Manuskripte

SWR3 Worte

Papst Franziskus über den Zusammenhang von Entschleunigung und Ökologie:

Viele Menschen spüren eine tiefe Unausgeglichenheit, die sie dazu bewegt, alles in Höchstgeschwindigkeit zu erledigen, um sich beschäftigt zu fühlen, in einer ständigen Hast, die sie wiederum dazu führt, alles um sie herum zu überfahren. Das wirkt sich aus auf die Art, die Umwelt zu behandeln. Eine ganzheitliche Ökologie beinhaltet auch, sich Zeit zu nehmen, um den ruhigen Einklang mit der Schöpfung wiederzugewinnen, um über unseren Lebensstil und unsere Ideale nachzudenken, um den Schöpfer zu betrachten, der unter uns und in unserer Umgebung lebt, und dessen Gegenwart „nicht hergestellt, sondern entdeckt, enthüllt werden“ muss.

Papst Franziskus „Laudato si‘ – Enzyklika Gelobt seist du mein Herr“

https://www.kirche-im-swr.de/?m=20360

Mit diesen Worten lädt Papst Franziskus alle Menschen, die an einen Gott glauben, ein für unsere Erde zu beten:

Allmächtiger Gott, der Du in der Weite des Alls gegenwärtig bist und im kleinsten Deiner Geschöpfe, der Du alles was existiert mit Deiner Zärtlichkeit umschließt, gieße uns die Kraft Deiner Liebe ein, damit wir das Leben und die Schönheit hüten. Überflute uns mit Frieden, damit wir als Brüder und Schwestern leben und niemandem schaden.
Gott der Armen, hilf uns die Verlassenen und Vergessenen dieser Erde, die so wertvoll sind in Deinen Augen, zu retten. Heile unser Leben, damit wir Beschützer der Welt sind und nicht Räuber, damit wir Schönheit säen und nicht Verseuchung und Zerstörung. Rühre die Herzen derer an, die nur Gewinn suchen auf Kosten der Armen und der Lehre uns, den Wert von allen Dingen zu entdecken und voll Bewunderung zu betrachten; zu erkennen, dass wir zutiefst verbunden sind mit allen Geschöpfen auf unserem Weg zu Deinem unendlichen Licht.                                                  Danke, dass Du alle Tage bei uns bist. Ermutige uns bitte in unserem Kampf für Gerechtigkeit, Liebe und Frieden.

 Papst Franziskus „Laudato si‘ – Enzyklika Gelobt seist du mein Herr“

https://www.kirche-im-swr.de/?m=20359

Papst Franziskus darüber wie christliche Spiritualität zum Umweltbewusstsein beitragen kann:

Die christliche Spiritualität schlägt ein anderes Verständnis von Lebensqualität vor und ermutigt zu einem prophetischen und kontemplativen Lebensstil. Ein Lebensstil, der fähig ist, sich zutiefst zu freuen, ohne auf Konsum versessen zu sein. Es ist wichtig, eine alte Lehre anzunehmen, die in verschiedenen Religionen und auch in der Bibel vorhanden ist. Es handelt sich um die Überzeugung, dass „weniger mehr ist“. Die ständige Anhäufung von Möglichkeiten zum Konsum lenkt das Herz ab und verhindert jedes Ding und jeden Moment zu würdigen.

 Papst Franziskus „Laudato si‘ – Enzyklika Gelobt seist du mein Herr“

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Papst Franziskus über den Zusammenhang von Umweltbewusstsein und unserem Sinn für Schönheit:

Auf die Schönheit zu achten und sie zu lieben, hilft uns, aus diesem Nutzbarkeitszwang herauszukommen. Wenn jemand nicht lernt inne zu halten, um das Schöne wahrzunehmen und zu würdigen, ist es nicht verwunderlich, dass sich für ihn alles in einen Gegenstand verwandelt, den er gebrauchen oder skrupellos missbrauchen kann.

Papst Franziskus „Laudato si‘ – Enzyklika Gelobt seist du mein Herr“

 

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Papst Franziskus über unsere persönlichen Möglichkeiten die Umwelt zu schonen:

Zum Beispiel kein Plastik oder Papier verwenden, nicht so viel Wasser verbrauchen, den Abfall trennen, nur so viel kochen wie man vernünftigerweise essen kann, die anderen Lebewesen sorgsam behandeln, öffentliche Verkehrsmittel benutzen oder ein Fahrzeug mit mehreren Personen teilen, Bäume pflanzen oder unnötiges Licht ausschalten. All das gehört zu einer großherzigen und würdigen Kreativität, die das Beste des Menschen hervorbringt. Etwas aus tiefen Beweggründen wiederzuverwerten, anstatt es schnell wegzuwerfen, kann eine Handlung der Liebe sein, die unsere Würde zum Ausdruck bringt.

Papst Franziskus „Laudato si‘ – Enzyklika Gelobt seist du mein Herr“

 

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Papst Franziskus in seiner Umweltenzyklika über unsere ökologische Verantwortung gegenüber den kommenden Generationen:

Wenn wir an die Situation denken, in der unser Planet den kommenden Generationen hinterlassen wird, treten wir in eine andere Logik ein. In die Logik des freien Geschenks. Eines Geschenks, das wir empfangen und weitergeben. Wenn die Erde uns geschenkt ist, dann können wir sie nicht mehr von ihrem Gebrauchswert, ihrer Effizienz und ihrem Nutzen für uns sehen. Sondern aus einer Perspektive der Gerechtigkeit. Denn die Erde, die wir empfangen haben, gehört auch denen, die erst noch kommen. 

Papst Franziskus „Laudato si‘ – Enzyklika Gelobt seist du mein Herr“

 

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Papst Franziskus über den Sonntag:

Dieser Tag kündet „die ewige Ruhe des Menschen in Gott“ an… Der Mensch neigt dazu das besinnliche Nichtstun für unfruchtbar und unnötig zu halten. Dabei vergisst er aber, dass man so dem was man tut das Wichtigste nimmt: seinen Sinn. Wir sind berufen, eine Haltung der Empfänglichkeit und der Unentgeltlichkeit einzunehmen, die etwas anderes ist als ein bloßes Nichtstun. Es handelt sich um eine andere Art des Tuns, die einen Teil unseres Wesens ausmacht. Dadurch wird das menschliche Handeln nicht nur vor leerem Aktivismus bewahrt, sondern auch vor zügelloser Unersättlichkeit und dem abgeschotteten Bewusstsein, das nur den eigenen Vorteil sucht.

Papst Franziskus „Laudato si‘ – Enzyklika Gelobt seist du mein Herr“

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