Manuskripte

SWR3 Worte

Wenn der 15jährige Carl über Gott nachdenkt, klingt das so:
„Meiner Meinung nach gibt es in dieser Welt zwei Ebenen.
Die eine ist die, in der wir leben. Man kann sie sehen und durch Mathematik und andere Wissenschaften erklären.
Um auf die andere Ebene zu gelangen, benötigt man eine Leiter. Auf dieser Ebene gibt es Sachen, die wir nur erahnen können. Für Menschen, die diese Leiter nicht zur Verfügung haben, existiert diese Ebene einfach nicht. Sie ist für sie unsichtbar, nicht erklärbar und nicht vorstellbar. Aber von dieser höheren Ebene kommen Momente des Glücks.

Carl (15 Jahre), nur mit Vornamen bekannt
Uwe Wolff, Kinderbriefe an den Schützengel. Gütersloh (Gütersloher Verlagshaus) 2006, S. 29.

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Wir können Gott nicht sehen. Aber spüren, nur für einen Moment, das geht, meint die Religionspädagogin Christine Reents.
„Manchmal geschieht es,
dass Menschen gut zu anderen sind und für sie sorgen.
Da zeigt sich etwas von Gott.
Manchmal geschieht es,
dass Menschen einen Streit beenden
und sich wieder lieb haben.
Da zeigt sich etwas von Gott.
Manchmal geschieht es,
dass Menschen sich einsetzen für Schwächere,
denen Unrecht geschieht.
Da zeigt sich etwas von Gott."

Christine Reents: Gott handelt
Kursbuch Religion elementar 9/10, hrsg. von Wolfram Eilerts und Heinz-Günther Kübler, Calwer Verlag Stuttgart und Bildungshaus Schulbuchverlage Westermann, Schroedel Diesterweg Schöningh Winklers GmbH, Braunschweig 2006, S. 83.

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Beten kann vieles leichter machen - auch schon am frühen Morgen. Bei der Schweizer Psychotherapeutin Sabine Naegeli klingt das so:
„Im Morgengrauen,
wenn die Gedanken noch voller Nacht sind,
lass mich vor Dir sein, mein Gott.
Wenn die Müdigkeit nicht von mir weichen will
und schon der Tag mir unerbittlich seine Fragen stellt,
lass mich spüren, dass Du bei mit bist.
Dir vertraue ich mich an."

Sabine Naegeli: Bei Tagesanbruch
Evangelisches Gesangbuch, Ausgabe für die Evangelische Landeskirche in Württemberg, Stuttgart (Gesangbuchverlag GmbH) 1996, S. 1202.

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Da halt ich mich raus! So sagen manche und denken, sie wären neutral. Der Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu ist anderer Meinung:
"Wer angesichts ungerechter Zustände neutral bleibt, steht längst auf der Seite der Unterdrücker. Hat ein Elefant seinen Fuß auf dem Schwanz einer Maus stehen, und Du sagst, Du seiest ein neutraler Beobachter, wird die Maus Deine Neutralität nicht schätzen!"

Desmond Tutu: Frieden stiften
Kursbuch Religion elementar 9/10, hrsg. von Wolfram Eilerts und Heinz-Günther Kübler, Calwer Verlag Stuttgart und Bildungshaus Schulbuchverlage Westermann, Schroedel Diesterweg Schöningh Winklers GmbH, Braunschweig 2006, S. 139

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Wie kann ich glücklich werden?
Das fragt ein Mann, der sich alle Reichtümer erarbeitet hat.
Jesus antwortet:
„Du hast bis jetzt Dein ganzes Leben an deine Arbeit und deinen Besitz gehängt.
Um von den ständigen Sorgen loszukommen,
wie Du Deinen Besitz zusammenhalten kannst,
wie Du Deine Arbeit einteilst,
wie Du deine Arbeiter beaufsichtigen kannst
- dafür musst Du loslassen.
Gib weg von dem, was Du hast. Trenn Dich von dem, was Dir wichtig ist. Und gib denen, die etwas brauchen.
Hilf anderen Menschen. Dann wirst Du erfahren, was wahres Glück bedeutet."

Die Bibel; Der reiche Mann und Jesus, Lukas 18, 18-22
Zitiert nach: Kursbuch 8/9. Religion elementar, hrsg. von Wolfram Eilerts und Heinz-Günther Kübler, Calwer Verlag Stuttgart und Bildungshaus Schulbuchverlage Westermann, Schroedel Diesterweg Schöningh Winklers GmbH, Braunschweig 2006, S. 15.

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„In jedem Menschen ist etwas Kostbares,
das, was ihn besonders ausmacht und das in keinem anderen ist.
Was aber in einem Menschen »kostbar« ist, kann er nur entdecken,
wenn er sein stärkstes Gefühl, seinen zentralen Wunsch,
das in ihm, was sein Innerstes bewegt,
wahrhaft erfasst."

Der Religionsphilosoph Martin Buber
In: Der Weg des Menschen nach chassidischer Lehre, Heidelberg (Verlag Lambert Schneider) 11. Auflage 1994, S. 20.

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Eine verfahrene Situation, es geht nicht voran, weder vorwärts noch rückwärts. Jochen Rieß hat das als Entwicklungshelfer in Kenia und Südafrika erlebt. Er empfiehlt:
"Verlier nicht die Geduld [...und] gebrauche Deine Kraft.
Denn wer was Neues schafft, der lässt uns hoffen.
Geh auf den anderen zu.
Zum Ich gehört ein Du, um Wir zu werden.
Leg Deine Rüstung ab.
Weil Gott uns Frieden gab,
kannst Du ihn wagen.

Jochen Rieß: Die Erde ist des Herrn.
In: Evangelisches Gesangbuch, Ausgabe für die Evangelische Landeskirche in Württemberg, Stuttgart (Gesangbuchverlag GmbH) 1996, Nr. 659, S. 1191.

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