Woche vom 18.11.2007 bis 24.11.2007 

Von Gerd Schmoll, Karlsruhe, Evangelische Kirche
Beten für den Frieden
Sonntag, 18. November 2007
Die Szene bleibt mir im Gedächtnis: Vor einigen Jahren hatten Franzosen und Deutsche, durch eine kirchliche Partnerschaft verbunden, miteinander Gottesdienst gefeiert, gemeinsam gebetet, auch Abendmahl gehalten. Einer der Franzosen war an der Austeilung beteiligt. Unmittelbar danach sagte er spürbar bewegt: Vielleicht habe ich auf jemanden, dem ich jetzt das Brot gereicht habe, einmal geschossen. Und er deutete ein wenig stockend an, dass er als junger Mann am bewaffneten Widerstand gegen die deutsche Besatzung beteiligt war. Jetzt hat er seine Erinnerung und die Erfahrung der Gemeinschaft im Gottesdienst kaum zusammenbringen können. Ich spürte sein großes Staunen darüber, dass die Überwindung der Feindschaft und das Gelingen von Versöhnung und Frieden möglich sind.
Der Volkstrauertag erinnert an Krieg und Gewalt, an die Opfer der Kriege und Gewalttaten in der Vergangenheit und heute, an erfahrenes und begangenes Unrecht. Wir dürfen, was geschehen ist und bis heute geschieht, nicht vergessen. Es ist aber gut, wenn wir uns zugleich daran erinnern, dass Versöhnung und Frieden gelingen können. Und es ist gut, dabei nach dem eigenen Beitrag zum Frieden zu fragen.
Was ist der Beitrag der Christen zum Frieden? Wie alle Menschen guten Willens haben sie sich am Protest gegen ungerechte Gewalt, an der Arbeit für Frieden auf den verschiedenen Ebenen des Zusammenlebens, an Hilfen für die Opfer von Gewalt und nicht zuletzt an der Erziehung zum Frieden zu beteiligen. Ihr besonderer Beitrag ist aber das Beten für den Frieden. Denn das Beten ist, wie Luther sagt, das Handwerk der Christen; hier sind sie Fachleute. Darum werden im ersten Brief an Timotheus die Christen aufgefordert, vor allen Dingen, also zuerst zu beten – für alle Menschen, besonders aber für Menschen, die Macht haben und regieren. Sie sollen ins Gebet genommen werden. Selbstverständlich war das damals nicht. Es hieß ja, auch für den römischen Kaiser zu beten, von dem die Gemeinden, die zu den nicht erlaubten Religionen zählten, nichts Gutes zu erwarten hatten. Also auch für die Tyrannen beten, für die, die über Leichen gehen, für die Gewaltherrscher, die Kriege vom Zaun brechen, die ihre Untertanen unterdrücken? Als die Hugenotten in La Rochelle 1627/28 eine schreckliche Belagerung erlitten, bei der Tausende starben, haben sie dennoch täglich für den König, der sie belagern ließ, gebetet. Was werden sie erbeten haben? Doch wohl, dass er zur Vernunft kommen, Gerechtigkeit walten lassen und Frieden machen möge! So kann das Gebet für Mächtige auch ein Gebet gegen ihr Verhalten, für eine Änderung ihres Verhaltens oder für eine Veränderung der Herrschaftsverhältnisse sein, auch heute. Und die Mächtigen, die ganz offensichtlich den Weg zum Frieden nicht gehen, können dabei durchaus beim Namen genannt werden, sofern dabei das Gebet nicht für eine politische Meinungsäußerung missbraucht wird. - Um des Friedens willen nehmen Christen die friedlose Welt ins Gebet.
