Manuskripte

SWR3 Worte

Markus Nierth war Ortsteilbürgermeister im sächsichen Tröglitz. Weil er sich gegen Rechtsradikale im Ort gewehrt hat, hat er Morddrohungen bekommen. Trotzdem ist er in dem Ort geblieben. Warum? Er erzählt:

Ich bin in einem evangelischen Pfarrhaus aufgewachsen. […] ich hatte eine Wut und einen Hass auf das dritte Reich und habe mich immer gefragt, wie es sein konnte, dass die Menschen damals nicht aufgestanden sind?

Ich habe selbst die tollen, fetten, friedlichen Jahre gelebt und komme mit meiner Familie in eine Situation, in der ich reden muss, wenn ich nicht mein Herz, mein Gewissen und meinen Glauben verraten will. […] Ich habe meine Ängste erstmal bei meinem Seelsorger aber auch im Gebet losgelassen, erst daraufhin habe ich beschlossen: ich werde kämpfen.

https://www.evangelisch.de/inhalte/144109/06-06-2017/radikalisiderte-sind-wie-pubertierende

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DJ Bobo ist inzwischen auch schon Vater von zwei Kindern. Nach der Geburt der Kinder hat sich bei ihm etwas Einschneidendes verändert. Er sagt nämlich:

Ich war mir selbst nicht mehr der Wichtigste. Ich hatte immer Angst vor dem Tod, aber als das erste Kind auf die Welt kam, war das vorbei, denn ich wusste, dass das Leben nach mir weitergeht.

Wenn ich vorher so eine Aussage von andern Leute gehört habe, dachte ich immer: Was labert der… Kinder sind wichtiger als du selbst… So ein Quatsch! Jetzt bin ich sehr glücklich mit dieser Erkenntnis.“

Galore Interviews, Ausgabe 6/2017

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Manchmal muss man seltsame Dinge tun, um andere zu unterstützen. Der Musikjournalist Peter Rüchel hat sich in den 70ern lange Haare wachsen lassen! Nicht wegen der Mode, sondern aus Solidarität:

Ich habe das gemacht, um meinen kleinen Sohn zu unterstützen. Der trug seine blonden Haare auch lang, eines Tages musste er ins Krankenhaus, wo ihn die Ärzte und Schwestern immer mit der gleichen blöden Frage begrüßten: „Na, bist du ein Junge oder ein Mädchen?“ Das ging ihm so sehr auf den Keks, dass ich ihm eines Tages sagte: Denen zeigen wir, was eine Harke ist – ich lasse mir die Haare auch wachsen“.

Galore Interviews, Ausgabe 6/2017

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Die Sängerin Beth Ditto wurde in einem Interview nach dem Begriff Selflove, also Selbstliebe gefragt und ob es auch Selbstliebe ist, wenn man sich einfach mal etwas gönnt. Sie sagt:

Es tut mir auf jeden Fall gut, mir etwas Schönes zu kaufen, mir die Augenbrauen zupfen zu lassen oder zur Gesichtsbehandlung zur Kosmetikerin zu gehen. Ich weiß jedoch nicht, ob ich das Selbstliebe nennen würde – oder einfach nur, dass ich mir etwas gönne.  […]

Wenn […] Eitelkeit zum Selbstzweck wird, dann kann man es auch gleich sein lassen. Konsum kann nie das Ziel sein. Natürlich kann es therapeutisch wirken, shoppen zu gehen oder sich die Fingernägel machen zu lassen, aber wissen sie was auch therapeutisch wirkt. Therapie. Aber das macht sich nicht so gut als Hashtag.

Galore Interviews, Ausgabe 6/2017

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Hygge ist Dänisch und heißt so viel wie „Gemütlichkeit“. Für den dänischen Krimiautoren Jussi Adler-Olsen ist Hygge der Schlüssel zum Glück und er meint, man kann das lernen und zwar so:

Die meisten von uns haben einen sehr stressigen Tag. Den hinter uns zu lassen und die Tür zur Außenwelt zu schließen, ist der erste Schritt. Heutzutage machen sich viele Leute Sorgen um ihre Kariere. Die meisten Leute haben gar keine Karriere, sie versuchen nur, irgendwie vom Fleck zu kommen, vielleicht etwas mehr Geld zu verdienen. Aber mit jedem Schritt, den sie dieser Idee des Vorankommens widmen, opfern sie wertvolle Zeit. Es hilft daher, zu sagen: Glück braucht keinen Reichtum.

Galore Interviews, Ausgabe 6/2017

https://www.kirche-im-swr.de/?m=24603

Männer mögen keine Frauen, die klüger oder intelligenter sind als sie. So das Klischee. Aber es geht auch anders und das ist wunderschön, wie der Autor Jussi Adler-Olsen von seinen Eltern erzählt.

Mein Vater genoss eine sehr gute Bildung, er war der beste Schüler seiner Schule – bis eines Tages meine Mutter kam und ihn übertraf. Das verblüffte ihn. Er konnte sich nicht erklären, wie es möglich war, dass es jemanden Besseres als ihn gab. Er wurde neugierig auf dieses Mädchen und dachte viel über sie nach. Eines Tages begegneten sie sich am Bahnhof. Er fasst sich ein Herz, ging zu ihr hinüber und sagt: „Ich bin Henry Olsen, und ich liebe sie von ganzem Herzen. Wollen Sie mich heiraten, mich ein Leben lang lieben und bei mir bleiben?“ Und sie sagte ja. So ist es passiert, dafür gibt es Zeugen.

Galore Interviews, Ausgabe 6/2017

https://www.kirche-im-swr.de/?m=24602

Feuerwehrleute, Polizisten, Rettungssanitäter, sie und andere setzen sich für die Allgemeinheit ein. Und solche Leute hat es schon zu biblischen Zeiten gegeben. Wie man mit denen umgehen soll, erklärt die Bibel so….

Wir haben aber eine Bitte an euch, Brüder und Schwestern: Erkennt diejenigen unter euch an, die sich für die Gemeinde abmühen – die im Auftrag des Herrn für euch sorgen und euch zur Vernunft bringen. Begegnet ihnen wegen ihres Einsatzes mit größter Achtung und voller Liebe. Lebt in Frieden miteinander.

…Und habt Geduld mit allen. Achtet darauf, dass niemand Böses mit Bösem vergilt. Bemüht euch vielmehr, einander und allen anderen immer nur Gutes zu tun

1. Thess 5 (nach der BasisBibel)

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