Manuskripte

SWR3 Worte

Der Leiter des Literaturhauses Frankfurt, Hauke Hückstatt, will für seine zwei Töchter ein aktiver Papa sein. Und er kriegt das hin, auch wenn das manchmal schwierig ist. Er erzählt:

Als meine Frau neulich ein Wochenende weg war, kam alles zusammen. Meine 81-jährige Mutter kam zu Besuch. Ich stand selbst auf dem Podium vor 600 Leuten. Davor musste meine Tochter zu einem Kindergeburtstag. Danach bekam sie Fieber und Erbrechen. Ich simste meiner Frau: "Ist hier irgendwo eine versteckte Kamera?" Es lief aber alles glatt, auch wenn ich keine ruhige Minute hatte.

Chrismon-Magazin 02/2016

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Für ihr Buch "Bestimmt wird alles gut" hat die Kinderbuchautorin Kirsten Boie Flüchtlingskinder nach ihrer Geschichte befrag. Die Geschichte von Rahaf, einem Mädchen aus Syrien, und ihrer Lieblingspuppe hat sie besonders beeindruckt. Kirsten Boie erzählt:

[Die Puppe muss Rahaf] in einen Rucksack packen. Die Schleuser bringen dann die Flüchtlinge an Bord und sagen ihnen, dass sie ihr Gepäck gleich holen werden - aber das bleibt dann zurück. Mehr Menschen auf dem Schiff bedeuten mehr Geld, Gepäck ist schwer und unrentabel (...) So bleiben die Puppe, Papas Geld und seine Papiere im Rucksack zurück und Rahafs Familie sieht diese Dinge nie wieder. (...) Man könnte denken, dass die Kinder besonders unter der Bombengefahr oder unter der gefährlichen Überfahrt leiden, doch es war der Diebstahl ihrer Sachen. (...) Der Betrug durch Erwachsene ist etwas ganz Schlimmes.

Chrismon-Magazin 02/2016

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Das meiste von dem, was man unter dem Namen "Luxus" zusammenfasst, und viele der so genannten Bequemlichkeiten des Lebens sind nicht nur zu entbehren, sondern geradezu Hindernisse für den Aufstieg des Menschengeschlechtes. (...)

Niemand war ärmer an äußern Reichtümern als die alten chinesischen, indischen, persischen und griechischen Philosophen, niemand aber auch so reich an innern.Nur von dem günstigen Standpunkt aus, den wir freiwillige Armut nennen, kann das menschliche Leben unparteiisch und vernünftig beurteilt werden.

Der Schriftsteller und Philosoph Henry David Thoreau
Aus: Das Fastenlesebuch, Weniger kann mehr sein – Vom Reichtum des Verzichts im Angesicht des Überflusses, Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik 2003

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Der Kabarettist Christoph Sonntag sagt:

Stellen wir uns das Geld als Blut vor und alle Menschen, die diesen blauen Planeten beleben, als Organismus. Theoretisch ist genug Blut da, um alle Organe und Extremitäten zu durchbluten. Aber ein paar Organe füllen ordentliche Mengen dieses Blutes in Vorratsbehältern ab und halten es zurück. Sie benötigen dieses Blut nicht, sie wollen es aber haben, weil es ihnen Sicherheit gibt. Weil sie dieses Blut dazu einsetzen können, um weiteres Blut auf ihre Seite zu bekommen. Das sie auch nicht wirklich brauchen.

Erst wenn wir das Wissen verinnerlicht haben, dass wir alle zusammengehören und zusammen ein Organismus sind, wird Weltfrieden herrschen und wird, was für alle da ist, auch an alle gerecht verteilt werden.

Aus: Großes Herz, Sieben Wochen ohne Enge

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"Unsichtbar macht sich die Dummheit, indem sie sehr große Ausmaße annimmt", heißt es bei Bert Brecht. Was immer so war, was täglich geschieht, was alle tun und glauben, das legitimiert sich dadurch, dass alle es tun und dass es immer so war. So entsteht die fatale Situation der Untat, die fast keine Subjekte hat: der Schuld, ohne dass sich jemand schuldig fühlt, und der Tat ohne Täter. Die Gewöhnung raubt das Gewissen. Das nennt die biblische Tradition Verblendung.

Sündigen heißt nicht nur, gegen die eigene Erkenntnis und das eigene Gewissen zu handeln. Man ist nicht nur verantwortlich vor seinem Gewissen. Verantwortlich ist man auch für sein Gewissen.

Der Theologe Fulbert Steffensky Fulbert Steffensky, Kommt, kommt herein!, in: Sieben Wochen ohne, Zutaten, Themenheft zur Fastenaktion der evangelischen Kirche

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Der Theologie Fulbert Steffensky findet, man soll seinen Kindern nicht nur Geld und Wertgegenstände vererben, sondern auch gute Geschichten über sich selbst. Er sagt:

Für die Kinder sorgen heißt auch, ihnen etwas zu erzählen geben. Sie lernen, dass das Leben gut ist, wenn sie etwas über die Güte ihrer Väter und Mütter zu sagen wissen. Es ist nicht nur eine sentimentale Erinnerung, wenn Menschen sagen können: Ich hatte einen guten Vater, ich hatte eine gute Mutter. sie lehren ihre Kinder mit dieser Erinnerung, dass man in diesem Leben leben kann und nicht in Zweifel und Selbstzweifel ersticken muss.

Fulbert Steffensky, Kommt, kommt herein!, in: Sieben Wochen ohne, Zutaten, Themenheft zur Fastenaktion der evangelischen Kirche

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Ohne Liebe, ist alles nichts. Sagt jedenfalls der Apostel Paulus in der Bibel:

Liebe ist geduldig, Liebe ist freundlich. Sie kennt keinen Neid, sie spielt sich nicht auf, sie ist nicht eingebildet.
Sie verhält sich nicht taktlos, sie sucht nicht den eigenen Vorteil, sie verliert nicht die Beherrschung, sie trägt keinem etwas nach.

Sie freut sich nicht, wenn Unrecht geschieht, aber wo die Wahrheit siegt, freut sie sich mit.
Alles erträgt sie, in jeder Lage glaubt sie, immer hofft sie, allem hält sie stand.Die Liebe vergeht niemals. Was für immer bleibt, sind Glaube, Hoffnung und Liebe, diese drei. Aber am größten von ihnen ist die Liebe.

1. Kor 13 Übersetzung: Basisbibel, Deutsche Bibelgesellschaft 2014.

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