Wenn Christen dies gemeinsam tun, wenn sie Gottesdienst halten, das Abendmahl empfangen, miteinander um Frieden bitten, werden sie zuerst selbst eine Gemeinschaft, in der einander Fremde Nähe und sogar einst Verfeindete Versöhnung erfahren. - Wenn Christen um Frieden im Zusammenleben der Menschen und der Völker bitten, unterbrechen sie den Mechanismus gegenseitiger Vorurteile und Verdächtigungen und nehmen nicht hin, dass Gewalt zwangsläufig zur Gegengewalt führen muss. Betend verweisen sie auf die Möglichkeit der Verständigung und Versöhnung. - Wenn Christen um Frieden bitten, bekennen sie, dass Gott Frieden will. Das können sie, weil sie erfahren haben, dass Gott sich mit ihnen versöhnt und ihnen Frieden geschenkt hat. Sein Friede bewegt sie zuerst zum Beten um Frieden und dann auch zum Eintreten für Frieden und zur Versöhnung!
Der Volkstrauertag erinnert an Krieg und Gewalt, an die Opfer der Kriege und Gewalttaten in der Vergangenheit und heute, an erfahrenes und begangenes Unrecht. Wir dürfen, was geschehen ist und bis heute geschieht, nicht vergessen. Es ist aber gut, wenn wir uns zugleich daran erinnern, dass Versöhnung und Frieden gelingen können. Und es ist gut, dabei nach dem eigenen Beitrag zum Frieden zu fragen.
Was ist der Beitrag der Christen zum Frieden? Wie alle Menschen guten Willens haben sie sich am Protest gegen ungerechte Gewalt, an der Arbeit für Frieden auf den verschiedenen Ebenen des Zusammenlebens, an Hilfen für die Opfer von Gewalt und nicht zuletzt an der Erziehung zum Frieden zu beteiligen. Ihr besonderer Beitrag ist aber das Beten für den Frieden. Denn das Beten ist, wie Luther sagt, das Handwerk der Christen; hier sind sie Fachleute. Darum werden im ersten Brief an Timotheus die Christen aufgefordert, vor allen Dingen, also zuerst zu beten – für alle Menschen, besonders aber für Menschen, die Macht haben und regieren. Sie sollen ins Gebet genommen werden. Selbstverständlich war das damals nicht. Es hieß ja, auch für den römischen Kaiser zu beten, von dem die Gemeinden, die zu den nicht erlaubten Religionen zählten, nichts Gutes zu erwarten hatten. Also auch für die Tyrannen beten, für die, die über Leichen gehen, für die Gewaltherrscher, die Kriege vom Zaun brechen, die ihre Untertanen unterdrücken? Als die Hugenotten in La Rochelle 1627/28 eine schreckliche Belagerung erlitten, bei der Tausende starben, haben sie dennoch täglich für den König, der sie belagern ließ, gebetet. Was werden sie erbeten haben? Doch wohl, dass er zur Vernunft kommen, Gerechtigkeit walten lassen und Frieden machen möge! So kann das Gebet für Mächtige auch ein Gebet gegen ihr Verhalten, für eine Änderung ihres Verhaltens oder für eine Veränderung der Herrschaftsverhältnisse sein, auch heute. Und die Mächtigen, die ganz offensichtlich den Weg zum Frieden nicht gehen, können dabei durchaus beim Namen genannt werden, sofern dabei das Gebet nicht für eine politische Meinungsäußerung missbraucht wird. - Um des Friedens willen nehmen Christen die friedlose Welt ins Gebet.
Wenn Christen dies gemeinsam tun, wenn sie Gottesdienst halten, das Abendmahl empfangen, miteinander um Frieden bitten, werden sie zuerst selbst eine Gemeinschaft, in der einander Fremde Nähe und sogar einst Verfeindete Versöhnung erfahren. - Wenn Christen um Frieden im Zusammenleben der Menschen und der Völker bitten, unterbrechen sie den Mechanismus gegenseitiger Vorurteile und Verdächtigungen und nehmen nicht hin, dass Gewalt zwangsläufig zur Gegengewalt führen muss. Betend verweisen sie auf die Möglichkeit der Verständigung und Versöhnung. - Wenn Christen um Frieden bitten, bekennen sie, dass Gott Frieden will. Das können sie, weil sie erfahren haben, dass Gott sich mit ihnen versöhnt und ihnen Frieden geschenkt hat. Sein Friede bewegt sie zuerst zum Beten um Frieden und dann auch zum Eintreten für Frieden und zur Versöhnung!



