Manuskripte

SWR3 Worte

Advent kommt - wieder mal - viel zu früh. Ich habe noch keinen Kopf dafür, geschweige denn Zeit.
Trotzdem: Ich möchte nicht, dass diese geheimnisvollen Wochen ohne mich beginnen. Heute Abend stelle ich mich dem Advent...
Vorbereitet oder eingekauft habe ich natürlich nichts, aber in der Küche treibe ich noch vier Teelichter auf. Dazu eine tonschale und einen Zweig aus dem Vorgarten. Wacholder zwar, aber grün ist grün. Ein Licht mit Grün, mehr brauche ich nicht für eine Ahnung. Einen Augenblick Ruhe, Erinnerungen, Sehnsucht.
Irgendwo summt eine Melodie: Macht hoch die Tür...
Der Advent kann beginnen. Meinetwegen.

Christian Gerfrid - Heute
denn: heute abend fängt der Advent wirklich an!

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Ich bin froh, wenn ich sagen kann: „Ich habe wirklich getan, was ich konnte, mehr war nicht drin." Es gibt schon ein paar Sachen, wo ich denke: „Das hast du gut gemacht." Es gibt aber auch ein paar, die ich niemandem erzähle, die schrecklich sind. Die guten haben meistens damit zu tun, das  ich anderen Leuten etwas Liebes angetan habe, wenn ich Leuten geholfen habe. Wenn ich etwas getan habe, das mir nichts nützt und wofür ich keinen Gegenwert erhalte.
Gehe ich an einem Bettler vorbei, denke ich immer wieder: „Warum belästigen die mich?" Und dann bleibe ich stehen und sage mir: „Komm, wer bist du!? Du verdienst ziemlich viel Geld, was soll das!?" Dann gehe ich zurück und tue zwei Euro in den Hut. Danach geht es mir besser.

Der Schauspieler Bruno Ganz: Danach geht es mir besser

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Die Zauberei ist insofern ein ehrliches Gewerbe, als ein Zauberer zu täuschen verspricht und es anschließend - hoffentlich - auch tut. Am nächsten kommt der Zauberei vielleicht noch die Politik - nur steht hier die Täuschung oft hinten und das Versprechen zur Ehrlichkeit vorn. Zauberer geben zu, dass sie mit Tricks arbeiten. Früher war die Magie für mich studentischer Brötchenerwerb. Und heute denke ich: Man kann sich nicht immer nur mit Politik beschäftigen. Man muss gelegentlich auch etwas Anständiges tun. Wahrscheinlich kompensiere ich einiges mit Zauberei. Die Weisheit der Jesus-Forderung: "Werdet wie die Kinder!" wird mir nie so klar wie nach einer Zaubervorstellung. Der Journalist Franz Alt über seine Nebentätigkeit - auf der Bühne ist er  Francesco Altini und lässt sein Publikum werden wie die Kinder...

(Franz Alt auf seiner Homepage „www.sonnenseite.com"
[www.sonnenseite.com/Zaubershow,46.html ])

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Weinend
sagte Franziskus von Assisi eines Tages zum Herrn:
Ich liebe die Sonne
und die Sterne.
Ich liebe Klara
und ihre Schwestern.
Ich liebe das Herz der Menschen
und alle schönen Dinge.

Herr, du musst mir verzeihen,
denn nur dich sollte ich lieben.

Lächelnd
antwortete der Herr:

Ich liebe die Sonne
und die Sterne.
Ich liebe Klara
und ihre Schwestern.
Ich liebe das Herz der Menschen
und alle schönen Dinge.

Mein Franziskus, du musst nicht traurig sein,
denn das alles liebe auch ich.

Ein Volkslied aus Umbrien - darüber, wieso die Liebe zur Welt und zu den Menschen auch Liebe zu Gott ist.

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(Manche sind sehr) schnell darin ..., andere zu verurteilen und zu beschämen; (sie) gehören meistens auch zu jenen, die es vorziehen(, den anderen) zu verdammen anstatt zu korrigieren und zum Guten zurückzuführen. Das hat einen Beigeschmack von Hochmut und  Verachtung...
Ein Mensch zum Beispiel sündigt aus Zorn und du weist ihn hasserfüllt zurecht. (...) Es kann dir passieren, dass du zornig wirst, wenn du korrigieren willst, doch der Hass korrigiert niemals... Wirf zuerst den Hass weit weg von dir; dann wirst du (den Bruder oder die Schwester) auch korrigieren können, (die oder) den du liebst.


Der Kirchenvater Augustinus vor 1600 Jahren - theologisch begründete Lebenshilfe; manchmal ist es ja wirklich nötig, einen Mitmenschen zurechtzuweisen...

(Aurelius Augustinus: Über die Bergpredigt

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Einmal, am Pilastro in der Tofana, da hat Andy Holzer die Warnung seines vorsteigenden Partners missachtet ... Er ... fiel. Ohne Ruf- und Sichtkontakt zu seinem Kletterpartner baumelte er unter einem Überhang etwa drei Meter von der Wand entfernt im Seil. „Ich wusste nicht mehr, wo die Wand ist, und ich wusste, dass ich der einzige Mensch bin, der mir helfen kann." Er begann hin und her zu schwingen, es dauerte eineinhalb Stunden, bis er wieder Halt gewann. In solchen Situationen helfe ihm auch sein Glaube, sagt Holzer. „Himmelvater steh' mir bei", derlei Stoßgebet schicke er dann hinauf. „Und das hilft immer"(, sagt er).
Wenn er bei seinen Vorträgen vom Herrgott anfange, verließen manche Besucher fluchtartig den Raum, das gelte eben als uncool. Doch ihm ist es wichtig. So wichtig, „dass mich manche schon einen modernen Pfarrer nennen."

Hans Gasser spricht mit dem blinden Extremkletterer Andy Holzer - übers Klettern und eben über Gott.

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Unser Vater im Himmel!
Groß ist dein Name und heilig.
Dein Reich kommt,
Wenn dein Wille geschieht,
Auch auf Erden.
Gib uns das, was wir brauchen.
Vergib uns, wenn wir Böses tun und Gutes unterlassen.
So wie auch wir denen verzeihen wollen,
Die an uns schuldig geworden sind.
Und mach uns frei, wenn es Zeit ist,
Von den Übeln dieser Welt.

Das Vater unser - neu übersetzt von Bundestagspräsident Norbert Lammert

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