Manuskripte

Die Schauspielerin Karoline Schuch auf die Frage, ob sie eine Vorstellung von Gott hat: 

„Es gibt etwas, das größer ist, als ich es mir vorstellen kann. Diese Gewissheit ist definitiv durch die Geburt meines Kindes gekommen. Die Schmerzen, von denen ich vorher dachte: Das halte ich nicht aus, das ist zu viel! – die waren plötzlich völlig egal.

Meine Tochter wurde mir auf die Brust gelegt, und ich sah sie und spürte sie, und sie war mir das Liebste auf der Welt, alles andere war mit einem Mal zweitrangig. Das ist so grenzenlos gewesen von der ersten Sekunde an. Ich bin sehr dankbar dafür, dass dem Menschen das so eingegeben wurde, das ist für mich etwas Göttliches.“

https://www.kirche-im-swr.de/?m=24202

 

Die Schriftstellerin Dörte Hansen darüber, was Erwachsene von Kindern lernen können:

 

„Spielen, und zwar auf eine selbstvergessene und zweckfreie Art. Also Schleichtiere mit in die Badewanne nehmen und damit spielen, bis das Wasser kalt ist. Und sich nicht fragen: warum mache ich das? Ich würde gern wieder lernen, vollkommen in Dingen zu versinken, die man nur um ihrer selbst willen tut.“

https://www.kirche-im-swr.de/?m=24201

Christina Schumann ist die Mutter von Konstantin. Er hat das Down-Syndrom. Christina erzählt über das Leben mit ihm: 

„Es ist ein Kind zum Genießen, weil es sich einfach langsamer entwickelt und man so viel mehr Freude an diesen kleinen Meilensteinen hat, die sich über einen längeren Zeitraum anbahnen und dann irgendwann kommen. Und das ist so sensationell, wenn´s dann da ist und auch wie er Freude hat, das Neue zu genießen und umzusetzen.

Wenn man Kinder hat, weiß man: Okay, ungefähr in dem Zeitraum müsste das und das kommen und dann ist es nicht mehr so spektakulär.

Man wünscht sich bei gesunden Kindern immer so´ ne Stellschraube am Rücken, mit der man die Zeit anhalten kann. Und die ist bei Down-Kindern quasi eingebaut.

Er ist so ein richtiges Genuss-Kind. Konstantin ist immer gut gelaunt. […] Und er hat einen unglaublichen Charme!“

 

https://www.kirche-im-swr.de/?m=24200

 

 

Die Schriftstellerin Dörte Hansen darüber, was Erwachsene von Kindern lernen können:

Jessica ist 26 Jahre und Studentin. Sie ist schon viel im Ausland gewesen und erzählt von einem ihrer glücklichsten Momente.

 

„Der Moment, wenn man seine Familie wiedersieht. Am tollsten war es, als ich einmal für ein Wochenende hergeflogen bin, weil mein Dad seinen fünfzigsten Geburtstag feierte.

Ich habe meinen Eltern eine Freude machen können. […] Und ich glaube, das ist das höchste Glück, das man haben kann. Dass man etwas für einen anderen macht.“

 

https://www.kirche-im-swr.de/?m=24199

Die Schauspielerin ChrisTine Urspruch spielt im Münster-Tatort die kleinwüchsige Assistentin von Prof. Boerne. Sie wurde gefragt was sie davon hält, dass schwangere Frauen einen Bluttest auf Down-Syndrom machen können. Sie sagt:  

„Wenn es von der Krankenkasse bezahlt wird, finde ich das gut. Denn es wäre doch schlimm, wenn der Test vom Geldbeutel abhängt. Aber ich selbst würde ihn nicht machen lassen. Ich habe auch nicht untersuchen lassen, ob mein Kind kleinwüchsig wird. Jetzt wächst mein Kind ganz normal, das hat mich in meiner Sichtweise bestätigt. Ich mag nicht, wenn der Mensch Gott spielen will.“

 

 

https://www.kirche-im-swr.de/?m=24198

Fee, 40 Jahre und Chemikerin aus Freiburg über das Glück: 

„Wir alle haben das Bedürfnis, von jemandem gesehen zu werden. Dieses Bedürfnis ist meiner Meinung nach verbunden mit dem Glücksgefühl. Ich brauche zum Leben und zum Glücklichsein den Blick vieler vertrauter Menschen. Ich will unter Menschen und will die Blicke auf mich ziehen. Deshalb verschaffe ich mir immer wieder neue Blicke.“

https://www.kirche-im-swr.de/?m=24197

Der Sonntag ist ein besonderer Tag. Jedenfalls für die Autorin Susanne Niemeyer. Sie schreibt:

