Manuskripte

SWR3 Worte

Ich denke immer mehr, dass man auch einen Weg finden muss, sich selbst gern zu haben. Aber wie liebt man sich selbst, ohne arrogant oder schnöselig zu werden? Das finde ich schwierig. Hört sich so selbstverständlich an, man sollte sich selbst mögen - aber wie macht man das? Wie machen das die anderen? ... Ich merke zum Beispiel, dass ich nicht mehr nur aus kompletter Hilflosigkeit weine, sondern manchmal auch aus Stolz auf das, was ich in meinem Leben so alles gemacht habe.

Christoph Schlingensief, So schön wie hier kanns im Himmel gar nicht sein

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Ich habe nach wie vor eine Wertschätzung für den Geist des Christentums. Damit meine ich, dass wir uns nicht als Götter aufspielen und uns zu unseren Schwächen als Menschen bekennen dürfen. Wir sind auf Glück, auf Verzeihung und Gnade angewiesen. Mich gruselt es davor, wenn mir jemand einen erfolgreichen Tag wünscht. Das Christentum behandelt den Menschen nicht unter einem Effizienzgesichtspunkt.

Hans-Ludwig Kröber in der „taz"

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Es gibt zwei Arten der Liebe. Der eine liebt das Tun und Reden seines klugen Sohns und rühmt sich seiner, da er Kluges tue und rede; der andere liebt seinen Sohn selber, was er auch reden und tun mag. So ist es mit der Liebe Gottes zum Menschen.

Der jüdische Weise Baal Schem-Tow

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Es hat mir immer sehr fern gelegen zu denken, dass Gottes Barmherzigkeit sich an die Grenzen der sichtbaren Kirche binde. Gott ist die Wahrheit. Wer die Wahrheit sucht, der sucht Gott, ob es ihm klar ist oder nicht.

Edith Stein

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Wird unser Leben einen Sinn gehabt haben? Diese Frage stellt sich nicht erst fünf Minuten vor zwölf, [sie schlägt gerade für die intelligenten und nachdenklichen Menschen zurück auf ihr reales Leben]. Wer nicht alle seine Glückserwartungen in den wenigen Jahren seiner Lebenszeit unterbringen muss, weil er daran glaubt, dass die Fülle des Lebens ihn nach dem Tod erwartet, der lebt gelassener. Aus dem geradezu panischen Zwang, das eigene Glück in der begrenzten Lebenszeit - koste es was es wolle - selber herstellen zu müssen, ist schon viel Unheil entstanden.

Kardinal Karl Lehman

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Warum es aber gerade jetzt höchste Zeit ist, von Gott zu reden, hat noch einen besonderen Grund: In einer Zeit, in der das ökonomische und marktförmige Denken auch in Lebensbereiche übergreift, in denen eigentlich kein Geld verdient werden muss, wird die Frage: „Gibt es überhaupt noch ein Außerhalb des großen ökonomischen Nutzenkalküls?" zur Überlebensfrage für uns alle. Da ist die biblische Aufklärung ... zugunsten eines Gottes, der gerade nicht ein Produkt unserer Bedürfnisse und Wünsche ist, hochaktuell.

Kardinal Karl Lehman

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Loslassen - um der Freiheit willen. Gelassenheit hängt stark mit dem Loslassen-Können zusammen. ... Damit wir jemanden oder etwas Loslassen können, müssen wir das Loszulassende dankbar würdigen können, sei es den Ex-Partner nach der Trennung, die Arbeitsstelle nach der Kündigung oder die nicht gewählte oder abgebrochene Ausbildung. ... Die Wege, Methoden und Hilfen des Loslassens sind zahlreich.

Lukas Niederberger, in: Publik-Forum

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