Manuskripte

SWR3 Worte

Konstantin Wecker über das, was Menschen vereint:

Wir müssen eine Brücke schlagen zwischen einer neu erwachten Spiritualität und politischem Engagement.
Das, was im Innersten von uns ist, was uns vielleicht lieben lässt, was uns im schönsten Fall so liebevoll auf andere Menschen zugehen lässt, das ist etwas, was uns alle vereint! Was wir alle haben, was jeder Mensch hat.
Ob Muslim, ob Jude, ob Christ oder Atheist. Das gehört uns allen.
Das ist der Gott, der allen gehört.

Konstantin Wecker
Ders: Ich habe Demut für mich entdeckt, in: Hanno Gerwin: Was Deutschlands Prominente glauben. Gütersloh 2005, S.263-267, 267
https://www.kirche-im-swr.de/?m=3134
Kinder sind den meisten Menschen in Deutschland wichtig. Und doch lassen wir es zu, dass trotz boomender Wirtschaft und sinkender Arbeitslosigkeit die Zahl der Kinder, die in relativer Armut und in benachteiligten Verhältnissen aufwachsen, steigt. Der Regelsatz eines Kindes, dessen Eltern von Arbeitslosengeld II leben, ist so niedrig, dass es an vielen normalen Aktivitäten seiner Freunde nicht teilnehmen kann.
Und warum lässt ein wohlhabendes, den Menschenrechten verpflichtetes Land wie Deutschland zu, dass geduldete Flüchtlingskinder in einigen Bundesländern nicht der Schulpflicht unterliegen?

Es reicht nicht aus, wohlwollend über Kinder zu sprechen. Es geht darum, Strukturen in Politik und Gesellschaft zu schaffen, die den jüngsten Mitgliedern der Gesellschaft Schutz, Förderung und Teilhabe ermöglichen.

Heide Simonis, Mitinitiatorin des Bündnisses „Kinderrechte ins Grundgesetz“
Dies.: Kinderrechte ins Grundgesetz. Ich bin dafür, in: Unicef-Nachrichten, Nr.4, 2007, S. 16
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Dann und wann das Tempo verlangsamen, anhalten,
ruhig wahrnehmen, was um uns ist,
was uns schützt, bedroht, erfreut und fördert.
Und uns wieder neu einstellen und ausrichten.

Dann und wann das Tempo verlangsamen, anhalten,
sich hinsetzen und setzen lassen, was sich in uns bewegt.

Dann und wann das Tempo verlangsamen, anhalten,
aus unserer Tiefe Bilder aufsteigen lassen,
dankbar sein und sehen, was sie uns zeigen wollen,
wohin sie uns weisen.

Max Feigenwinter
https://www.kirche-im-swr.de/?m=3132
Ich verschlinge mein Essen,
überfliege meine Arbeit,
kann nur wenige Minuten bleiben
und nur einen Augenblick zuhören.
Ich eile zur nächsten Besprechung,
fordere Knappheit und Kürze,
verabschiede mich schnell,
eile nach Hause,
erledige einige Telefonate,
plane, während ich zuhöre,
und verliere mich selbst.

Was mache ich nun mit der gewonnenen Zeit?

Max Feigenwinter
In: Lass dir Zeit. Eine Einladung zum Verweilen. Eschbach 42003, S. 6
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Peter Modler, Unternehmensberater, betet gerne so:

Du kennst mich, Herr,
und du weißt, wie gern ich alles im Griff habe.
Überraschungen sind mir nicht so recht;
Wenn möglich, mache ich mir meine Pläne und arbeite sie dann ab.
Das gibt mir ein Gefühl der Sicherheit.

Aber jeden Tag bricht wieder das Chaos in meine geregelte Welt ein.
Die Menschen um mich herum, sind zu lebendig für mein Kontrollbedürfnis.
Lass mich verstehen, dass meine Planerei nur ein Geländer ist,
ein kleine Stütze, die ich nicht zu ernst nehmen darf.

Und gib mir den Mut, zum richtigen Zeitpunkt alle Kontrolle zu verlieren.

Peter Modler
In: Ders.: Für Wanderer und Krieger. Männergebete. Freiburg im Breisgau 2004, S. 23.
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Die Schriftstellerin Ulla Hahn erzählt:

Für fünfzig Pfennig […] kaufte ich mir […] ein Schreibheft. SCHÖNE WÖRTER, SCHÖNE SÄTZE schrieb ich aufs Deckblatt. Ich wollte mir einen Vorrat davon anlegen. […] Kräftige Sätze aus „Kalle Blomquist“ und [anderen Büchern] schrieb ich hinein. […]
Dann bekam ich mein erstes Gebet- und Gesangbuch. Es waren nicht die Geschichten, die Hexen, Holmes und Märchen den Rang abliefen. […] Jesus verwandelte Wasser in Wein, mit zwei Broten und fünf Fischen machte er fünftausend Menschen satt. Ganz ähnlich hatte das Schneiderlein „Tischlein deck dich“ gesagt.
Nein, die Geschichten waren es nicht. Es waren die Sätze! „Ich bin das Brot des Lebens“, sagte Jesus. […] Wo immer ich das Buch aufschlug, seine Wörter und Sätze waren schön und geheimnisvoll, voller Zauber und Kraft.

Ulla Hahn
In: Dies.: Das verborgene Wort. München (dtv) 2003, Seite 90
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Margot Käsmann, Bischöfin der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannover, über die „Sonntagsruhe“:

Das Eintreten für den gemeinsamen Rhythmus ist entscheidend. Auch ich muss ja sonntags arbeiten, aber ich empfinde den Sonntag nicht allein wegen des Gottesdienstes als einen besonderen Tag, sondern auch, weil die Verkehrsfrequenz zurückgeht, das ganze Getümmel, das sich sonst abspielt, wird weniger. Es ist eine andere Atmosphäre im Land, und ich glaube, dass wir irgendwann alle dem kollektiven Burnoutsyndrom unterliegen, wenn wir keine Rhythmen mehr haben von Schaffen und Ruhe. Der Sonntag ist eine Auszeit vom Normalen.

In: http://www.ekd.de/sonntagsruhe/1770.html
https://www.kirche-im-swr.de/?m=3128