrief
Zitiert nach einer Kunst-Postkarte aus der Grafik-Werkstatt-Bielefeld

https://www.kirche-im-swr.de/?m=6016
Heute ist Christi Himmelfahrt.
Dieses Fest bedeutet: Christus ist überall auf der Welt spürbar.
Henning Krautmacher, Chef der Kölner Karnevals-Band „Die Höhner“,
sieht das ganz ähnlich:

„Die Kirche gehört bei uns in Köln einfach dazu.
Nicht umsonst ist der Dom in der Stadtmitte
gegenüber von McDonald´s so groß gebaut worden.
Die Frömmigkeit spielt bei uns immer wieder eine große Rolle,
nicht nur unterschwellig.
Ein Engelchen oder der liebe Gott
kommen in ganz vielen Songs vor.
Das ist einfach so.
Da müssen wir uns nicht groß verstellen oder reinoperieren –
der liebe Gott ist einfach allgegenwärtig.“

Henning Krautmacher im Gespräch mit Michael Defrancesco;
in: Journal-Beilage im Bonner General-Anzeiger vom 11.04.09

https://www.kirche-im-swr.de/?m=6015
„Lieben heißt:
Von ganzem Herzen ´Ja` sagen zu einem anderen Menschen.
Ein ´Ja` so groß,
dass auch ein paar ´Neins` darin Platz finden.
Ein ´Ja` so mutig,
dass auch die Angst ihm nichts anhaben kann.
Ein ´Ja` so verständnisvoll,
dass selbst das Unverständliche darin Platz findet.
Lieben heißt:
Von ganzem Herzen ´Ja` sagen zu einem anderen Menschen –
beinahe wie Gott.“

Aus einem Liebesbrief
Zitiert nach einer Kunst-Postkarte aus der Grafik-Werkstatt-Bielefeld

https://www.kirche-im-swr.de/?m=6014
Bernhard von Clairvaux, ein Theologe aus dem 11. Jahrhundert,
schrieb mal einem Freund:

„Wo soll ich anfangen?
Am besten bei deinen zahlreichen Beschäftigungen,
denn ihretwegen habe ich am meisten Mitleid mit dir.
Ich fürchte, dass du, eingekeilt in deine zahlreichen Beschäftigungen,
keinen Ausweg mehr siehst und deshalb den Sinn verlierst.
Es ist viel klüger,
du entziehst dich von Zeit zu Zeit deinen Beschäftigungen,
als dass sie dich wegziehen
und dich nach und nach an einen Punkt führen,
an dem du nicht landen willst.
Du fragst, an welchen Punkt?
An den Punkt, wo dein Herz anfängt, hart zu werden.
Frage jetzt nicht weiter, was damit gemeint ist:
Wenn du jetzt nicht erschrickst,
ist dein Herz schon so weit.“

Zitiert nach: Werkstatt für Liturgie und Predigt 11/2008
https://www.kirche-im-swr.de/?m=6013
Wolfgang Niedecken ist der Chef der Kölner Kultgruppe „BAP“.
Auf ihrem neuen Album „Radio Pandora“ geht es auch um Religion.

„Den Religionen mangelt es an Respekt.
Statt Toleranz und Verständnis zu üben,
hetzen Extremisten die Menschen gegenseitig auf.
Wir leben in einer globalisierten Welt.
Da hängt alles mit allem zusammen.
In allen Winkeln der Welt können Menschen ins Internet
und Fernsehen empfangen und sehen,
wie anderswo mit ihrer Religion und Kultur umgegangen wird.
Deshalb sind Anstand, Würde und Respekt
extrem wichtige Werte.“

Wolfgang Niedecken im Gespräch mit Anja Martin;
in: dieGesellschafter.de Nr. 15 aus dem März 2009

https://www.kirche-im-swr.de/?m=6012
Ein Topf, ein Gott, ein Gebet
An diesem Sonntag geht es in den Kirchen um das Thema Beten.
Henning Krautmacher, Chef der Kölner Karnevals-Band „Die Höhner“,
meint dazu:

„In der Mitte des Tisches stand der große Suppentopf.
Und der Vater war der Erste, der essen durfte.
Der gab dann den Löffel weiter.
Und wenn er starb, durfte der älteste Sohn als erster essen.
Früher haben die Leute also aus einem Topf zusammen gegessen,
und man hat zu einem Gott gebetet.
Das ist das größtmögliche Zusammengehörigkeitsgefühl:
Man sitzt um einen Tisch,
isst mit einem Löffel aus einem Topf
und betet zu einem Gott.“

Henning Krautmacher im Gespräch mit Michael Defrancesco;
in: Journal-Beilage im Bonner General-Anzeiger vom 11.04.09

https://www.kirche-im-swr.de/?m=6011