„Am Montag rumpelt der Müllwagen. Dienstags lässt meine Waschmaschine die Küche vibrieren. Mittwochs klingelt der Bote mit dem Wochenblatt. Donnerstags wirft irgendwer den Staubsauger an, freitags feiert jemand Geburtstag. Samstags plärrt die Bundesligaschlusskonferenz. Dann ist Sonntag. Es klingt anders, schon beim Aufwachen. Jemand hat den Verkehr abgestellt. Ich höre den Wind und sogar den Hahn, dessen Kikeriki unter der Woche kaum eine Chance hat. Zwischen zwei Atemzügen: Stille. Niemand soll es wagen, jetzt den Rasenmäher anzuschmeißen. Das Ticken der Uhr, das Gurren der Taube, klackernde Schritte der Spaziergänger unterm Fenster. Die Woche ist ein gemischter Chor, der Sonntag das Solo. Jemand singt es für mich.“

https://www.kirche-im-swr.de/?m=24196

Maria hat es sich gemütlich gemacht. Sie sitzt mit einer Schale Tee vor dem Feuer und genießt. Plötzlich passiert irgendwas Komisches. Sie kann das gar nicht fassen oder erklären. Es wird ganz hell und warm um sie. Sie spürt Energie und fühlt sich kräftig und mutig. Und als dieser unerklärliche Moment vorbei ist, weiß Maria, dass jetzt alles anders ist.

Schon bald versteht sie, dass sie schwanger ist. Viel zu jung und unverheiratet. Immerhin hat sie einen Verlobten. Aber mit dem ist sie erst seit kurzem zusammen. Und er weiß natürlich noch nichts von dem Kind. Wie soll sie ihm das nur beibringen? Und vor allem ihren Eltern, ihren Freunden? Sie sind alle so furchtbar konservativ. In ihrem Dorf, in ihrem Land darf das nicht sein. Wenn das rauskommt, wird sie verachtet und verurteilt. Da ist sie sicher. Trotzdem weiß Maria, dass sie das schafft. Sie sagt sich immer wieder: Ja. Ich packe das. 

So stelle ich mir das vor, was vor mehr als 2000 Jahren mit der jungen Maria passiert ist. Sie ist die Mutter von Jesus. Diesem besonderen Menschen, der die Welt verändert hat. Keine leichte Aufgabe.

Heute, 9 Monate vor Weihnachten, feiert die katholische Kirche, dass Maria schwanger geworden ist. Das Fest heißt „Verkündigung des Herrn“. In der Bibel wird erzählt, dass ein Engel zu Maria gekommen ist und ihr beigebracht hat, dass sie ein Kind bekommen und dass es der Sohn Gottes sein wird.

Ganz unabhängig davon, wie das alles nun wirklich gewesen ist und ob das so sein kann: Maria ist für mich eine unglaublich mutige Frau. Und sie steht für mich stellvertretend für alle Frauen, sie sich trauen, unkonventionelle Entscheidungen zu treffen. Und das zu tun, was das Herz ihnen sagt.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=23871

Ich sitze in einem Workshop zum Thema „spirituell leben im Alltag“. Es sind viele Jugendliche dabei. Einer sagt irgendwann: „Ich weiß ja nicht, aber so richtig kann ich das mit Gott und so nicht mehr glauben.“ Der Leiter des Workshops antwortet: „Hauptsache Gott glaubt an Dich.“

„Hauptsache Gott glaubt an Dich“. Der Satz hat gesessen. Gelächter. Wir haben noch kurz darüber geredet aber dann ging es weiter. 

„Hauptsache Gott glaubt an Dich.“ Das beschäftigt mich immer noch. Einerseits finde ich das eine klasse Antwort. Es ist doch entlastend, wenn ich sicher sein kann, dass Gott mich auf dem Schirm hat, obwohl ich es gerade schwer mit ihm habe. Ich kann mich darauf verlassen, dass er dann immer noch da ist, wenn es mir mit dem Glauben wieder besser geht.

Andererseits finde ich „Hauptsache Gott glaubt an Dich.“ fast schon frech.  Wenn ich das jemandem sagen würde, der gar nicht an Gott glauben möchte oder kann. Ich will nicht wissen, was der mir erzählen würde. Wahrscheinlich käme er sich ganz schön bevormundet vor.

