Woche vom 20.01.2008 bis 26.01.2008 

Von Bischof Dr. Franz-Peter Tebartz-van Elst, Limburg, Katholische Kirche
Sonntag, 20. Januar 2008
Liebe Hörerinnen und Hörer,
mit diesem Sonntag beginne ich meinen Dienst als neuer Bischof von Limburg. Im Dom, der geistlichen Mitte unseres Bistums, findet heute Nachmittag der Festgottesdienst mit meiner Amtseinführung statt. Schon bei meinem ersten Besuch nach der Ernennung durch Papst Benedikt XVI. hat mich der Limburger Dom fasziniert. Die erhabene Archi-tektur, die außen und innen ein Blickfang ist, führt dazu, dass die Seele aufsteigt. Nicht nur die Augen gehen hier nach oben und verfolgen die Richtung der frühgotischen Stre-bepfeiler. Der ganze Mensch fühlt sich hier erhoben. Damit kommt ein Wesenszug unse-res Glaubens zum Ausdruck: Gott richtet den Menschen auf. Gott möchte, dass der Mensch über sich hinauswächst. Gott hat dem Menschen eine Größe zugedacht, die aus-strahlen soll, dass er Gottes Ebenbild ist. Die Baumeister des Limburger Domes haben es verstanden, zu zeigen, wie groß Gott vom Menschen denkt.
Was die Architektur ins Bild bringt, hat der Bischof durch seine Berufung in die Tat umzu-setzen. Dafür Sorge zu tragen, dass der Mensch zu seiner gottgewollten Entfaltung kommt, beginnt damit, Anwalt der Menschen zu sein. Überall dort, wo die Werte des E-vangeliums in den Kompromissen des Alltags zu kurz kommen, gilt es, die Stimme zu erheben. Weil das Recht auf Leben immer absolut ist und Werte keine Stichtagsreglungen kennen, bedeutet bischöflicher Dienst Parteinahme für das Leben. Überall dort, wo wirt-schaftliche Globalisierung soziale Benachteiligung oder Ausgrenzung mit sich bringt, hat der Bischof für Gerechtigkeit und Solidarität einzutreten. Beide Aufgaben bedeuten zwei Temperamente, die oberhalb des Altarraumes im Limburger Dom an einem eindrucksvol-len Bild abzulesen sind. Es zeigt die beiden Bistums- und Dompatrone Georg und Niko-laus in einer unmittelbaren Nähe zu Christus, dem Weltenherrscher mit segnender Hand. Georg, der Drachentöter, ist ein frühchristlicher Märtyrer, der mit ganzer innerer Kamp-feskraft und Unbeugsamkeit für den Glauben und Gottes unantastbares Recht des Lebens eingetreten ist. Auf der anderen Seite zeigt das Deckenfresko den gütigen Bischof Niko-laus von Myra, der zu Lebzeiten die unterschiedlichen Nöte der Menschen aufspürte und ihnen half, wo sie Mangel litten.
Beide Heiligen bilden im Verbund mit Christus ein Programm für die Reichweite des bi-schöflichen Dienstes: Es geht um Gott und die Menschen. Es geht um Prinzipien des Glaubens und um eine Pastoral der Barmherzigkeit. Beides schließt sich nicht aus. Es gehört zusammen. Wo die Kirche ihre Stimme zum Schutz des Menschen erhebt, geht es immer auch darum, anzusprechen, dass erst die Verbindung mit Gott, ein neues Mitein-ander in unserer Gesellschaft zu schaffen vermag. Wer nahe bei Gott ist, kommt auch den Menschen nahe. Wer viel mit Gott spricht, findet auch die passenden Worte für die Menschen.
Der Limburger Dom holt Menschen in die erhabene Geborgenheit des Glaubens und ent-lässt sie verwandelt ins Leben. Daran erinnert hinten im Dom die Darstellung des Hl. Christophorus. Schon sein Name sagt, worum es geht. Wer den Glauben verinnerlicht, wird zum Christusträger. Aus der Sammlung bei Gott kommt die Sendung zu den Men-schen. Christophorus ist der Patron aller, die unterwegs sind. So kennen ihn manche, die auf seine Plakette in den Autos schauen. Seine Mission ist mehr: Er steht an der Seite aller, die dem Glauben im Leben Gestalt geben.
Liebe Hörerinnen und Hörer, als neuer Bischof von Limburg suche ich für diese Bewegung Verbündete. Die Weggemeinschaft im Glauben mit allen, die in den Familien, in unseren Gemeinden und in unserer Diözese Mitverantwortung für die Weitergabe unseres Glau-bens tragen, hat im Bistum Limburg eine gute Tradition. Mit der Fürsprache der Hl. Bis-tumspatrone Georg und Nikolaus und auf die Fürbitte des Hl. Christophorus weiß ich mich mit allen Menschen guten Willens im Einsatz für das Evangelium.
Meine Einführung als Bischof von Limburg geschieht in der Weltgebetswoche für die Ein-heit der Christen. Dieses Zeichen ökumenischer Verbundenheit kann in 2008 auf 100 Jahre gelebter Praxis zurückschauen. Ich betrachte es als ein Vermächtnis, das zugleich neu zum Auftrag wird.
