Manuskripte

SWR3 Worte

Wir leben in einer gespaltenen Welt. Der Mensch wird in einen Abgrund gelockt und dann wird ihm gesagt:
Du, wir haben dich frühzeitig gewarnt. Wir haben dich auf die Gefahren aufmerksam gemacht. Schließlich hat der Mensch ja einen freien Willen. So einfach ist das, so einfach.
Doch wenn das so einfach ist, könnte man die ganze Werbung wegfallen lassen und freiwillig aufhören, den Menschen zu nötigen.
Wir würden ganz neue Plakate aufstellen... Plakate voll Hoffnung und Zärtlichkeit, auf denen Gottes Wunder verkündigt werden....
Plakate, die zum Leben verführen und nicht zum Sterben...
Plakate, auf denen ein Fest angesagt wird, auf dem alle sich zeigen, reden und trinken tanzen und lachen. 
Gottes Plakate sollen vom Himmel regnen, uns begleiten und... uns fröhlich machen.... weil wir Gottes Kinder sind.

Hanns Dieter Hüsch
Aus: Hanns Dieter Hüsch, das Schwere leicht gesagt, Herder Freiburg, 3. Auflage 1994, S.26

https://www.kirche-im-swr.de/?m=10179

Jeder Mensch muss antworten, hat Verantwortung für sein Tun zu übernehmen.
Natürlich ist es leichter, von sich abzulenken, als sich zur (Mit) Schuld zu bekennen.
„Du bist schuld", „Du hast angefangen", Ich hatte nie an Ehebruch gedacht..." allzu menschlich. Manchmal reagiert man so bange einfach, wenn man ertappt wird oder sich selbst bei unrechtem Verhalten erwischt.
Sensationell dieser Gott, der die Freiheit schenkt, zu wählen- und sogar die Freiheit, sich zu verteidigen, wenn man falsch liegt... Eins aber ist klar:
Wir tragen Verantwortung für das, was wir denken, reden und tun.
Gleich, ob wir mutlos oder schwach oder tapfer und zuversichtlich sind. Diese Verantwortung ist ein Zeichen von Würde und Freiheit, beides wahre Gottesgeschenke. Ich war's.

Susanne Breit Kessler, Bayrische Regionalbischöfin
Aus: Ich war's! 7 Wochen ohne Ausreden, Fastenkalender, edition chrismon, Hanseatisches Druck- und Verlagshaus, Frankfurt am Main 2010, S.2

 

https://www.kirche-im-swr.de/?m=10178

Wenn's im Alltag nicht so rund läuft, dann sind natürlich immer die anderen schuld.
Der Arbeitskollege delegiert vor allem undankbare Aufgaben, auf der Straße scheinen alle anderen ohne Führerschein unterwegs zu sein und Pubertät ist, wenn Eltern schwierig werden.
Diesen Ärger, den uns unsere Mitmenschen bereiten, zahlen wir gern mit gleicher Münze heim....
„Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem, sagt der Apostel Paulus.
Wer sich konsequent auf die Seite des Guten, des Lebens stellt, befreit sich aus der Logik des Bösen. ... Der Anfang ist ein buchstäblich entwaffnendes „Ich war's las uns nicht mehr drüber streiten."

Nikolaus Schneider, Ratsvorsitzender der evangelischen Kirche
Aus: Ich war's! 7 Wochen ohne Ausreden, Fastenkalender, edition chrismon, Hanseatisches Druck- und Verlagshaus, Frankfurt am Main 2010, S.17

https://www.kirche-im-swr.de/?m=10177

7 Wochen ohne Ausreden- das ist das Motto der diesjährigen Fastenaktion der evangelischen Kirche. Geschäftsführer Arndt Brummer:

Wer sich mit Ausreden aus einer misslichen Lage befreit, vertuscht damit nicht nur sein Fehler, sondern auch immer ein bisschen sich selbst.
Er stiehlt sich nicht nur aus der Verantwortung, er stiehlt sich auch selbst die Verantwortung...
Wer nicht aufrichtig zu seinen Taten stehen kann, dem kommt mitunter der aufrechte Gang ganz abhanden.
Wir schlagen daher vor, das Motto „Ich wars" 7 Wochen ohne Ausreden zu probieren. Gönnen Sie sich die Ehrlichkeit, genauso gut oder schlecht dazustehen, wie Sie den Alltag eben so meistern.
„Was töricht ist vor der Welt, das hat Gott erwählt, damit er die Weisen zu Schanden mache, schreibt Paulus an die Korinther. Damit hat der ehrliche Dumme einen starken Partner, der für ihn einsteht.

