Manuskripte

SWR2 Lied zum Sonntag

(GL 218 / EG 1)

Das klingt nach Advent. Ich sehe gleich Blechbläser auf einem Weihnachtsmarkt vor mir. Diese Musik hört sich nach Winter und nach kalten Temperaturen an.

Aber nicht nur. Für mich klingt das Lied von heute Morgen auch nach Sommer. „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit.“ Bei diesen Worten denke ich an unsere Terassentür, die im Sommer bei uns oft offen steht. Wenn es draußen warm ist, fühlt sich vieles irgendwie leichter und weiter an. Und wenn unsere Tür offen steht, haben wir viel mehr Besuch. Dann kommt zum Beispiel die Nachbarin, die im Garten gegenüber arbeitet, auf einen Kaffee vorbei, oder meine Mutter, die gleich nebenan wohnt. Das gefällt mir im Sommer: wenn unsere Tür offen steht, haben wir viel mehr Gäste.

Im Adventslied von heute soll auch ein Gast kommen: Jesus. Und die passende Tür dazu, die soll auch aufgemacht werden.

 

         Macht hoch die Tür, die Tor macht weit.

         Es kommt der Herr der Herrlichkeit.

         Ein König aller Königreich,

         ein Heiland aller Welt zugleich,

         der Heil und Leben mit sich bringt;

         derhalben jauchzt mit Freuden singt.

         Gelobet sei mein Gott, mein Schöpfer reich an Gnad. (Rundfunkchor Berlin)

 

„Macht hoch die Tür“ ist ein altes Adventslied. Georg Weißel hat den Text vor knapp 400 Jahren geschrieben. Er breitet darin ein entsprechend altes, traditionelles Bild von Jesus aus. Es ist das Bild von Jesus, dem König. Dieser König ist der besondere Gast, der erwartet wird: ein Gast mit Königreich und Krone, und mit Regierungszepter.

Für mich heute ist dieses Bild vom König fremd. Ein König ist so weit weg. Das passt für mich nicht zu Jesus. Ich glaube nämlich, dass Jesus meine Nähe sucht. Nicht aufdringlich oder erzwungen. Eher so wie ein angenehmer Gast, den ich gerne bei mir in der Wohnung habe. Den ich gern durch die offene Terassentür hereinbitte und einlade ein bisschen dazubleiben. 

Natürlich ist mein Bild von Jesus, der wie ein Gast mit mir am Tisch sitzt, auch nur ein Bild. Aber für mich passt es. Denn ich bin überzeugt, dass ich mit jedem Gast, den ich habe, etwas von Jesus erfahren kann. Jedenfalls eröffnen sich mir oft neue Perspektiven, wenn ich mich mit jemandem gut unterhalten kann. Wenn mir jemand aufmerksam zuhört und wir respektvoll miteinander reden. Ich kann in so einem Gespräch den Heiligen Geist spüren.

Aus der Bibel kenne ich die Erzählung von Jesus und Zachäus. Zunächst beobachtet Zachäus Jesus aus sicherer Distanz. Aber dann wird er von Jesus angesprochen. Jesus sagt zu ihm: „Zachäus, ich muss heute bei dir zu Gast sein.“ Zachäus nimmt Jesus dann mit zu sich nach Hause. Wie das Gespräch der beiden verlaufen ist, weiß niemand, aber Zachäus hat danach sein Leben verändert. Und zwar zum Guten hin.

Das Adventslied hat das auch zum Ziel. Es bringt in der letzten Strophe auf den Punkt: mein Leben kann sich zum Guten hin verändern, wenn Jesus mein Gast ist.

        

         „Komm o mein Heiland, Jesus Christ,

         mein Herzenstür dir offen ist.

         Ach, zieh mit deiner Gnade ein,

         Dein Freundlichkeit auch uns erschein.

         Dein Heilger Geist uns führ und leit

         den Weg zur ewgen Seligkeit.

         Dem Namen dein, o Herr.

         Se ewig Preis und Ehr.“                  

 

 

Musiken:

         Semper Brass Dresden, Archivnummer: M0366695(AMS)

         Rundfunkchor Berlin, Simon Halsey, Archivnummer: M0366696(AMS)

         Christine Busch (Violine), Kay Johannsen (Orgel), Archivnummer: M0348457

         Schwesterhochfünf, Archivnummer: M0518096(AMS)

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