Manuskripte

SWR3 Worte

Ein neuer Tag. Martin Luther King, der für seinen Kampf gegen die Rassentrennung erschossen wurde, sagte einmal:
Der Glaube an die Morgendämmerung entsteht durch den Glauben, dass Gott gut und gerecht ist. Wer daran glaubt, weiß, dass die Widersprüche des Lebens weder endgültig noch das Ende sind.
Es ist möglich, die dunkle Nacht zu durchqueren mit der strahlenden Überzeugung, dass alle Dinge zum Guten wirken für die, die Gott lieben. Selbst die sternloseste Mitte der Nacht kann Anbruch einer großen Erfüllung ankündigen.

Aus: Frieden stiften - jeden Tag

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Ich glaube,
dass Gott aus allem, auch aus dem Bösesten,
Gutes entstehen lassen kann und will.
Dafür braucht es Menschen,
die sich alle Dinger zum Besten dienen lassen.

Ich glaube,
dass Gott uns in jeder Notlage
soviel Widerstandskraft geben will, wie wir brauchen.
Aber er gibt sie uns nicht im Voraus,
damit wir uns nicht auf uns selbst, sondern
allein auf ihn verlassen.
In solchem Glauben müsste Angst
Vor der Zukunft überwunden sein.

Ich glaube,
dass Gott kein zeitloses Fatum ist,
sondern dass er auf aufrichtige Gebete
und verantwortliche Taten wartet und antwortet.

Der Theologe und Widerstandskämpfer Dietrich Bonhoeffer
Aus: Frieden stiften - jeden Tag

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Muss man den Tod fürchten? Die Stargeigerin Anne-Sophie Mutter meint:

Ich würde gerne unbemerkt verreisen, würde gern einfach einschlafen oder einen unauffälligen Adresswechsel vornehmen. Das wäre schön. Der Tod ist mir bereits mehrmals begegnet [...] Spätestens dann wird einem klar, dass das Leben keine Carte blanche (Blankoscheck) ist. Wir sind alle eingespannt, die Tage sind von Pflichterfüllung geprägt, aber trotzdem muss man sich immer wieder die Frage stellen: Was will Gott von uns? Was will ich mit meinem Leben bewirken? Nehme ich meine Umwelt war? Wie geht es meiner Seele?

Chrismon-Magazin 11/2011

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Ines Geipel ist Schriftstellerin, und frühere DDR Leistungssportlerin. Sie war unwissentlich gedopt und gab deshalb zwanzig Jahre nach dem Weltrekord in der Staffel ihren Titel zurück. Sie sagt:

Bei mir war der Sport eine Geschichte von seelischer Not. Das hatte auch mit der Flucht vor mir selbst zu tun. Irgendwann war mir klar: Du kannst nicht mehr vor dir fliehen, du musst stehen bleiben und dich und eine Sprache finden. In meinem Leben kam die reale Flucht aus der DDR dazu. Im Westen angekommen, war schnell klar: Hier ist nichts mehr mit Fliehen. Wohin auch. Es hat sich ausgeflüchtet.

Chrismon-Magazin 2/2012

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Wahre Größe ist es wieder aufzustehen

Nelson Mandela, ehemaliger Präsident und Widerstandskämpfer von Südafrika meint:

Wenn unsere Gebete nicht erhört werden, wenn unsere Erwartungen und Träume nicht wahr werden, sollten wir alle daran denken, dass wahre Größe nicht darin besteht, nie zu fallen, sondern darin, nach jedem Sturz wieder aufzustehen.

Gefunden in: Magazin 3E

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Das jüdische Glaubensbekenntnis beginnt mit den Worten „Höre, Israel". Eine lebendige Beziehung zwischen Gott und Mensch fängt mit dem Hören an. Unter Menschen ist das kein bisschen anders. Verliebte lauschen stundenlang darauf, was der oder die andere zu sagen hat. Diese zärtliche Wissbegierde kann auch die Beziehungen älterer Paare, die von Eltern und Kindern, von Freunden und Kollegen auszeichnen. Ihre Beziehungen sind immer dann gut, wenn sie hören und sich ausreden lassen - auch dann, wenn sie darauf brennen, die eigene Botschaft loszuwerden, zu kommentieren, zu widersprechen.

Die Theologin Susanne Breit-Keßler
Chrismon-Magazin 2/2012

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Ich habe mich häufig falsch geschämt. Jahrelang bin ich mit S-Bahn und U-Bahn von Starnberg nach München zur Universität gependelt und habe in der Vorbereitung auf ein Seminar die Bibel gelesen, allerdings eingebunden in den Knallbunten Umschlag eines Kommissar-Wallander-Krimis. Ich habe mich für die Bibellektüre geschämt, wollte keinesfalls mit bibelfundamentalistischen Gruppierungen in Verbindung gebracht werden. Wiederholt kam es zu sehr anregenden kurzen Gesprächen über Kommissar Wallander. Die Liebe zu Wallander ist leicht abgekühlt, die Liebe zur Bibel ist eher gewachsen. Großartige Literatur. Kein Grund, sich für seinen Geschmack zu schämen.

Der Theologe und Schriftsteller Klaas Huizing
Chrismon-Magazin 3/2012

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