Manuskripte

SWR3 Worte

Christel und Rupert Neudeck haben den Verein „Cap Anamur“ gegründet. Ein Verein zur Rettung von schiffsbrüchigen Flüchtlingen. Christel Rupert über ihre Motivation bei der Arbeit: 

„Mir ist es ganz unmöglich mich „aufzuopfern“. Leute, die sich aufopfern wollten, haben wir auch nicht bei uns eingestellt, denn die sind schon nach drei Wochen völlig k.o. von der ganzen Opferei. Ich bin der festen Auffassung, dass man eine Arbeit nur gut macht, wenn sie meistens Freude macht – immer geht das natürlich nicht. Es ist wichtig seine Grenzen zu kennen. Und sich nicht immer wieder selbst beweisen zu müssen, wie toll man alles schafft.“ 

Quelle: Publik Form Nr.6., Interview mit Christel und Rupert Neudeck, S. 43.

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Marina Keegan war Studentin am amerikanischen Elite-College in Yale. Sie hat die Abschlussrede ihres Jahrgangs gehalten. Wenige Tage danach ist sie gestorben. In ihrer Rede hat gesagt: 

 

„Wir dürfen nicht vergessen, dass uns immer noch alles offensteht. Wir können es uns anders überlegen. Von vorn anfangen. Ein Masterstudium machen oder es mit dem Schreiben probieren. Die Vorstellung, dass es für etwas zu spät ist, erscheint mir komisch. Zum Totlachen. Wir sind mit dem College fertig. Wir sind so jung. Wir können, wir dürfen dieses Gefühl der Möglichkeit nicht verlieren, denn letztlich ist es alles, was wir haben.“

 

 

Quelle: Marina Keegan, Das Gegenteil von Einsamkeit. 3. Aufl. Fischer Verlag Frankfurt 2015, S. 30.

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Die amerikanische Studentin Marina Keegan wurde nur 22 Jahre alt. Wenige Tage nach ihrem College-Abschluss ist sie tödlich verunglückt. In einem ihrer Gedichte schreibt sie: 

„Willst du schon gehen?

Nein, ich wünsche mir viel Zeit, um mich in alles zu verlieben…

Und ich weine, weil alles so schön ist und so kurz.“

 

Quelle: Marina Keegan, Das Gegenteil von Einsamkeit. 3. Aufl. Fischer Verlag Frankfurt 2015, S. 7.

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Die junge Autorin Marina Keegan in ihrem Buch „Das Gegenteil von Einsamkeit“. 

 „Wir haben kein Wort für das Gegenteil von Einsamkeit, aber wenn es eins gäbe, könnte ich sagen, genau das will ich im Leben. (…)

Es ist nicht ganz Liebe und nicht ganz Gemeinschaft; es ist einfach dieses Gefühl, dass da Leute sind, (…) die alle an einem Strang ziehen. Die auf deiner Seite sind. Wenn die Rechnung bezahlt ist und du noch am Tisch bleibst. Wenn es vier Uhr nachts ist und niemand ins Bett geht. Der Abend mit der Gitarre. Der Abend mit dem Filmriss. All das, was wir zusammen erlebt und gesehen haben, worüber wir gelacht haben, was uns bewegt hat.“ 

Quelle: Marina Keegan, Das Gegenteil von Einsamkeit. 3. Aufl. Fischer Verlag Frankfurt 2015, S. 27.

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Der amerikanische Schriftsteller Elie Wiesel hat einen Tipp fürs richtige Entscheiden. Er sagt: 

„Wenn ihr nicht wisst, ob euer Tun richtig ist, so fragt euch, ob ihr dadurch den Menschen näherkommt. Ist das nicht der Fall, dann wechselt schleunigst die Richtung, denn was euch den Menschen nicht näher bringt, das entfernt euch von Gott.“ 

Quelle:

Bibel heute, Heft 1/2016, 52. Jahrgang, Zeitschrift des katholischen Bibelwerks e.V. Stuttgart, S. 15.

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Im März ist der Sänger Roger Cicero plötzlich gestorben. In einem Interview hat er übers Sterben gesprochen. Er hat gesagt: 

„Ich finde, Tod und Trennung gehören einfach dazu. So etwas passiert. (…D)as Leben gibt vor, dass es irgendwann zu Ende ist. Wann das ist, weiß niemand so recht. Wir bilden uns immer ein, dass wir das steuern und lenken könnten, aber das können wir nicht. Und ich finde es unglaublich wichtig, sich von dieser Illusion zu verabschieden, weil ich glaube, erst dann ist es möglich, sich vollständig auf das Leben einzulassen. (…) Ich will keine Angst schüren, sondern ganz im Gegenteil: Ich will damit Mut machen, sich auf Dinge einzulassen und sie bewusst zu erleben.“ 

Quelle:

Online unter: http://www.fr-online.de/leute/interview-mit-roger-cicero--ich-will-mut-machen--sich-auf-dinge-einzulassen-,9548600,27009168.html

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Rupert Neudeck hat den Verein „Cap Anamur“ gegründet. Ein Verein zur Rettung von schiffsbrüchigen Flüchtlingen. Er kommentiert Angela Merkels Satz „Wir schaffen das.“: 

„Es ist ein Satz, der Zuversicht ausdrückt. Eine Zuversicht, ohne die es nicht geht. Skeptiker haben die Welt noch nie gerettet. Wer sagt, dass wir es schaffen, schafft damit erst die Grundlage dafür, dass wir es schaffen können.“

 

Quelle: Publik Form Nr.6., Interview mit Christel und Rupert Neudeck, S. 42.

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