Manuskripte

SWR3 Worte

An Gott glauben heißt für mich
An den Sommer nach dem Regen glauben
An den Regen nach der Dürre glauben,
an den Weizen nach der Saat glauben,
an die Gesundheit nach der Krankheit glauben,
an den Erfolg nach der Arbeit glauben,
an die Versöhnung nach dem Streit glauben,
an die Freude nach dem Schmerz glauben,
an den Frieden nach dem Krieg glauben,
an die Liebe nach dem Hass glauben,
an die Gemeinschaft nach dem Alleinsein glauben,
an die Zukunft nach der Vergangenheit glauben,
an das Leben nach dem Tod glauben

Michaela, 14 Jahr
Aus: ... Mit einem Senfkorn Glauben im Gepäck, Texte junger Christen, hg. v. Gerhard Ettl, Verlag Ludwig Auer Donauwörth,

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Wenn der Reiche Mann mit Laternen auf seinem Wagen in der dunklen Nacht fährt: sieht er eine kleines Stück besser als der Arme, der im Dunkeln fährt - aber er sieht auch nicht die Sterne, daran hindern ihn seine Laternen gerade. So [ist es] mit aller weltlichen Verständigkeit, sie sieht gut in der näheren Umgebung, beraubt sich aber der unendlichen Aussicht.

Der Philosoph Sören Kierkegaard
Sören Kierkegaard, Geheime Papiere, Eichborn Verlag, Frankfurt am Main, 2004

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Was hilft in der Krise? Der Schauspieler Bruno Ganz meint: Geduld. Kleine Schritte, nicht hängenlassen. Sich sagen: Im Moment ist es ganz schlecht, und die Perspektive ist noch schlechter, aber bewege dich. Nur so viel, wie du kannst, ohne zusammenzubrechen, aber halte es aus. Gib nicht auf. Lass es auch sein, geh auch weg, aber komm wieder. Komme wieder! Mach ganz kleine Bewegungen, bis es wieder in Fluss kommt.

Aus: Chrismon, 11/2010 , Hanseatisches Druck und Verlagshaus GmbH

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Martin Luther hat einmal gesagt: „Woran du dein Herz hängst, das ist dein Gott." Ich empfand das als großen Vorwurf. Denn ich konnte mein Herz viel besser an Dinge oder an andere Menschen hängen als an Gott. Doch dann verstand ich diesen Satz neu, anders herum: „Woran du dein Herz hängst, das ist deine Erscheinungsform von Gott."
Gott begegnet mir in dem, woran ich mein Herz hänge. Ich kann in [diesen Beziehungen] Gott entdecken. Diese Dinge hat mir Gott geschenkt, um mich zu versorgen.

Der Theologe, Autor und Karikaturist Werner „Tiki" Küstenmacher
Aus: Der Jesus-Luxus Abreiskalender 2010, Kösel-Verlag, zum 23. November

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Ein alter Bauer, hatte ein altes Pferd für die Feldarbeit. Eines Tages entfloh das Pferd in die Berge, und als alle Nachbarn des Bauern sein Pech bedauerten, antwortete der Bauer „Pech? Glück? Wer weiß"
Eine Woche später kehrte das Pferd mit einer Herde Wildpferde aus den Bergen zurück, und diesmal gratulierten die Nachbarn dem Bauern wegen seines Glücks. Seine Antwort hieß: „Glück? Pech? Wer weiß?"
Als der Sohn des Bauern versuchte, eines der Wildpferde zu zähmen, brach er sich ein Bein. Jeder hielt das für ein großes Pech. Der Bauersagte nur: „Pech? Glück? Wer weiß?"
Ein paar Wochen später marschierte die Armee ins Dorf und zog jeden tauglichen jungen Mann ein, den sie finden konnten. Als sie den Bauernsohn mit seinem gebrochenen Bein sahen, ließen sie ihn zurück. Glück? Pech? Wer weiß?

Anthony de Mello, aus: Weisheit für die Seele, Sonderband 2007, Hg. v. Sylvia Müller und Ulrich Sander, Herderverlag 2007

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Eine Farbige wünschte, in eine New Yorker Gemeinde aufgenommen zu werden. Der Pfarrer war reserviert.
"Tja", sagte er, "da bin ich nicht sicher, ob es unseren Gemeindemitgliedern recht sein würde.
Ich schlage vor, Sie gehen erst mal nach Hause und beten darüber und warten ab, was Ihnen der Allmächtige dazu zu sagen hat."

Einige Tage später kam die Farbige wieder. Sie sagte: "Herr Pfarrer, ich habe Ihren Rat befolgt.
Ich sprach mit dem Allmächtigen über die Sache, und er sagte zu mir: Bedenke, dass es sich um eine sehr exklusive Kirche handelt.
Du wirst wahrscheinlich nicht hineinkommen.
Ich selbst versuche das schon seit vielen Jahren, aber bis jetzt ist es mir noch nicht gelungen."

Typisch! Kleine Geschichten für anderen Zeiten, Andere Zeiten e.V.

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Wie sieht Gott aus? Ein Lehrer erzählt folgende Geschichte:

Einmal fragte mich eine Schülerin: Wie sieht Gott eigentlich aus?" Zunächst war ich verdutzt und sagte: „Du, das kann ich auch nicht sagen." Gott sei Dank hat es dann [zur Pause] geklingelt. [Und] in der Pause sah ich, wie sich die Schülerin um einen anderen sehr nett gekümmert hat, der hingefallen war. Gleich in der nächsten Stunde habe ich ihr gesagt: „Marianne, eben habe ich etwas von Gott gesehen. Er sah ein bisschen aus wie du."

Aus: Chrismon, 7/2005, Hanseatisches Druck und Verlagshaus GmbH

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