Manuskripte

SWR3 Worte

Der römische Philosoph Seneca
sagt schon im 1. Jahrhundert über Bodybuilding und Seelentraining:

„Es gibt mir zu denken, dass viele den Körper üben,
aber nur wenige den Geist.
Ich mache mir meine Gedanken darüber, wie viele Menschen
zu einer billigen und rein unterhaltsamen Veranstaltung zusammenströmen,
während bei geistigen Veranstaltungen von Wert gähnende Leere herrscht.
Was für seelische Schwächlinge sind doch die,
deren Arme und Beine wir bewundern.
Folgendes aber macht mir am meisten zu schaffen:
Wenn der Körper doch durch Training stark gemacht werden kann,
warum dann nicht auch die Seele stark machen,
um die Schläge des Schicksals aushalten zu können?"

Zitiert nach: Christian Leven, „Heute ist der beste Tag zum Glücklichsein",
Herder-Verlag, Freiburg im Breisgau 2007, S.30.

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Der ehemalige Torwart der Fußball-Nationalmannschaft, Jens Lehmann,
über Tod und Auferstehung:
„Kurz vor dem Tod habe ich keine Wünsche mehr.
Ich werde noch einmal beten.
Vor dem Tod selbst habe ich keine große Angst.
Und nach dem Tod?
Da gibt es ein Wiedersehen mit schon Verstorbenen."

Jens Lehmann, „Ich werde noch einmal beten",
in: Till Weishaupt, Meine letzten 24 Stunden - Bekenntnisse, Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2010, S.38.

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„Du kannst nicht leben,
wenn du keinen Menschen hast,
um den du dich kümmerst.
Wirklich leben heißt:
sich um Menschen kümmern, aufmerksam, einfühlsam, erfinderisch.
Sich um einen Menschen kümmern
reißt mich aus meiner Enge heraus,
aus dem ewigen Kreisen um mich selbst.
Manchmal fällt es bitter schwer, sich anderen zuzuwenden,
ihre Sorgen zu teilen und ihre Last zu teilen.
Aber zuletzt bringt es Freude und Erfüllung,
einen Vorgeschmack von Paradies."

Phil Bosmans
Zitiert nach: Christian Leven, „Heute ist der beste Tag zum Glücklichsein",
Herder-Verlag, Freiburg im Breisgau 2007, S.138.

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Die ZDF-Moderatorin Petra Gerster über Glauben, Mut und Charakter:

„Nicht die Nazis sind erstaunlich.
Sie geben uns keine Rätsel auf,
sondern sie sind leicht erklärbar und berechenbar.
Erstaunlich sind die Ausnahmen.
Erstaunlich sind die Gegner der Nazis,
die oft mit dem Leben für ihre Haltung bezahlten,
die sich Morddrohungen aussetzten,
Gefängnisaufenthalte in Kauf nahmen
und der Staatsgewalt trotzten um der Idee der Freiheit willen.
In solchen Menschen brennt ein Gedanke:
Ihr könnt uns umbringen, aber das,
woran wir glauben und wofür wie stehen,
das könnt ihr nicht umbringen."

Petra Gerster und Christian Nürnberger,
„Charakter - worauf es bei Bildung wirklich ankommt",
Rowohlt-Verlag, Berlin 2010, S.66.

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Die 19-jährige Annika hat Krebs. Sie sagt über Leben und Tod:

Ich weiß, dass ich sterben muss.
Dabei ist mein Körper noch so jung,
aber eben doch schon kaputt.
Und ich denke:
Müsste man in der Schule nicht auch was über den Tod lernen?
Ein paar Übungen über den Todesgedanken machen?
So wie man sich auf dem Schwebebalken übt
oder wie man Geometrie und Erdkunde lernt?
Sonst benimmt man sich beim Sterben wie ein Kleinkind.
Aber ich möchte den Tod mit Stil ertragen,
mit Tapferkeit und Weisheit.
Was das für schöne Worte sind:
Weisheit und Tapferkeit.
Sie klingen wie Silber.

Zitiert nach „Leben mit dem Tod",
herausgegeben von Dorothea von Choltitz, Calwer Verlag, Stuttgart 2008, S. 54.

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Über den Sinn von Leben und Tod sagt der Philosoph Seneca:

„Wir müssen uns eher für den Tod als für das Leben vorbereiten.
Denn das Leben ist doch ziemlich gut geordnet -
auch wenn wir immer glauben, uns fehle noch etwas.
Aber irgendetwas Begehrenswertes wird es immer geben.
Doch nicht von Erfolgen und Erfahrungen hängt es ab,
ob wir genug gelebt haben,
sondern von unserer inneren Einstellung.
Ich selbst habe genug gelebt.
In innerer Befriedigung erwarte ich den Tod."
Zitiert nach „Über den Tod",
herausgegeben von Daniel Keel Und Isabelle Vonlanthen, Diogenes-Verlag-Ag, Zürich 2008, S.38.

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Der Rapper Shyne sagt über seinen Glauben:

„Ich habe als junger Mann einen schrecklichen Fehler gemacht
und dafür bezahlt.
Ins Gefängnis gehen bringt die Karriere nicht gerade in Schwung.
Aber seit ich aus dem Gefängnis freigekommen bin,
ist mir ein Wunder nach dem anderen passiert.
Ich habe Gott um Liebe gebeten,
und ich habe sie erhalten.
Jetzt will ich in die Zukunft blicken."

Zitiert nach: Sara Leme, „Gangster-Rapper schwört Flüchen ab";
in: Rhein-Hunsrück-Zeitung Nr.8 vom 11.01.11, Mittelrhein-Verlag Koblenz, S. 21.

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