Aber mir hat es gut getan zu hören: Gott glaubt an dich. Ich bin fest davon überzeugt, dass Gott in meinem Leben da ist, auch wenn ich das nicht immer merke. Mir stärkt das den Rücken. Und hilft mir wiederum, an ihn zu glauben.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=23870

Robin Hood. So heißt ein angesagtes Restaurant in Madrid. Und der Name ist Programm. Da kämpft man zwar nicht mit Pfeil und Bogen, aber die Idee ist die gleiche wie bei Robin Hood: Von den Reichen nehmen und den Armen geben.

Tagsüber ist das „Robin Hood“ ein richtiges Café mit Leckereien und einem guten Mittagstisch. Dann essen diejenigen, die es sich leisten können. Die Preise sind nämlich saftig. Wie das in Madrid so ist.

Abends gibt es ein feines warmes Abendessen - aber umsonst. Da können Menschen ohne festen Wohnsitz und Geld kommen und ganz in Ruhe an einem schön gedeckten Tisch zu Abend essen.

Dahinter stecken Menschen, die sich für Obdachlose einsetzen. Sie wollen, dass Leute, die auf der Straße leben müssen, wenigstens würdig essen können. Finanziert wird das mit dem Geld das tagsüber eingenommen wird.

Das Konzept geht voll auf. Der Laden ist restlos ausgebucht. Einmal in der Woche kochen Sterneköche im Robin Hood. Auch sie stehen Schlange, weil sie die Idee unterstützen möchten.

Eine großartige Idee. Vor allem gefällt mir, dass Obdachlose nicht zur Schau gestellt werden oder sich in eine Atmosphäre begeben müssen, in der sie sich nicht wohlfühlen. Sie müssen sich nicht rechtfertigen, sie können einfach da sein und ein hochwertiges Essen an einem fein gedeckten Tisch genießen.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=23869

Netiquette

Anregungen, Lob, Kritik - hier können Sie sich zu unseren Sendungen im SWR äußern.

Ihre Kommentare werden moderiert und dann so bald wie möglich freigeschaltet.

Wir bitten Sie aber, bei Ihren Beiträgen folgendes zu beachten:
Ein Anspruch auf Veröffentlichung eines Kommentars besteht grundsätzlich nicht.
Ihre Kommentare sollten fair und sachlich gehalten sein. Wir bitten Sie die folgende Richtlinien bei Ihren Kommentaren zu kirche-im-SWR.de zu beachten.

Kommentare dürfen nicht

  • strafbar oder die Rechte Dritter verletzend
  • gegen die guten Sitten verstoßend
  • beleidigend oder ehrverletzend
  • politisch oder religiös extrem
  • Religionen, Weltanschauungen, Menschen pauschal verurteilend
  • fremdsprachlich
  • pornographisch, obszön oder jugendgefährdend
  • unsinnig oder anderweitig inakzeptabel sein.
  • Kommentare sollen sich auf Sendungen der Kirchen im SWR Programm beziehen.
  • Es dürfen keine Beiträge mit gewerblichem und/oder werbendem Charakter eingestellt werden.
  • Eine kommerzielle Nutzung durch z.B. das Anbieten von Waren oder Dienstleistungen ist nicht erlaubt.
  • Die Beiträge dürfen keine Links enthalten.
  • Zitate müssen durch die Angabe einer Quelle bzw. des Urhebers belegt sein.

Wir behalten uns vor, Beiträge nicht zu veröffentlichen.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir anonyme Beiträge nicht freischalten, melden Sie sich daher bitte mit Ihrem Namen an. Geben Sie am besten auch Ihre E-Mail- Adresse an, damit wir Ihnen gegebenenfalls individuell antworten können.

Durch das Abschicken Ihres Beitrags räumen Sie kirche-im-SWR.de das Recht ein, Ihre Beiträge dauerhaft zu präsentieren, in Beiträge einzuarbeiten (ohne Namensnennung) oder sie nach redaktionellem Ermessen zu löschen. Wir behalten uns vor, diese Richtlinien ggf. zu ändern bzw. zu ergänzen.

Wenn Sie Anmerkungen haben, die Sie uns direkt zukommen lassen möchten, die aber nicht veröffentlicht werden sollen, schicken Sie uns bitte eine Mail an: ev.rundfunkpfarramt.bw@kirche-im-swr.de

Schließen