Manuskripte

SWR3 Worte

Mit Bergen und mit Steinen ruf ich Herr nach dir
Mit den Morgenvögeln ruf ich Herr nach dir
Mit dem Grundelfisch und der Sandgazelle
Immer nur als Derwisch ruf ich Herr nach dir
Mit Jesus in den Sphären mit Moses auf dem Berg
Mit dem Zepter in der Hand ruf ich Herr nach dir
Mit Hiob seinem Leid und Jakob seinen Tränen
Den Lebensnerv verspürend blieb ich dem Leben fern
Barfuß entblößten Hauptes ruf ich Herr nach dir
Taubenzunge Nachtigallenzunge
Als Diener von Liebe ruf ich Herr nach dir

Yunus Emre, türkischer Dichter und Mystiker

in: Tohuwabohu. Heiliges und Profanes, gelesen und wiedergelesen von Arnold Stadler nach dem 11. September und darüber hinaus, DuMont, Köln 2002
https://www.kirche-im-swr.de/?m=5825
Ist es denkbar, dass die Liebe,
die zwischen Gott und mir brennt, verlöscht?
Ich kann in Angst versinken,
ich kann in eine Enge geraten, in der kein Raum ist.
Ich kann verleumdet und verfolgt werden.
Es mag sein, dass ich in meiner Armut allen Blicken ausgesetzt bin.
Vielleicht sogar, dass ich in Lebensgefahr gerate.
Doch dies alles bedroht mich nicht,
ich habe einen, der mich liebt.
Denn eines ist gewiss:
der Tod mag kommen
das Leben mag mir Mühe bereiten,
es mag auch ganze Heere von Engeln und Teufeln geben
von denen ich nichts weiß,
und Mächte die man Zufall nennt,
oder das blinde Schicksal.
Es mögen Katastrophen über die Welt kommen,
heute oder morgen.
Es mag auch in der Höhe oder in der Tiefe Mächte geben,
die meinen Schritt lenken und meinen Weg vorzeichnen.
Aber sie alle sind von Gott gemacht,
sie alle sind geringer als Gott.
Sie können manches tun, aber sie können mich nicht trennen
von der Liebe Gottes, die ich in Christus finde.

aus dem Brief des Paulus an die Römer im 8. Kapitel
https://www.kirche-im-swr.de/?m=5824
Lass dich nicht abbringen
von deinem Weg,
wenn du mitansiehst,
wie einer reich wird und glänzt und prahlt.
Denn – unterwegs zum Tod –
nimmt er von allem nichts mit.
Sein Glanz wird nicht bis nach unten reichen.
Mag er sich auch glücklich gepriesen haben
im Leben, muss er doch zu denen hinab,
die das Licht nicht mehr erblicken.
Der Mensch der gedankenlos glänzt,
er ist wie das Vieh, das verstummt.

aus Psalm 49https://www.kirche-im-swr.de/?m=5823
Hört dies, all ihr Völker, ihr Menschen,
die ihr eine Zeitlang auf dieser Erde wohnt.
Alle ihr, oben und unten,
einfaches Volk oder nicht,
ich werde euch nun allen die Wahrheit sagen.
Warum soll ich Angst haben in bösen Tagen,
wenn ich nur noch von Feinden umgeben bin?
Sie verlassen sich ganz auf ihren Besitz
und geben mit ihrem Geld an.
Doch vom Tod befreien kann keiner den anderen,
auch gegen Geld nicht.
Wir sehen doch: der Gescheiteste stirbt, wie der nächstbeste Idiot.
Jeder muss das, was er hat, anderen zurücklassen.
Auch jene die ganze Länder nach ihrem Namen benannt haben.
Dem Menschen bleibt nichts von seiner Schönheit
So geht es allen, die auf sich selbst baun.
Und so endet, der sich in großen Worten gefallen hat.
der Tod wird sie auf sein Feld führen, die Schafe
hinab in die Grube!
Auseinanderfallen werden sie. Da unten werden sie bleiben.
Doch der Herr wird mich vor dem Reich des Todes bewahren
er wird mich zu sich nehmen.

aus Psalm 49
https://www.kirche-im-swr.de/?m=5822
Da war einmal ein guter Mensch.
Er hatte Mitleid mit dem hässlichen Gewürm der Raupen,
wie sie sich plagten, um mühselig ihr Fressen zu suchen.
Keine Ahnung von der Sonne, dem Regenbogen in den Wolken,
den Liedern der Nachtigall!
Und der Mensch dachte: Wenn diese Raupen wüssten,
wenn sie nur ahnten, was ihnen als Schmetterling blühen wird:
Sie würden ganz anders leben, froher, zuversichtlicher,
mit mehr Hoffnung.
Sie würden erkennen: das Leben besteht nicht nur aus Fressen
und der Tod ist nicht das Letzte.
So dachte der gute Mensch,
und er wollte ihnen sagen: ihr werdet frei sein!
Ihr werdet mühelos fliegen und Blüten finden.
Und ihr werdet schön sein!
Aber die Raupen hörten nicht.
Das Zukünftige, das Schmetterlinghafte ließ sich
in der Raupensprache einfach nicht ausdrücken...
Der gute Mensch fing neu an:
Euer Puppensarg wird nicht das letzte sein,
ihr werdet euch verwandeln, über Nacht werden euch Flügel wachsen.
Da sagten die Raupen nur
Hau ab! Du spinnst! Du hältst uns nur vom Fressen ab
Und sie rotteten sich zusammen, um ihn lächerlich zu machen.

Schenk dir Zeit, Texte – Bilder Lieder für Schule, Familie und Gemeindehttps://www.kirche-im-swr.de/?m=5821

Es mag so sein
wie das Aufstehen
nach einer langen erschöpfenden Krankheit,
wenn wir,
gestützt auf den Arm
der Pflegerin
erste, zittrige Schritte tun
und es nicht fassen können:
Es geht wieder, wir sind am Leben,
ein neuer Abschnitt beginnt

Allmählich beginnen wir Fuß zu fassen
im neuen Leben,
das unberührt vor uns liegt
und uns zu locken beginnt.

Wieder geboren
wachsen wir heran
und nähern uns
dem Geheimnis von Ostern.

Gottesdienstbuch in gerechter Sprache. Gebete Lesungen, Fürbitten und Segenssprüche für die Sonn und Feiertage des Kirchenjahreshttps://www.kirche-im-swr.de/?m=5820
Halleluja - Psalm

Preist ihn in seinem Himmel!
Preist ihn in seiner Herrlichkeit!
Preist ihn seiner Welt zuliebe!
Preist ihn mit euren Sinnen und Instrumenten!
Preist ihn mit allem, mit allem was Klang hat!
Preist ihn mit Tanz, mit allem was sich bewegt!
Preist ihn mit eurem ganzen Leben!
Preist ihn mit der schönsten Musik!
Alles was Odem hat, lobe den Herrn, Halleluja!
Halleluja

Psalm 150
https://www.kirche-im-swr.de/?m=5819