Manuskripte

SWR3 Worte

26JAN2008
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Ich bitte Gott für die Armen der ganzen Welt, die als Abfall der Menschheit betrachtet werden. Wende Deinen Blick den Bedrückten und Traurigen zu, um ihre Nacht in Tageslicht zu verwandeln
Nimm denen, die andere erdrücken, die Überheblichkeit, damit sie die Würde der anderen zu achten beginnen.
Bringe den Frieden in deinen göttlichen Händen wie eine Blume und lass ihn wachsen in den Menschen aller Farben.

Pater Gregorio Iriarte, Bolivien


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Henri J.M. Nouwen Freitag 25.1.08
Wir fragen uns oft, was wir für andere tun können, vor allem für Menschen in großer Not. Es ist kein Zeichen von Machtlosigkeit, wenn wir sagen: „Wir müssen füreinander beten!“ Füreinander beten heißt zuallererst, in Gottes Gegenwart anerkennen, dass wir als Kinder ein und desselben Gottes zusammengehören. Wir sind Brüder und Schwestern und nicht Konkurrenten und Rivalen. Wir sind Kinder des einen Gottes und nicht Anhänger und Streiter verschiedener Götter. Beten heißt, der Stimme dessen lauschen, der uns sagt: „Du bist ein geliebter Mensch“. Beten heißt erfahren, dass diese Stimme niemanden ausklammert. Auf diese Weise kann ich allen Menschen als Schwestern und Brüdern begegnen.

Henri Nouwen, Theologe
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Es ist schwer, in der Gegenwart zu leben. Das Vergangene beschäftigt uns: „Du hättest etwas anderes tun sollen als das, was du getan hast. Du hättest etwas anderes sagen sollen als das, was du gesagt hast!“ Diese vielen „Du hättest sollen“ nähren ständig unsere Schuldgefühle gegenüber dem Vergangenen. Sie zerren uns zurück in die nicht mehr zu ändernde Vergangenheit. Doch das eigentliche Leben findet hier und jetzt statt. Gott ist ein Gott der Gegenwart. Er ist für mich in genau diesem Augenblick da.

Henri Nouwen, Theologe
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Gott, mache, dass meine Augen hell seien, und dass mein offener Blick Hunger nach Einfachheit wecke.
Gib, dass er nie getäuscht, nie enttäuscht, nie verzweifelt werde, sondern fähig, zu bewundern, begeistert zu sein, zu betrachten.
Gib, dass mein Blick tief genug sei, um Deine Gegenwart in der Welt zu erkennen, und dass meine Augen sich nie schließen vor dem Elend der Menschen.
Gott, mein Blick möge nüchtern und fest sein, aber auch das Mitleid kennen, und meine Augen mögen imstande sein zu weinen.

Segensbitte aus: 3 Minuten Stille
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22JAN2008
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Ich gefalle mir im Kritisieren:
Die Eltern verstehen mich einfach nicht. Die Großeltern sind sowieso von vorgestern. Der Unterricht ist langweilig, die Lehrer sind schlecht, die Benotung ist ungerecht.
Nur mit mir selbst bin ich großzügig: Ist doch halb so schlimm, kann doch mal passieren, ist doch kein Beinbruch, nobody is perfect.
Vielleicht sollte ich es einmal andersherum probieren:
Kritischer mit mir und großzügiger mit den anderen.

Aus: 3 Minuten Stille
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Ein bisschen mehr Friede und weniger Streit.
Ein bisschen mehr Güte und weniger Neid.
Ein bisschen mehr Wahrheit immerdar und viel mehr Hilfe in jeder Gefahr!
Ein bisschen mehr „Wir“ und weniger ich.
Ein bisschen mehr Kraft – nicht so zimperlich!
Und viel mehr Blumen während des Lebens,
denn auf den Gräbern da sind sie vergebens!

Spruch im Treppenhaus eines Wohnblocks
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Darf man einen Unschuldigen mitbestrafen, wenn man eine ganze Reihe Verbrecher bestrafen muß?
Als Gott ganz Sodom und Gomorra wegen seiner vielen Sünder auslöschen will heißt es dazu in der Bibel:
Abraham trat vor Gott hin und fragte ihn: Willst du auch die Gerechten gemeinsam mit den Sündern hinwegraffen? Vielleicht gibt es ja fünfzig Gerechte in Sodom und Gomorra. Willst du auch sie hinwegraffen? Das kannst Du doch nicht tun, die Gerechten zusammen mit den Ruchlosen umbringen? Dann ginge es ja den Gerechten genauso wie den Ruchlosen. Sollte sich der Richter über die ganze Erde nicht an das Recht halten?
Da antwortete Gott dem Abraham: Wenn ich in Sodom und Gomorra fünfzig Gerechte finde, dann werde ich den ganzen Ort verschonen.

Bibel Genesis 18,23-26https://www.kirche-im-swr.de/?m=2988