Manuskripte

SWR3 Worte


Zum 40. Jahrestag von Woodstock heute ein Song von Udo Lindenberg
Ich bin gerast durch dieses Leben,
bin geflogen aus den Kurven
hab mich selber ausgeknockt,
und immer weiter gezockt.

Mann ich hab mich
Selber fast verloren
Doch so n Hero stürzt ab
steht auf und startet von vorn.
Und du warst immer bei mir
Irgendwie
Wie ne super starke Melodie,
die mich packte und nach Hause trug.

Und du warst da,
Wenn ich am Boden lag
Und ganz egal, was ich auch tat,
du hast mich niemals ausgebuht.
Mille Grazie
Vor dir zieh ich meinen Hut.

Aus: http://www.magistrix.de/lyrics/Udo%20Lindenberg/Vor-Dir-Zieh-Ich-Meinen-Hut-273850.html

https://www.kirche-im-swr.de/?m=6536
Einmal wurde Jesus von den Pharisäern gefragt:

Wann wird Gott die Welt regieren, wann kommt das Reich Gottes? Jesus antwortete: Das Reich Gottes kommt nicht mit erkennbaren Zeichen. Man wird auch nicht sagen: Siehe, hier ist es! Oder: Da ist es! Denn siehe, das Reich Gottes ist mitten unter euch.

Aus dem Lukasevangelium
https://www.kirche-im-swr.de/?m=6535

Heute vor 48 Jahren wurde die Berliner Mauer gebaut. Der Berliner Bischof Wolfgang Huber schreibt dazu:

Schießbefehl und Mauerstreifen dürfen nicht in Vergessenheit geraten.
Die junge Generation muss die Wahrheit über die Mauer erfahren. Auch für Ältere gibt es keinen Grund, die Vergangenheit zu verklären.
Am wichtigsten ist für mich die Erinnerung an die Menschen, die an der Mauer zu Tode kamen. Mindestens 136 Menschen wurden … an der Berliner Mauer getötet… Das sind mehr Opfer als bisher angenommen…
In der Kapelle der Versöhnung an der Bernauer Straße wird der Mauertoten regelmäßig gedacht – so auch heute.
Den häufig unbekannten Opfern wird ihre Geschichte zurückgegeben. Die Hinterbliebenen haben einen Ort des Gedenkens. Für uns alle ist das eine wichtige Mahnung.

Aus: http://www.ekd.de/aktuell/bz-kolumne/2008/080814_huber_bz_kolumne.html
https://www.kirche-im-swr.de/?m=6534
Miriam arbeitete nach dem Abi ein Jahr in Johannesburgs Townships. Sie erzählt von Thulani, einem kleinen Jungen, der in den Slums von Johannesburg lebt.

Er ist eines der fröhlichsten Kinder die ich kenne. Dabei hat Thulani Dinge durchgemacht, die sich unsereins kaum vorstellen kann. Thulanis Vater hat seine Schwester vergewaltigt und Thulani war immer dabei. Die Großmutter hat dann die Kinder in ein Waisenhaus gebracht. Dort gefällt es ihnen sehr gut.
Ich bewundere Thulani sehr- seine Stärke, sein Mut und seine Offenheit sind atemberaubend. Wir reden, lachen oder liegen einfach nur zusammen im Gras und halten uns aneinander fest. Dieses Etwas zwischen dem kleinen Jungen und mir- ich kann es fast nicht in Worte fassen. Jedes Mal, wenn wir uns sehen, sind wir beide einfach nur glücklich.

Aus: Publik Forum, 13, 10. Juli 2009, S.34
https://www.kirche-im-swr.de/?m=6533
Philipp Merckle, der Sohn des Großunternehmers Adolf Merckle sagte nach Suizid seines Vaters:

Er war nicht das passive Rädchen, das im großen Getriebe der Globalisierung zermalmt wurde.

Die Wirtschaftskrise ist nicht schuld an seinem Ende, sie hat den Zerfall des Imperiums nur beschleunigt. Sie war Auslöser, nicht Ursache für seinen Selbstmord.

Mein Großvater erlebte den Zweiten Weltkrieg und musste danach mit einer einzigen Tablettenmaschine in den Ruinen wieder anfangen. Nein, meinem Vater wurde zum Verhängnis, dass ihm der innere Kompass abhanden gekommen war.

Aus: Spiegel Gespräch vom 4.5.09: eine Kultur der Sprachlosigkeit

https://www.kirche-im-swr.de/?m=6532
Miteinander können die Religionen etwas für den Frieden tun, was jede einzelne nur sehr viel schlechter könnte.

Sie können Beispiele gelebter Toleranz bieten. Sie können zeigen, wie Menschen unterschiedlicher Überzeugungen und Lebensformen in Achtung miteinander leben können.

Sie können sich von der Achtung für die Anderen… leiten lassen. Sie können gemeinsam religiösen Haltungen entgegen treten, in denen die Durchsetzung von Wahrheitsansprüchen mit Gewalt für möglich gehalten wird."

Wolfgang Huber, Ratsvorsitzender der evangelischen Kirche in Deutschland.

Aus: W. Huber: „Religion, Politik und Gewalt in der heutigen Welt“ - Vorlesung im Rahmen der Johannes-Gutenberg-Stiftungsprofessur 2009 in Mainz, gehalten am 30.6.2009

https://www.kirche-im-swr.de/?m=6531

Geh aus mein Herz und suche Freud in dieser lieben Sommerzeit
An deines Gottes Gaben
Schau an der schönen Gärten Zier
Und siehe, wie sie mir und dir sich ausgeschmücket haben.

Die Bäume stehen voller Laub
Das Erdreich decket seinen Staub mit einem grünen Kleide
Narzissus und die Tulipan
Die ziehen sich viel schöner an als Salomonis Seide.

Mach in mir deinem Geiste Raum,
dass ich dir wird ein guter Baum
und lass mich Wurzel treiben.
Verleihe, dass zu deinem Ruhm
Ich deines Gartens schöne Blum und Pflanze möge bleiben.

Ein Lied von Paul Gerhardt
https://www.kirche-im-swr.de/?m=6530