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SWR2 Lied zum Sonntag

26SEP2021
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Es ist ein zentraler Teil im christlichen Gottesdienst: Das Abendmahl. Eucharistie, Brotbrechen, göttliche Liturgie, Herrenmahl, heilige Kommunion, Altarsakrament. Es gibt eine Vielzahl von Bezeichnungen dafür. Im Kern geht es um die Erinnerung an das letzte Abendmahl, das Jesus mit seinen Jüngern feierte. Erinnert wird so auch an das Sterben und die Auferstehung Jesu. Wie genau diese Erinnerung im Gottesdienst verstanden werden muss, darüber streiten Theologie und Kirchen seit Jahrhunderten. Und trotzdem: Überall auf der Welt sind Brot und Wein zentrale Medien im christlichen Gottesdienst. Nicht umsonst gibt es eine Vielzahl von Liedern, die diesen Ritus begleiten. Wie auch »Nimm, o Gott, die Gaben, die wir bringen«.

 

  1. Nimm, o Gott, die Gaben, die wir bringen. Nimm uns selber an mit Brot und Wein. Alles Mühen, Scheitern und Gelingen wollen wir vertrauend dir, unserm Vater, weihn.

 

Während der Text von Raymund Weber erst 2009 veröffentlicht wurde, hat die Melodie schon ein paar Jahre auf dem Buckel. In seiner Schlichtheit erinnert sie an ein Volkslied. Aber ganz so alt ist die Melodie doch nicht. Sie stammt aus dem Musical »Jesus Christ Superstar«. 1970 erschienen feiert das Musical bis heute Erfolge. Hier hört sich das Lied so an.

 

Look at all my trials and tribulations, sinking in a gentle pool of wine. Don't disturb me now, I can see the answers till this evening is this morning life is fine.

 

Im Musical singen die Jünger Jesu dieses Lied. Sie sitzen zusammen, essen gemeinsam. Sie träumen davon, dass dieser Abend ewig weitergeht. Guter Wein, Gespräche, und vielleicht ein bisschen Ruhm, weil sie eben mit Jesus zusammen sind. Doch dann verändert sich im Musical die Stimmung - und folgt damit dem biblischen Text. Denn während die Apostel selig sind, spricht Jesus von Verrat. Legt sich mit Judas an. Im Musical aber träumen die Jünger Jesu, dass ihr Leben immer so weitergeht.

 

Look at al my trials and tribulations, sinking in a gentle pool of wine. What's that in the bread it's gone to my head till this morning is this evening life is fine.

 

Tim Rice, der Texter von »Jesus Christ Superstar«, lieferte dem Komponisten Andrew Lloyd Webber eine Steilvorlage für die Spannung, in der die Abendmahlsszene steht. Mit Freunden essen und trinken einerseits, andererseits aber steht über allem Verrat und der Schatten des Todes.

Raymund Weber knüpft in »Nimm, o Gott, die Gaben, die wir bringen« an diese Spannung an. Sein Text erzählt in sehr traditioneller Sprache von den Gaben, die beim Abendmahl eine zentrale Rolle spielen - und von der Hingabe Jesu am Kreuz.

 

  1. Jesus hat sich für uns hingegeben, durch die Zeit bewahrt in Brot und Wein. Nimm als Lob und Dank auch unser Leben, schließ uns in die Hingabe deines Sohnes ein.

 

Im Musical ist der Abendmahlsaal zu sehen, zu hören ist, was die Jünger träumen und was sie bewegt. In »Nimm, o Gott, die Gaben« geht es um Brot und Wein. Sie sind Symbol für Menschen, für das Leben und den Tod Jesus. Das mündet in den Wunsch, dass Menschen verwandelt werden, dass sie, wie Brot und Wein, zum Lebensmittel für andere Menschen werden.

 

  1. Nimm uns an, sei du in unsrer Mitte, wandle unser Herz wie Brot und Wein. Sei und nah und höre unsre Bitte, neu und ganz geheiligt von deinem Geist zu sein.

 

 

 

Nimm, o Gott, die Gaben, die wir bringen (GL 188)

Text: Raymund Weber (2009)

Musik: Andrew Lloyd Webber (1970)

 

Katholischer Kirchenchor Schömberg

Ostersonntag 2018 in der Stadtkirche St. Peter und Paul in Schömberg Musikalische Leitung: Stephanie Simon

E-Piano: Laurenzia Balzer

Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=AwJMUh4Knyg

 

The Last Supper

Text: Tim Rice

Musik: Andrew Lloyd Webber

 

Aus: Jesus Christ Superstar. A Rock Opera (1970)

Disc 2; Track 1 (7:10)

MCD 00501-2/DMCX 501-2

LC 1056

 

Aus: Jesus Christ Superstar (1996/2005)

Disc 2; Track 1 (7:07)

  1. LC 00309
https://www.kirche-im-swr.de/?m=33982