Aus: Ich war's! 7 Wochen ohne Ausreden, Fastenkalender, edition chrismon, Hanseatisches Druck- und Verlagshaus, Frankfurt am Main 2010, S.0, Vorwort

https://www.kirche-im-swr.de/?m=10176

In letzter Zeit werde ich auf Facebook immer öfter zu sehr seltsamen Aktionen eingeladen. Wie „Lasst uns alle an einem bestimmten Tag krank feiern, mal sehen, welche Auswirkungen das auf Deutschland hat". ..
Was mich ärgert ist die Zielrichtung all dieser Aktionen. Irgendwie geht es immer darum, etwas kaputt zu machen. Zu stören. ...
Wie wäre es mit „mal sehen, was passiert, wenn jeder von uns heute einem Obdachlosen was zu Essen gibt." Oder „mal sehen, was passiert, wenn wir alle am gleichen Tag auf trostlosen Flächen Blumensamen ausstreuen... Wir können Gutes bewirken. Viel mehr, als wir uns das vorstellen können.
Übe unverhoffte Freundlichkeit und sinnlose Schönheit. Der Satz ...wurde zum Motto für viele Menschen auf der Welt. ... wäre das nicht eine schöne Sache, wenn ...nur ein Mensch in meinem Umkreis ...mit einem Lächeln durch den Tag geht?

Heiko Kuschel, Citykirchenpfarrer Schweinfurt
Aus: http://www.citykirche-schweinfurt.de/unverhoffte-freundlichkeit-sinnlose-schoenheit

https://www.kirche-im-swr.de/?m=10175

Es ist dem Menschen beigegeben
Ein kleines Stück vom großen Leben

Das sich vollzieht ohn Unterschied
Ob Bettler oder hohes Tier
Von einer Handvoll Erde sind wir alle hier
Bis Gras wächst über dieses Lied.

Es wird dem Menschen nachgegeben
Wenn er bereut
Und ändert sein bisheriges Leben.

Der Tanz ist tot
Der Mensch kehrt heim zu Tisch und Brot,

Der Rausch verfliegt
die Demut siegt.

Die Masken sind gefallen
Doch größer wär des Menschen Not
Wär nicht ein Gott, der milde mit uns allen.

Hanns Dieter Hüsch
Aus: Hanns Dieter Hüsch, das Schwere leicht gesagt, Herder Freiburg, 3. Auflage 1994, S.32

https://www.kirche-im-swr.de/?m=10174

Woran sollten sich die neuen Regierungen in Ägypten oder Tunesien messen lassen? Einerseits natürlich an der Frage, ob für sie Religionsfreiheit ein schützenswertes Gut ist. Doch viel entscheidender ist, wie die Freiheit im Glauben geschützt wird.

Kann ein Bürger seine Religion ungestraft wechseln? ... Werden Behörden einen christlichen Antragsteller genauso behandeln wie einen Muslim?

... „Wer glaubwürdig für die Menschenrechte ...eintreten will, der muss auch für Religionsfreiheit eintreten."

Es ist eine ziemlich absurde Vorstellung, dass Menschen, die sich selber als Christen definieren, sich für alle möglichen religiösen Minderheiten in der Welt einsetzten, aber nicht für die .... Anhänger der Religion, auf der ihre eigene Kultur fußt.

Daniel Ottenberg, Leiter des Referates Menschenrechte der Hilfsorganisation „open doors".

Aus: Kommentar zu den Aufständen in der arabischen Welt
Die Geschichte darf sich nicht wiederholen
Hilfswerk Open Doors: Neue Regierungen am Schutz der Religionsfreiheit messen
von Dr. Daniel Ottenberg, Leiter Referat Menschenrechte bei Open Doors
KELKHEIM, 22. Februar 2011, Open Doors, Kontakt Presse
Open Doors Deutschland e.V., Postfach 1142, D-65761 Kelkheim
T +49 6195 - 67 67 180/ F +49 6195 - 67 67 181/ pressebuero@opendoors-de.org

https://www.kirche-im-swr.de/?m=10173