Auf dem Bild oben im Dom sind die Heiligen nahe bei der segnenden Hand Christi. Diese Geste und Gabe gilt uns allen auf dem Weg des Glaubens.
mit diesem Sonntag beginne ich meinen Dienst als neuer Bischof von Limburg. Im Dom, der geistlichen Mitte unseres Bistums, findet heute Nachmittag der Festgottesdienst mit meiner Amtseinführung statt. Schon bei meinem ersten Besuch nach der Ernennung durch Papst Benedikt XVI. hat mich der Limburger Dom fasziniert. Die erhabene Archi-tektur, die außen und innen ein Blickfang ist, führt dazu, dass die Seele aufsteigt. Nicht nur die Augen gehen hier nach oben und verfolgen die Richtung der frühgotischen Stre-bepfeiler. Der ganze Mensch fühlt sich hier erhoben. Damit kommt ein Wesenszug unse-res Glaubens zum Ausdruck: Gott richtet den Menschen auf. Gott möchte, dass der Mensch über sich hinauswächst. Gott hat dem Menschen eine Größe zugedacht, die aus-strahlen soll, dass er Gottes Ebenbild ist. Die Baumeister des Limburger Domes haben es verstanden, zu zeigen, wie groß Gott vom Menschen denkt.
Was die Architektur ins Bild bringt, hat der Bischof durch seine Berufung in die Tat umzu-setzen. Dafür Sorge zu tragen, dass der Mensch zu seiner gottgewollten Entfaltung kommt, beginnt damit, Anwalt der Menschen zu sein. Überall dort, wo die Werte des E-vangeliums in den Kompromissen des Alltags zu kurz kommen, gilt es, die Stimme zu erheben. Weil das Recht auf Leben immer absolut ist und Werte keine Stichtagsreglungen kennen, bedeutet bischöflicher Dienst Parteinahme für das Leben. Überall dort, wo wirt-schaftliche Globalisierung soziale Benachteiligung oder Ausgrenzung mit sich bringt, hat der Bischof für Gerechtigkeit und Solidarität einzutreten. Beide Aufgaben bedeuten zwei Temperamente, die oberhalb des Altarraumes im Limburger Dom an einem eindrucksvol-len Bild abzulesen sind. Es zeigt die beiden Bistums- und Dompatrone Georg und Niko-laus in einer unmittelbaren Nähe zu Christus, dem Weltenherrscher mit segnender Hand. Georg, der Drachentöter, ist ein frühchristlicher Märtyrer, der mit ganzer innerer Kamp-feskraft und Unbeugsamkeit für den Glauben und Gottes unantastbares Recht des Lebens eingetreten ist. Auf der anderen Seite zeigt das Deckenfresko den gütigen Bischof Niko-laus von Myra, der zu Lebzeiten die unterschiedlichen Nöte der Menschen aufspürte und ihnen half, wo sie Mangel litten.
Beide Heiligen bilden im Verbund mit Christus ein Programm für die Reichweite des bi-schöflichen Dienstes: Es geht um Gott und die Menschen. Es geht um Prinzipien des Glaubens und um eine Pastoral der Barmherzigkeit. Beides schließt sich nicht aus. Es gehört zusammen. Wo die Kirche ihre Stimme zum Schutz des Menschen erhebt, geht es immer auch darum, anzusprechen, dass erst die Verbindung mit Gott, ein neues Mitein-ander in unserer Gesellschaft zu schaffen vermag. Wer nahe bei Gott ist, kommt auch den Menschen nahe. Wer viel mit Gott spricht, findet auch die passenden Worte für die Menschen.
Der Limburger Dom holt Menschen in die erhabene Geborgenheit des Glaubens und ent-lässt sie verwandelt ins Leben. Daran erinnert hinten im Dom die Darstellung des Hl. Christophorus. Schon sein Name sagt, worum es geht. Wer den Glauben verinnerlicht, wird zum Christusträger. Aus der Sammlung bei Gott kommt die Sendung zu den Men-schen. Christophorus ist der Patron aller, die unterwegs sind. So kennen ihn manche, die auf seine Plakette in den Autos schauen. Seine Mission ist mehr: Er steht an der Seite aller, die dem Glauben im Leben Gestalt geben.
Liebe Hörerinnen und Hörer, als neuer Bischof von Limburg suche ich für diese Bewegung Verbündete. Die Weggemeinschaft im Glauben mit allen, die in den Familien, in unseren Gemeinden und in unserer Diözese Mitverantwortung für die Weitergabe unseres Glau-bens tragen, hat im Bistum Limburg eine gute Tradition. Mit der Fürsprache der Hl. Bis-tumspatrone Georg und Nikolaus und auf die Fürbitte des Hl. Christophorus weiß ich mich mit allen Menschen guten Willens im Einsatz für das Evangelium.
Meine Einführung als Bischof von Limburg geschieht in der Weltgebetswoche für die Ein-heit der Christen. Dieses Zeichen ökumenischer Verbundenheit kann in 2008 auf 100 Jahre gelebter Praxis zurückschauen. Ich betrachte es als ein Vermächtnis, das zugleich neu zum Auftrag wird.
Auf dem Bild oben im Dom sind die Heiligen nahe bei der segnenden Hand Christi. Diese Geste und Gabe gilt uns allen auf dem Weg des Glaubens.



