Manuskripte

SWR3 Worte

„Mein Gott!“ sagt die Frau zu ihrem Mann,
„wir haben vergessen, Tante Margarete zu unserem Gartenfest einzuladen.
Ruf sie doch schnell mal an!“ Der Ehemann tut es und entschuldigt sich ausführlich bei der Tante. Die unterbricht ihn.
“Ich wusste von dem Gartenfest, sagt sie, aber ich komme nicht. Ich habe schon um Regen gebetet.“

mündliche Überlieferung

https://www.kirche-im-swr.de/?m=4359
Du hast mich erforscht und kennst mich, Gott.
Du weißt, ob ich sitze oder stehe, du verstehst meine Gedanken von fern.
Mit all meinen Wegen bist du vertraut.
Kein Wort ist auf meiner Zunge, Lebendiger, du kennst sie alle.

Wohin kann ich gehen vor deinem Geist, wohin fliehen vor deinem Angesicht?
Stiege ich hinauf zum Himmel- du bist dort,
schlüge ich im Totenreich mein Bett auf- sieh: du bist da.

Nähme ich die Flügel des Morgenrotes und ließe mich nieder am Äußersten Rand des Meeres,
auch dort würde deine Hand mich leiten und deine Rechte mich festhalten.

Ja, du, du hast meine Nieren gebildet, hast mich gewebt im Leib meiner Mutter. Ich danke dir, dass ich auf erstaunliche Weise wunderbar geschaffen bin.

Bibel in gerechter Sprache, hrsg. Ulrike Bail et al. Gütersloh 2006
https://www.kirche-im-swr.de/?m=4358
Das Paradox unserer Zeit ist:
wir haben hohe Gebäude,
aber eine niedrige Toleranz,…

Wir haben größere Häuser,
aber kleinere Familien, ,...
Wir haben unseren Besitz vervielfacht,
aber unsere Werte reduziert. …

Wir kommen zum Mond,
aber nicht an die Tür des Nachbarn.

Wir haben den Weltraum erobert,
aber nicht den Raum in uns. ...
Wir können Atome spalten,
aber nicht unsere Vorurteile…

Vergesst nicht, mehr Zeit denen zu schenken,
die Ihr liebt,
weil sie nicht immer
mit Euch sein werden.

Sagt ein gutes Wort denen,
die Euch jetzt voll Begeisterung
von unten her anschauen,
weil diese kleinen Geschöpfe bald erwachsen werden und
nicht mehr bei Euch sein werden.

Findet Zeit Euch zu lieben,

George Carlin
Schauspieler und Komiker nach dem Tod seiner Frau

https://www.kirche-im-swr.de/?m=4357
Falls dieser Kollege ein rotes Tuch für Sie ist,
sollten Sie zunächst für sich klären, warum das so ist.
Wenn Sie nur eifersüchtig sind- vergessen Sie’s.

Es hindert Sie doch kein Mensch, ebenfalls nächtens durch die Kneipen zu ziehen und selber Kontakte zu knüpfen.
Wenn Sie den Angeber für einen Lügner halten, wer hindert Sie daran, ihn zu entlarven. Macht vielleicht ein bisschen Arbeit, aber das sollte es Ihnen wert sein, falls Ihnen die Wahrheit tatsächlich so wichtig ist.

Die Frage ist nur: Haben Sie nichts anderes zu tun, als sich um so ein kleines Würstchen mit einem so großen Mangel an Selbstvertrauen zu kümmern? Na also.

Margit Schönberger
Wer Kollegen hat, braucht keine Feinde mehr, Überlebenstraining fürs Büro, Goldmann 2008



https://www.kirche-im-swr.de/?m=4356
Ein Seelchen in der Firma zu haben entspricht in etwa der Aussage eines Hobbygärtners,
dass es an seinem Teich sogar noch Libellen gibt.
Das Seelchen ist ein Indikator dafür, dass eine Firma sich noch individuelle Menschen als Mitarbeiter leistet und nicht jeder Einzelne eine Stahlpanzerung aufweisen muss.

So gesehen sollte man sich an der Kollegenschaft des Seelchens erfreuen-
selbst wenn die rosig- naive Weltsicht dieser Kollegin manchmal nervt
und man sie gelegentlich schütteln und sagen möchte:
„Versteh doch, warum wir oft so rebellisch und kriegerisch sind. Wir müssen uns doch wehren!“

Doch so lange diese Libelle über dem Firmenteich flirrt, existiert für unsere individuellen Macken wenigstens noch ein halbwegs geschütztes Terrain.

Margit Schönberger
Wer Kollegen hat, braucht keine Feinde mehr, Überlebenstraining fürs Büro, Goldmann 2008

https://www.kirche-im-swr.de/?m=4355
Wer von dem Typ des Launenhaften- beispielsweise als Chef- abhängig ist,
sollte sich eine seelische Hornhaut zulegen oder schleunigst seine Versetzung beantragen. …
In den verhängnisvollen Zustand der inneren Kündigung sollte man sich keinesfalls drängen lassen, weil man sonst Gefahr läuft, bald selbst zum launenhaften Typ zu werden.

Der Launenhafte braucht dringend jemanden, der ihm den Kopf zurechtsetzt.
Da im Allgemeinen aber Feigheit stärker verbreitet ist als Mut,
findet sich selten jemand, der den unter dem Launenhaften Leidenden diesen Liebesdienst erweist.

Vielleicht bittet man einen Kollegen, der das Haus verlässt oder in Ruhestand geht, um
einen letzten Gefallen: zum Abschied ein offenes Gespräch.
Obs was hilft, ist fraglich.
Vielleicht lässt es sich arrangieren, dass sich der Launenhafte in eine Psychologin verliebt?

Margit Schönberger
Wer Kollegen hat, braucht keine Feinde mehr, Überlebenstraining fürs Büro, Goldmann 2008

https://www.kirche-im-swr.de/?m=4354
Ich bin so knallvergnügt erwacht.
Ich klatsche meine Hüften.
Das Wasser lockt. Die Seife lacht.
Es dürstet mich nach Lüften.

Aus meiner tiefen Seele zieht
Mit Nasenflügelbeben
Ein ungeheurer Appetit
Nach Frühstück und nach Leben.

Joachim Ringelnatz
https://www.kirche-im-swr.de/?m=4353