Manuskripte

SWR3 Worte

Für den Start ins Wochenende gebe ich Ihnen ein Segenswort aus Irland mit:
„Segen sei mit dir, der Segen des strahlenden Lichtes.
Licht sei um Dich her und innen in Deinem Herzen.
Sonnenschein leuchte Dir und erwärme Dein Herz,
bis es zu glühen beginnt wie ein großes Torffeuer […].
Aus Deinen Augen strahle gesegnetes Licht, wie zwei Kerzen in den Fenstern eines Hauses, die den Wanderer locken, dort drinnen Schutz vor der stürmischen Nacht zu suchen.
Wen Du heute auch triffst, wenn Du über die Straße gehst – ein freundlicher Blick von Dir möge ihn treffen.“
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Das ist ein guter Tag, der über den Dächern der Stadt aufgeht. […] Denn auch über den unscheinbarsten und alltäglichsten Tag weht der Hauch des Einzigen und das Versprechen des Vollkommenen.
Ich bin bereit, zu lernen, seine Kostbarkeiten zu sehen, mich auf ihn einzulassen und ihm jede Chance zu geben.
Ich bin bereit, den langen Weg bis ans Ende zu gehen!
Im Wissen, dass ich eine Tages nichts […] so sehr erflehen werde, wie einen neuen Morgen, eine Wiederkehr des unscheinbarsten und alltäglichsten Tages.
Das ist ein guter Tag!

Reinhard Mey, Liedermacher
Titel: Das war ein guter Tag
In: Reinhard Mey: Einhandsegler (CD), Maikäfer Musikverlag Berlin, 2000.

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Heute vor 80 Jahren wurde Martin Luther King geboren. Bis zu seiner Ermordung im Jahr 1968 hat er unermüdlich gegen die Rassentrennung und Benachteiligung der Schwarzen in Amerika gekämpft. Er hat gesagt:
„Alles, was ich in Sachen Bürgerrechte tue, sehe ich als Teil meines Dienstes als Pastor an, da ich der Ansicht bin, dass das Evangelium dem ganzen Menschen dient. Es genügt nicht, sich um die Seele des Menschen zu kümmern, man muss sich genau so um den Körper und die Umweltbedingungen kümmern, die die Seele verletzen.“

Martin Luther King
In: Testament der Hoffnung. Letzte Reden, Aufsätze und Predigen, eingeleitet und übersetzt Heinrich W. Grosse, Gütersloh (GTB Siebenstern)

https://www.kirche-im-swr.de/?m=5215
Wenn wir zuweilen die Geduld verlieren, unsere Meinung einfach auf den Tisch knallen und dabei bemerken, dass der Andere zusammenzuckt,
berufen wir uns mit Vorliebe darauf, dass wir halt ehrlich waren. […]
Und dann, wenn es heraus ist, dann sind wir zufrieden; […] Im Weiteren überlassen wir es dem Anderen, was er mit unserer Ohrfeige anfängt […].
Aber was ist damit getan, wenn ich meinem Nachbarn sage, dass ich ihn für einen Hornochsen halte? Vielleicht braucht es Mut, aber noch lange keine Liebe!
Der Weise, der wirklich Höfliche, ist stets ein Liebender!
Man begnügt sich nicht damit, dass man dem Anderen einfach seine Meinung sagt. Man bemüht sich zugleich um ein rechtes Maß, damit sie den Anderen nicht umwirft […]. Wohl hält man ihm die Wahrheit hin, aber so, dass er hineinschlüpfen kann.

Max Frisch
In: Tagebuch 1946-1949, Frankfurt a.M. (Suhrkamp Verlag), 1950, zitiert nach: Der Andere Advent, Meditationen und Anregungen 1. Dezember 2007 bis 6. Januar 2008, Di. 11.12.07, Andere Zeiten e.V., Initiativen zum Kirchenjahr Hamburg.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=5214
Sie sitzt zu seinen Füßen und spielt mit allem, dessen sie habhaft werden kann. Er hat eigentlich unentwegt zu tun, aber dennoch oder gerade deswegen hat er jeden Tag seine Freude an dem, was und wie sie es tut.
Die Rede ist von Sophia, der Weisheit, wie sie zu Gottes Füßen sitzt und dort spielt; so wird sie im Alten Testament liebevoll persönlich beschrieben [Sprüche 8,30]. […]
Sophia, Weisheit: Sie darf nicht als […] Sofahockerin verkleidet werden, die sich der Welt enthält. Weisheit trägt unangepasste zeitlose Eleganz und kann sich überall sehen lassen, auch wenn sie nicht überall gern gesehen wird.

Susanne Breit-Kessler, Theologin
In: www.e-wie –evangelisch.de - Sophia

https://www.kirche-im-swr.de/?m=5213
„[Gestern], in der Schule:
Nein, ich will nicht mit der an einen Tisch.
Die ist nie gewaschen. Die stinkt. […]

Vor zweitausend Jahren in Galiläa:
Diese Steuereintreiber, diese Gauner und Landesverräter!
Die halten es mit den Römern, mit Heiden und Unreinen.
Mit denen an einen Tisch?
Nein! Niemals! […]

Matthäus hat das alles aufgeschrieben, was die Pharisäer denken:
Mit solchen an einem Tisch? Nein!
Und er hat auch aufgeschrieben, was Jesus dazu sagt:
Ja, gerade mit denen an einen Tisch. Gott will das so.“

Dietrich Steinwede, Religionspädagoge
Mit denen an einen Tisch?

In: Dietrich Steinwede, Was ich gesehen habe. Thematische Bibelerzählungen für Kinder, Eltern und Lehrer

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Wie wäre es, heute ganz spontan ein paar Gäste zum Essen einzuladen? Sie meinen, der fast leere Kühl- und Vorratschrank lässt das nicht zu?

Frère Roger, Gründer der Kommunität Taizé, meint:

„Wer seinen Besitz teilt, kann nicht umhin, den eigenen Lebensstil zu vereinfachen und seine Wohnung zu öffnen. Es braucht nur ganz wenig, um gastfreundlich zu sein. Zuviel Besitz hemmt die Gemeinschaft eher, als sie zu vergrößern. Bei Tisch entfaltet sich der Geist des Festes in der Einfachheit.
Vereinfachen, um intensiv zu leben – darin findest Du den Geschmack am Leben.“

Frère Roger
In: Alles vom anderen verstehen. Freiburg (Herder Verlag), 1986

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