Manuskripte

SWR3 Worte

Lachen und Weinen halten den Menschen am Leben

Und halten ihn nicht nur am Leben

Sondern bewegen ihn auch, nicht aufzugeben

Nicht bitter zu werden

Erfinderisch zu sein

Andere verstehen zu lernen

Einen Platz anzubieten

Vielleicht auch eine Suppe und Brot

Wärme zu verschenken

Es könne Christus selbst sein, der um Aufnahme bittet

Und wer dies sich wirklich vorstellen kann

Hat alle Gewalt besiegt

Erlebt den Triumph des Glaubens

Und heilt den Frieden

Auf das Gottes Erde Heimat wird

Für alle Welt

 

Hanns Dieter Hüsch, in: Michael Blum/Hanns Dieter Hüsch, Das kleine Buch zum Segen, tvd-Verlag: Düsseldorf 1998, S. 31

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Wozu brauchen wir [...] Gott? Natürlich als Halt und Trost. Die Naturwissenschaft kann uns erklären, warum wir Krebs haben, sie kann unsere Krankheit vielleicht sogar heilen. Aber sie kann die Angst, die Enttäuschung und das Leid nicht lindern, die mit der Diagnose einhergehen, und lehrt uns auch nicht, in Würde zu sterben. Die Religion, immerhin, kann uns dabei helfen. 

Karen Armstrong, Zu wem beten die da?, in: „Die Zeit" Nr. 26 vom 24.06.2010, S. 64

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Religion war [ja] ursprünglich nicht das, was Menschen dachten, sondern was sie taten. Sie erlangte ihre Wahrheit erst durch praktische Einübung. So wie man das Autofahren nicht aus einem Handbuch erlernen kann und das Kochen nicht durch Rezeptelesen, so erfordert auch der Glaube echte Arbeit. Und wie man beim Schwimmen wunderbarerweise nicht auf den Boden des Beckens sinkt, sondern plötzlich schwebt, hebt der Glaube uns in einen neuen Zustand.

 Karen Armstrong, Zu wem beten die da?, in: „Die Zeit" Nr. 26 vom 24.06.2010, S. 64

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Leben zeichnet sich dadurch aus, das es in Bewegung bleibt, nicht erstarrt. In einer Bewegung jedoch, die ein Ziel hat, eine Richtung. Einiges können wir selbst in Bewegung setzen, ihm eine Richtung geben. Das Meiste und Ganze wird bewegt. Wir müssen uns dieser Bewegung anpassen, ob wir wollen oder nicht.

 Michael Albus, Gezeiten. Vom Vorkommen und Verschwinden Gottes, Patmos-Verlag: Düsseldorf 1993, S. 187

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Ob im Christentum, Islam Buddhismus oder Judentum - das Gefühl der Dankbarkeit wird in allen Religionen als kostbar angesehen. ... Wie Studien belegen, sind dankbare Menschen zufriedener und fühlen sich besser ... Dankbarkeit erklärt das individuelle Lebensglück zu zwanzig Prozent - das ist ein enorm hoher Wert. Kaum eine andere menschliche Eigenschaft wirkt sich so unmittelbar und direkt auf das empfundene Glück aus. 

Nikolas Westerhoff, Glaube, Hoffnung, Gelassenheit: Das therapeutische Wissen der Religionen, in: „Psychologie heute" Heft 7/2010, Verlag Julius Beltz, Weinheim, S. 25

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Der Begriff „Gerechtigkeit" ist in der Bibel ein Zentralbegriff. ... Und wann gilt man in der Bibel inhaltlich als gerecht? Dann, wenn man zum Beispiel beim Abwägen unparteilich bleibt und sich nicht auf Kosten anderer Vorteile verschafft, oder wenn man ... nicht nur sein eigenes Wohlergehen im Blick hat, sondern auch das, was den anderen (den Hungrigen, den Obdachlosen usw.) als Menschen zusteht. ... Es geht darum, auch die Interessen der Anderen angemessen zu berücksichtigen. Gerechtigkeit ist nicht mehr und nicht weniger als ein Unparteilichkeitskriterium. 

Michael Schramm, Das gelobte Land der Bibel und der moderne Kapitalismus. Vom „garstig breiten Graben" zur „regulativen Idee", in: „Bibel und Kirche" Heft 1/2007, Verlag Kath. Bibelwerk, Stuttgart, S. 39

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Die Reichen haben es schwer im Neuen Testament. Gemessen an anderen Themen nehmen die reichtumskritischen Töne in den Jesusüberlieferungen einen verhältnismäßig breiten Raum ein. ... Für einen Reichen scheint es unmöglich zu sein, mit seinem Besitz in das Reich Gottes zu gelangen. Harter Tobak für die Reichen in der christlichen Gemeinde damals wie heute. Die Botschaft ist unmissverständlich: Geld versperrt den Weg zu Gott - zumindest, solange man es für sich behält.

 

Burkhard Hose, Kirche der Reichen? Ein neutestamentlicher Denkanstoß, in: „Bibel und Kirche" Heft 1/2007, Verlag Kath. Bibelwerk, Stuttgart, S. 43

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