Manuskripte

SWR3 Worte

Heute ist der Welttag der Menschenrechte. Warum wir Menschen aufrecht stehen können - dazu ein Text von Andrea Schwarz.

„Aufgrund unseres Glaubens können wir stehen, können wir zu Gott stehen - weil Gott zu uns steht. Das Stehen ist Ausdruck davon, dass Gott uns aufrichtet. Wir brauchen uns vor Gott nicht klein zu machen, nicht im Dreck zu liegen, wir dürfen zu uns stehen. Damit wird das Stehen auch zu einem Zeichen der Auferstehung."

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„Du bist ein wunderbarer Mensch. Hat dir das noch keiner gesagt? In deinem Innersten bist du einmalig, unverwechselbar. Von Ewigkeit zu Ewigkeit wird keiner so sein wie du. Unter der Oberfläche deines Bewusstseins stößt du auf das Wunder, das du selbst bist."

Ein Text des belgischen Ordenspriesters und Autors Phil Bosmans.

 

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Im Adventskalender des Andere-Zeiten-Verlags  kam vor ein paar Tagen die Mutter Jesu, Maria, selbst zu Wort. Auf ihrem Weg auf Weihnachten zu, sagt sie:

„Ein Kind? Ich? Das kann doch nicht sein. Mir schwirrt der Kopf. Wie soll das gehen? Da war diese Nachricht. Ohne Frage. Ohne Wahl. Ich soll ein Kind bekommen, ein besonderes Kind. Gottes Sohn. Was heißt das eigentlich - Menschensohn? Und ich soll die Mutter sein! Ich kann es nicht glauben. Dabei war alles geplant: Josef und ich, unser Leben, unser Dorf. Und nun? Was soll ich nur Josef sagen, wie es den anderen erklären? Alles wird anders, ganz anders. Ich kann es nicht verstehen, mein Herz kann es nur fühlen. Gott hat einen Plan mit mir. Er traut ihn mir zu. „Fürchte dich nicht." Die Worte hallen nach, breiten sich aus. Neues wird möglich. Ja."

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 Ein Gebet des anglikanischen Bischofs und Friedensnobelpreisträgers Desmond Tutu.

„Lieber Gott, wenn ich Unrecht tue, hilf mir meinen Fehler zu sehen. Und wenn ich Recht habe, hilf mir bitte, dass man mich ausstehen kann."

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„Aus dem Alter bist du raus, hast du dir gesagt und deine Freundin prompt zum Heulen gebracht. Sie wollte dir deinen Stiefel füllen mit Pfeffernüssen und natürlich einem Schokoladenikolaus. Du hättest mitspielen sollen und den Stiefel am Abend vor die Tür stellen. Das wäre alles gewesen. Nun gab´s keinen Stiefel, keinen Nikolaus, nur miese Stimmung, Tränen und Vorwürfe.

Junge, Junge, ich schreib dir schnell, ich, Sankt Nikolaus, einer der Promis im Himmel. Ach, du vorweihnachtlicher Spielverderber. Ich mag mein Fest. Ich mag alle, die sich verkleiden, den Sack füllen und losziehen. Viele sind es. Viele voller Liebe. Manche tun es auch fürs Geld. Ja. Das ist so. Ich mag die Nikoläuse, die sich ihre Euros verdienen wollen und froh sind, dass es wenigstens diese Jobs gibt. Und nun stell deinen Stiefel raus und ruf die Freundin an. Sag, du bist wieder brav und sie soll froh und munter sein. Kindisch? Mag sein. Aber voller Liebe. Und das zählt."

Ein Text aus dem Adventskalender „Andere Zeiten".

 

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Am Hofe gab es starke Leute und gescheite Leute, der König war ein König, die Mädchen waren schön und die Männer mutig, der Pfarrer fromm und die Küchenmagd fleißig - nur Columbin, Columbin war nichts. Wenn jemand sagte: „Komm, Columbin, kämpf mit mir", sagte Columbin: „Ich bin schwächer als du." Wenn jemand sagte: „Wie viel gibt zwei mal sieben?", sagte Columbin: „Ich bin dümmer als du." Wenn jemand sagte: „Getraust du dich, über den Bach zu springen?", sagte Columbin: „Nein, ich getraue mich nicht." Und wenn der König fragte: „Columbin, was willst du werden?, antwortete Columbin: „Ich will nichts werden, ich bin schon etwas, ich bin Columbin."

Eine Geschichte von Peter Bichsel.

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Zum zweiten Advent so etwas wie ein Sonntagsprogramm aus dem geistlichen Tagebuch von Papst Johannes XXIII.:

 „Nur für heute werde ich mich bemühen, den Tag zu erleben, ohne das Problem meines Lebens auf einmal lösen zu wollen.

Nur für heute werde ich (...) nicht danach streben, die anderen zu korrigieren oder zu verbessern. Nur mich selbst.

Nur für heute werde ich mich an die Umstände anpassen, ohne zu verlangen, dass sich die Umstände an mich anpassen.

Nur für heute werde ich zehn Minuten meiner Zeit einer guten Lektüre widmen.

Nur für heute werde ich eine gute Tat vollbringen. Und ich werde es niemandem erzählen.

Nur für heute werde ich etwas tun, wozu ich keine Lust habe, es zu tun.

Nur für heute werde ich fest glauben (...), dass die gütige Vorsehung Gottes sich um mich kümmert, als gäbe es sonst niemanden auf der Welt.

Nur für heute werde ich keine Angst haben. Ganz besonders werde ich keine Angst haben, mich an allem zu freuen, was schön ist, und an die Güte zu glauben."

 

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