Manuskripte

SWR3 Worte

Erkundigen wir uns, meine Freunde;
Jeder ist doch froh, wenn man Anteil nimmt. [...]
Wir brauchen, dass jemand kommt und nach uns fragt.  [...] Viele blühen doch richtig auf, wie ein Honigkuchenlipizzaner, wenn man sie fragt, was sie denn so machen. Wenn man sich für sie interessiert.
Und da können Sie mir sagen, was Sie wollen, alle Menschen werden im Augenblick ganz andere Menschen, wenn sie merken, da ist plötzlich jemand, der oder die sich für das, was ich so mache, interessiert.
Plötzlich sieht der ganze Tag völlig anders aus, viel heller, obwohl es regnet. [...]
Sie müssen das auch mal machen. Probieren Sie es mal, wenn sie - an diesem Wochenende - in Gesellschaft - sind, gehen Sie einfach mal auf den Stillsten und auf die Schüchternste zu, fragen Sie, was beide so machen, und dann lassen Sie sie erzählen!

Hans-Dieter Hüsch
Anteilnahme
In: Hans-Dieter Hüsch: Das Schwere leicht gesagt. Freiburg (Herder), 1994, S.77f

https://www.kirche-im-swr.de/?m=9425

Im Traum habe ich etwas gesehen. Das war schön.
Im Traum habe ich etwas gehört: es war eine wunderbare Musik.
Im Traum konnte ich sogar fliegen. [...]

Träume sind Schäume, sagen manche. Sind sie es wirklich?

Auch der Jakob in der Bibel hat geträumt:
Er sah eine Leiter. Sie stand auf der Erde, die Spitze bis an den Himmel.
Und da ... Boten Gottes steigen auf und nieder.
Und Gott ist über ihm - über Jakob:
Ich bin's, der Gott Deines Vaters Abraham.
Höre: [...] Ich will Dich behüten, wo immer Du hingehst. Heimkehren wirst Du wieder an diesen Ort. Ich verlasse Dich nicht. [...] Und so geschah es!

Sind Träume wirklich Schäume?

Dietrich Steinwede, Religionspädagoge
In: Was ich gesehen habe. Thematische Bibelerzählungen für Kinder, Eltern und Lehrer. Göttingen: Vandenhoeck  Rupprecht; München: Pfeiffer, 1976, S. 39ff.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=9424

Ich erwarte an diesem Morgen das Licht -
die Dunkelheit hat es nicht überwältigen können.
Im Glanz der aufgehenden Sonne erwarte ich das Feuer,
das am Anfang war und noch immer leuchtet.
Ich erwarte die Glut des Lebens, die aufleuchtet über der Erde und
glitzert im Meer und am Himmel.
Dies zu sehen, lässt Dich die göttlichen Spuren erahnen in allem, was lebt.
Mögest Du am heutigen Tag gesegnet sein zu sehen!

Keltischer Morgensegen
Am Morgen
In: Sylvia Müller u. Ulrich Sander (Hg.): Auf all unsern Wege. Worte, die begleiten. Freiburg, Basel, Wien (Herder) 2008, S. 124.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=9423

Heute ist Buß- und Bettag. Und heute geht die 31. ökumenische FriedensDekade, in der sich die Christenheit 10 Tage lang intensiv für den Frieden einsetzt, zu Ende. Ihre Schirmherrin, Margot Käßmann, fordert:

"Christinnen und Christen in allen Kirchen weltweit haben klar für die Überzeugung einzutreten, dass es keinen Weg zum Frieden durch Krieg gibt, sondern dass Frieden der Weg ist, um zu einem friedlichen Zusammenleben von Nationen und Kulturen zu finden.
Wir müssen darauf bestehen, dass Religion endlich nicht mehr Konflikte verschärft, sondern zu ihrer Lösung beiträgt. [...]
Auch wenn es für manchen naiv klingen mag - ich bleibe dabei: Wir brauchen mehr Fantasie für den Frieden, mehr Fantasie für ganz andere Formen, Konflikte zu bewältigen. Und mir liegt daran, mit Menschen anderer Religionen zusammenzuarbeiten, die sich auch für die Überwindung von Krieg einsetzen.

Margot Käßmann
Geist und Logik von Krieg und Gewalt widerstehen!
In: Informationsblatt zu "30 Jahre Ökumenische FriedensDekade", hrsg. von Gesprächsforum der Ökumenischen FriedensDekade, Bonn, S.1.
(http://www.friedensdekade.de/uploads/media/Zeitungsentwurf_Internetvorlage_15__280x420.pdf)

https://www.kirche-im-swr.de/?m=9422

Heute vor 57 Jahren wurde der Deutsche Kinderschutzbund gegründet. Gegenwärtig leben immer mehr Kinder in Armut. Wie die Sozialausgaben bei uns verteilt werden, beleuchtet das Bundesjugendkuratorium:
"Die Prioritäten des Sozialstaates haben sich in den letzten Jahren kaum geändert. Er sorgt nämlich - wie in den meisten anderen Ländern auch - vor allem für Alte und Kranke. Knapp 290 Milliarden Euro werden an Renterinnen und Rentner, Pensionäre und Hinterbliebene überwiesen, hinzukommen 260 Milliarden für Kranke und Invalide, was insgesamt drei Viertel aller Sozialausgaben im Jahre 2009 entspricht. Für Kinder sind dagegen lediglich [...] knapp 70 Milliarden eingeplant."

Claudia Lücking-Michel, Vorsitzende des Bundesjugendkuratoriums
In: Kinderarmut in Deutschland. Eine dringende Handlungsaufforderung an die Politik, Deutsches Jugendinstitut e.V., München, 2009, S. 14 (http://www.dksb.de/images/web/PDFs/BJK_Kinderarmut_August09.pdf)

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Es gibt sichtbare Engel:
Engel zu Hause; Engel im Bus; Engel, die einen unbekannten Verletzten verbinden; Engel in Alltagskleidung; Engel mit einem Schulranzen
Und es gibt unsichtbare Engel:
Ich werde beschützt. Ich weiß nicht, von wem.
Ich sage: Das war ein Engel.
Ich habe große Freude. Ich weiß nicht woher.
Ich sage: Das war ein Engel.
Mir wurde geholfen in großer Not.
Ich sage: Das war ein Engel.

Dietrich Steinwede, Religionspädagoge
In: Was ich gesehen habe. Thematische Bibelerzählungen für Kinder, Eltern und Lehrer. Göttingen: Vandenhoeck  Rupprecht; München: Pfeiffer, 1976

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Margot Käßmann zum Volkstrauertag:

"Ich bin überzeugt, wir können aus dem Krieg lernen, und es macht mich bitter, wenn ich erkennen muss, wie wenig wir lernen. [...]
Mir liegt daran, dass wir ein Gedächtnis bewahren, dass wir die Erinnerung nicht auslöschen. Eine Gesellschaft ohne Erinnerungskultur geht zugrunde.
Wenn wir die Friedhöfe abschaffen, wenn wir keinen Orte und Zeiten des Gedenkens mehr haben, wenn wir eine Dauerparty veranstalten, dann geht uns ganz schnell der Sinn des Lebens verloren. Dann erst erschrecken wir wohl wirklich vor dem Tod, weil wir versucht haben, ihn zu ignorieren."

Margot Käßmann
Können wir die Trauer nicht vergessen - Zum Volkstrauertag
In: Was können wir hoffen - was können wir tun? Antworten und Orientierung. Freiburg im Breisgau: Verlag Herder

https://www.kirche-im-swr.de/?m=9419