Manuskripte

SWR3 Worte

Susanne Krahe ist Theologin und im Alter von 29 Jahren erblindet.
Sie sagt über Gott und Glauben

„Gott ist so lieb oder eben auch nicht lieb, wie ich ihm das zuschreibe,
wie weit ich meine Erfahrungen mit Gott in Verbindung bringe.
Wenn ich positive Erfahrungen im Leben mache - wie ein Kind im Idealfall -dann werde ich Gott als „lieb" bezeichnen.
Schwierig wird es in dem Moment,
in dem ein Mensch keine positiven Erfahrungen macht.
Die negativen Seiten des Lebens mit Gott auf eine Linie zu bringen,
ist ganz schön schwer. Dafür müssen erst einmal einige Prozesse
des Erfahrens und auch des Denkens durchlaufen werden.
Gott ist dann keine Zuflucht, sondern ein Gegenüber, mit dem ich kämpfe."

„Lieber Gott - böser Gott?":
Susanne Krahe im Gespräch mit Jürgen Fliege;
in: Chrismon-plus/Rheinland, 4/2011

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Walter Kohl, der Sohn der ehemaligen Bundeskanzlers Helmut Kohl, hat keinen Kontakt mehr zu seinem Vater. Dennoch ist ihm Versöhnung wichtig:

„Versöhnung bedeutet ja zuerst einmal,
dass man in seinem Herzen klar, frei und vor allem auch schmerzfrei ist.
Versöhnung gibt es in so vielen Formen,
wie es Situationen zwischen Menschen und Erfahrungen von Menschen gibt.
Dabei steht für mich nicht im Vordergrund: ´Was ist passiert?',
sondern das ´Wie gehe ich damit um?'.
Ganz wichtig ist die Bereitschaft, über seinen inneren Tellerrand zu steigen
und sich selbst gegenüber die Dinge offen einzugestehen.
Im zweiten Schritt gilt es dann, das Erlebte wertfrei zu akzeptieren
und über diese wertungsfreie Akzeptanz eine innere Toleranz zuzulassen.
Schließlich, im dritten Schritt, kann man dann frei über die Dinge sprechen.
Bezogen auf meinen Vater bin ich mir sicher,
dass es zwischen uns noch Bewegungen und Klärungen geben wird."

„Von Sohn zu Sohn - der Schatten der Väter ist groß":
Walter Kohl im Gespräch mit Xavier Naidoo;
in: Welt am Sonntag, Nr. 22 vom 29.05.11

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Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Bundesärztekammer über die Wunder der Medizin:

„Mein Arztberuf hat mich gelehrt,
dass es etwas gibt, das höher ist als das,
was ich erklären und als Arzt beeinflussen kann.
Auch in der Medizin gibt es so etwas wie Wunder:
völlig Unerklärliches. Manchmal wissen Sie nicht,
warum ihnen ein Patient unter der Hand wegstirbt
und ein anderer weiterlebt.
Da gibt es irgendetwas Höheres, das uns führt."
„Wir leben in einer Welt der Salami-Ethik"


Frank Ulrich Montgomery im Gespräch mit Florentine Fritzen;
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, Nr. 25 vom 26.06.11

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Die Marienhof-Schauspielerin Susanna Wellenbrink über Gott und Glauben:

„Ich bin sehr religiös - so komisch das klingen mag.
Denn ich bin nicht getauft.
Und ich weigere mich auch, mich taufen zu lassen,
weil ich mit vielem, wofür die Kirche steht, nicht einverstanden bin.
Aber ich habe eine sehr enge Verbindung nach oben.
Ich weiß, dass Gott mich beschützt.
Für mich sind die Religionen der Welt wie Puzzlestücke.
Sie ergeben erst dann ein richtiges Bild, wenn man sie alle zusammensetzt.
Es hat nicht eine einzige Religion die komplette Wahrheit."

„Das Lebensfundament": 
Susanna Wellenbrink im Gespräch mit Michael Defrancesco;
in: Journal der Rhein-Hunsrück-Zeitung vom 11.07.11


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Der Schauspieler Blacky Fuchsberger trauert um seinen verstorbenen Sohn und sagt über Gott:

„Ich habe in der Todesanzeige geschrieben
´Völlig sinnlos hat der Tod das Licht unseres Lebens ausgelöscht'.
Da haben sich natürlich viele fromme Leute bei mir gemeldet und gesagt:
´Es war nicht sinnlos! Alles hat einen Sinn!'
Aber das kann ich nicht nachvollziehen. Worin soll der liegen?
Nein, ich kann nur versuchen, auf andere Weise zu lernen,
die Situation zu akzeptieren.
Es wäre schön, wenn man jetzt an einen Gott glauben könnte.
Aber ich kann es nicht. Ich beneide alle Menschen,
die ihren Trost in einem starken Glauben suchen und finden."
„Mir wird klar, dass zum Alter der Verlust gehört"


Joachim (Blacky) Fuchsberger im Gespräch mit Max Fellmann;
in: Magazin der Süddeutschen Zeitung, 4/2011

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Welche Rolle spielen die Religionen bei der Frage unserer Zukunft?
Dazu der Alt Bundeskanzler Helmut Schmidt:

„Wir müssen bei den Politikern und in der Öffentlichkeit, bei allen Gläubigen und bei allen Bürgern eine bestimmte Geisteshaltung erreichen:
eine Geisteshaltung,
in der kein Christ mehr den Islam hasst oder Angst vor ihm hat,
in der aber auch kein Muslim den Gläubigen anderer Religionen
feindselig gegenübersteht.
Wir müssen die eine fundamentale Erkenntnis anerkennen:
Entweder werden wir mit dieser Erde gemeinsam untergehen
oder aber
wir werden auf der Grundlage unserer unterschiedlichen Religionen
eine gemeinsame Sammlung von ethischen Grundwerten entwickeln."

Helmut Schmidt,
„Religion in der Verantwortung", Ullstein-Verlag, Berlin 2011

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„Viele Menschen meinen, Glück könne man sich kaufen.
Doch Glück ist eine geistige Einstellung.
Glücklich ist der, der mit sich im Einklang ist,
der sich ausgesöhnt hat auch mit seinen Schwächen.
Und glücklich ist der, der dankbar das genießen kann,
was Gott ihm geschenkt hat.
Viele leiden heute auch an Depressionen,
weil sie maßlose Ansprüche an sich selber und an das Leben haben.
Ihre Vorstellungen, die sie sich von sich selbst und vom Leben machen,
erfüllen sich nicht. Zum Glück gehört daher,
sich von den Illusionen zu verabschieden, denen wir oft nachlaufen."

Der Benediktinermönch Anselm Grün
„Demut ist der Mut, seine eigene Menschlichkeit anzunehmen":
Anselm Grün im Gespräch mit Patricia Thivissen;
in: Bonus - das Volksbanken-Magazin, 4/2011,

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