Manuskripte

SWR3 Worte

Was im Leben ist wirklich wichtig?
Dazu der Schriftsteller und Nobelpreisträger Hermann Hesse:

„Ich bin ein alter Mann, aber ich habe die Jugend gern.
Doch für alte Leute gibt es nur eine interessante Frage:
die Frage nach dem Geist und nach dem Glauben,
also die Suche nach etwas, das sich wirklich bewährt
und auch dem Leiden und dem Tod gewachsen ist.
Das ist übrigens auch für die heutige Jugend einmal die letzte Aufgabe:
dem Leiden und dem Tod gewachsen sein.“

Zitiert nach:Hermann Hesse, „Mit der Reife wird man immer jünger“,
Suhrkamp-Verlag, Frankfurt/Main 142014, S.51

https://www.kirche-im-swr.de/?m=18087

Wofür steht in unserer Gesellschaft die evangelische Kirche?
Der Jurist und ehemalige Verfassungsrichter Udo Di Fabio meint:

„Man sollte erkennen,
wie viel unsere Gesellschaft der Reformation verdankt.
Das Beharren auf Glaubensfreiheit ist ein zentraler Punkt der Reformation.
Dazu gehört auch die Idee von persönlicher Entfaltung und Rechtsgleichheit – und das Beharren auf Menschenwürde und Gleichheit vor dem Gesetz.
Mit der Reformation wurde der Geist von Freiheit und Verantwortung
in der Theologie und in der Politik wirksam – und das bis heute.“

Aus: Prof.Dr. Udo Di Fabio, „Kompass für die Welt“;
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung Nr.93 vom 22.04.14, S.7

https://www.kirche-im-swr.de/?m=18086

Der Liedermacher Konstantin Wecker ist gegen die Todesstrafe:

„Also vorab muss ich sagen,
dass ich es als großes Geschenk empfinde,
dass man seinen genauen Todeszeitpunkt nicht kennt.
Das wäre für mich die größte denkbare Folter überhaupt.
Nicht zuletzt deswegen finde ich die Todesstrafe völlig inakzeptabel,
mal ganz abgesehen davon,
dass es auch regelmäßig Unschuldige erwischt.“

Zitiert nach: Konstantin Wecker, Das Geplapper des Verstandes ausschalten;
in: Magazin „Cicero“ Nr.2/2011, Ringier-Publishing-GmbH Berlin, S.129

https://www.kirche-im-swr.de/?m=18085

Wie kann ich beten?
Am besten ganz ohne Worte, meint der Schriftsteller Kurt Marti

„Da Gott ja schon alles weiß,
mag ich nicht mehr beten wie früher
mit vielen Worten.
Jetzt atme ich einfach tief ein;
und ich atme tief wieder aus.
Und ich glaube, dass Gott darüber lächelt.“

Zitiert nach: Impulskarte der „Malteser-Klinik von Weckbecker“, 97769 Bad Brückenau
(ohne weitere Quellenangabe)

https://www.kirche-im-swr.de/?m=18084

Sie kommt aus sehr schwierigen sozialen Verhältnissen
und sie ist schon ihr ganzes Leben lang krank.
Trotzdem glaubt Sonia Sotomayor, Richterin am obersten Gericht der USA, an Gott:

„In Situationen, die extrem anstrengend und herausfordernd sind,
wende ich mich an Gott und sage: Bitte hilf mir!
Ich habe seit meiner Kindheit Diabetes
und kann ohne meine Insulinspritzen nicht leben.
Ich könnte Gott vorwerfen, dass ich Diabetes habe;
aber das wäre überflüssig, schließlich hat er uns so gemacht.
Es gab Situationen, wo ich an dieser Krankheit hätte sterben können,
aber ich wurde immer gerettet.
In solchen Momenten habe ich das Gefühl,
dass es einen Gott gibt: etwas, das größer ist als wir – und das mir hilft!“

Zitiert nach: „Gerade wenn du wütend bist, musst du dich in den anderen einfühlen“,
Sonia Sotomayor im Gespräch mit Dirk von Nayhauß; in: Magazin „Chrismon“ Nr.7/2014,
Hansisches Druck- und Verlagshaus, Frankfurt/Main, S.28.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=18083

Gott begleitet uns auch im Tod -
glaubt Fernseh-Moderator Reinhold Beckmann:

„Ich habe irgendwie eine Vorstellung,
dass Gott, also etwas großes Ganzes da ist, das alles zusammenhält.
Deshalb habe ich auch die Hoffnung,
dass nach dem Leben auch der Tod auf seine Art
ein weiteres Abenteuer ist.
Ich bin mir da nicht so sicher,
aber ich würde es mir wünschen.
Lasst es bitte irgendwie ein schönes, gutes Ende nehmen
und ein letztes, sanftes Abenteuer sein!“

Zitiert nach: „An manchen Tagen bist du beschützt“, Reinhold Beckmann im Gespräch mit Dirk von Nayhauß;in: Magazin „Chrismon“ Nr.6/2014,Hansisches Druck- und Verlagshaus, Frankfurt/Main, S.46.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=18082

Der brasilianische Fußballspieler Neymar
sagte nach der verlorenen Fußball-Weltmeisterschaft:

„Wir haben zusammen begonnen,
und wir haben zusammen verloren.
Aber Niederlagen gehören zum Leben.
Wir haben daraus gelernt.
Wir reden mit Gott darüber.
Der weiß alles.
Wir sind gescheitert,
aber wir dürfen nicht aufhören,
zu laufen und zu glauben.“

In: Magazin „Der Spiegel“ Nr.29 vom 14.07.14, S.98

https://www.kirche-im-swr.de/?m=18081