Manuskripte

SWR3 Worte

Ich bin ein Stück Schöpfung, ein Stück Natur.
Ich will nicht ständig gegen mich, gegen meine Natur ankämpfen.
Wenn ich erschöpft bin, will ich keine Höchstleistungen von mir erwarten. Wenn ich traurig bin, will ich nicht den Clown spielen. Wenn ich satt bin, will ich kein großes Menü essen.
Ich werde mit mir selbst besser zusammenarbeiten – mit meinem Körper und meiner Seele. Und ich werde mehr als bisher auf ihre Signale achten.

„Gesundheit an Leib und Seele“ von Rainer Haak
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Dem Herrn unserem Gott hat es ganz und gar nicht gefallen, dass Gustav E. Lips durch einen Verkehrsunfall starb.

Erstens war er zu jung, zweitens seiner Frau ein zärtlicher Mann, drittens zwei Kindern ein lustiger Vater, viertens den Freunden ein guter Freund, fünftens erfüllt von vielen Ideen.

Was soll jetzt ohne ihn werden? Was ist seine Frau ohne ihn? Wer spielt mit den Kindern? Wer ersetzt einen Freund? Wer hat die neuen Ideen?

Dem Herrn, unserem Gott hat es ganz und gar nicht gefallen, dass einige von euch dachten, es habe ihm solches gefallen.

Im Namen dessen, der Tote erweckte, im Namen des Toten der auferstand: Wir protestieren gegen den Tod von Gustav E. Lips

„Dem Herrn unserem Gott“ von Kurt Marti
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Der Journalist und Entwicklungshelfer Rupert Neudeck hat einen Brief an Oliver Kahn geschrieben und der geht so:

Lieber Oliver!
Wir kennen uns nicht und werden uns wahrscheinlich auch nicht kennen lernen.
Es war 2004 in Afghanistan. Ich aß zu Mittag in Siad Kamarak, ein Dorf am Ende der Welt. Ich fragte die Dorfbewohner, was sie von Deutschland wissen, wen sie kennen. Einstein? Beethoven?
Oliver Kahn, sagte einer. Die Männer kannten nur Ihren Namen. Sie ahnten nicht dass Sie ein 5 Mio. Euro schwerer Mann sind.
Da habe ich mir vorgestellt, dass diese Leute nichts dringender brauchen als eine Schule, eine Wasserleitung, eine Stromversorgung...
Die Schule kostet 45 000 Euro, mit allem was dazu gehört. Eine Tischlerwerkstatt 40 000 eine Wasserleitung mit Pumpe 50 00, eine Solaranlage für die Schule 65 000.
Mit einem Zehntel ihres Monatsgehalts könnten Sie die Bewohner von Siad Kamarak glücklich machen.
Überweisen sie uns doch die 200 000 Euro! Was meines Sie, was man Ihnen dort für Denkmäler setzen wird.

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Ich bitte nicht um Wunder und Visionen, Herr, sondern um die Kraft für den Alltag. Lehre mich die Kunst der kleinen Schritte.
Du weißt wie sehr wir der Freundschaft bedürfen. Gib, dass ich diesem schönsten, schwierigsten, riskantesten und zartesten Geschenk des Lebens gewachsen bin.
Verleihe mir die nötige Phantasie, im rechten Augenblick ein Päckchen Güte, mit oder ohne Worte, an der richtigen Stelle abzugeben.
Mach aus mir einen Menschen, der einem Schiff mit Tiefgang gleicht, um auch die zu erreichen, die „unten“ sind.
Bewahre mich vor der Angst, ich könnte das Leben versäumen. Gib mir nicht, was ich mir wünsche, sondern was ich brauche.
Lehre mich die Kunst der kleinen Schritte.

„Die Kunst der kleinen Schritte“ von Antoine de Saint-Exupéry

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Ich bitte nicht um Wunder und Visionen, Herr, sondern um die Kraft für den Alltag. Lehre mich die Kunst der kleinen Schritte.
Bewahre mich vor dem naiven Glauben, es müsste im Leben alles glatt gehen. Schenke mir die nüchterne Erkenntnis, dass Schwierigkeiten, Niederlagen, Misserfolge, Rückschläge eine selbstverständliche Zugabe zum Leben sind, durch die wir wachsen und reifen.
Erinnere mich daran, dass das Herz oft gegen den Verstand streikt. Schick mir im rechten Augenblick jemand, der den Mut hat, mir die Wahrheit in Liebe zu sagen.

„Die Kunst der kleinen Schritte“ von Antoine de Saint-Exupéry
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Ich bitte nicht um Wunder und Visionen, Herr, sondern um die Kraft für den Alltag. Lehre mich die Kunst der kleinen Schritte.
Mach mich griffsicher in der richtigen Zeiteinteilung. Schenke mir das Fingerspitzengefühl, um herauszufinden, was erstrangig und was zweitrangig ist.
Lass mich erkennen, dass Träume nicht weiterhelfen, weder über die Vergangenheit, noch über die Zukunft. Hilf mir das Nächste so gut wie möglich zu tun und die jetzige Stunde als die wichtigste zu erkennen.

„Die Kunst der kleinen Schritte“ von Antoine de Saint-Exupéry
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Immer, wenn ich traurig bin sagst du, „ ich weiß“,„und nimmst meine Hände. Du machst sie zu Feuerbündeln, die den Raum erwärmen. Plötzlich weiß ich nicht mehr, was Kälte ist und verschenke meinen Schal in den Straßen. Einer wird aufhören zu frieren, wie ich, wenn du sagst, „ich weiß“.

„Immer, wenn ich traurig bin“ von Alexandra Sadóra

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