Manuskripte

SWR3 Worte

Ewig ist Gott und er hat doch zugleich den Kreis der Jahre und ihre Wiederkehr bestimmt, wodurch die Welt sich wandelt und erneuert.
Das Jahr hat er geteilt im Gleichmaß und Wechsel der Zeiten und läßt die Sonne als Weltenuhr den Jahreslauf in seiner Vielfalt ordnen.
Ihm, dem lebendigen Herrn geben und weihen wir heute das Ende des alten Jahres und den Anfang des neuen; in seiner Kraft haben wir die Jahre durchschritten in ihm beginnen wir ein neues Jahr.
Dir Gott und Vater bringen wir unser Gebet und flehen für dieses Jahr um Schutz und Segen.

Aus einem altspanischen Gebet des 7. Jahrhunderts



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Lobe den Herrn, meine Seele und vergiß nicht, was er dir Gutes getan hat: Er, der dir all deine Schuld vergibt, der dein Leben vor dem Untergang rettet und dich mit Huld und Erbarmen krönt. Gott handelt an uns nicht nach unsern Sünden und vergilt uns nicht nach unsrer Schuld. So weit der Aufgang entfernt ist vom Untergang, so weit entfernt er die Schuld von uns. Wie ein Vater sich seiner Kinder erbarmt, so erbarmt sich Gott der Herr über alle, die ihn ehren.

Aus Psalm 103https://www.kirche-im-swr.de/?m=432
28DEZ2006
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Die Menschen fragten sich : Warum der Schmerz? Warum Demütigungen? Warum müssen gerade die Letzten der Erde so leiden? Das fragten die Menschen Gott, und Gott schwieg. Es gab keine Antwort welche die Fragen schmerzerfüllter Herzen hätte beantworten können. Jetzt endlich, im Weihnachtsgeschehen spricht Gott. Gott kommt ganz klein zur Welt; er heißt Kind in einer Krippe. Gott antwortet nicht auf das Warum des Leides; er leidet mit.
Leonardo Boff

Leonardo Boff „Gott leidet mit“
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So knien wir und fragen dieses Kind im armseligen Stall von Bethlehem:
„Wie heißt Du und wo ist die Herrschaft, die du über uns ausüben willst?“
Das Kind antwortet: „Ich heiße wunderbar.“
Wir fragen: „Was willst du damit sagen?“
Das Kind antwortet: Daß ihr nun alles weglassen müßt, was ihr euch vorgestellt habt. Oder habt ihr euch die Gewalt Gottes so vorgestellt? Nun seht, seht sie hier, eine armselige und pflegebedürftige Gestalt Gottes in einem Viehstall.“
„Nein“, antworten wir, „so haben wir es uns nicht vorgestellt, und was sollen wir mit einem solchen armen Gott anfangen?“
Und das Kind antwortet: „Das soll nun das Wunder sein: Ich will etwas mit Euch anfangen!“

Helmut Gollwitzer

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Weihnachten ist, wie wenn das Wort Gottes Fleisch wird, schreibt der Evangelist Johannes:
Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. Alles ist durch das Wort geworden, und ohne das Wort wurde nichts, was geworden ist. In ihm war das Leben und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht leuchtet in der Finsternis. Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt und wir haben seine Herrlichkeit gesehen, die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater.

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Aus dem Baumstumpf Isais wächst ein junger Trieb hervor. Der Geist des Herrn läßt sich nieder auf ihm: Gerechtigkeit ist der Gürtel um seine Hüften, Treue der Gürtel um seinen Leib. Wenn das geschieht, dann wohnt der Wolf beim Lamm, der Panther beim Böcklein. Kalb und Löwe weiden zusammen. Man tut nichts Böses mehr und begeht kein Verbrechen. Denn das Land ist erfüllt von der Erkenntnis des Herrn.

Biblische Verheißung zur Geburt Jesu
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Bis der erste Stern am Himmel leuchtet, muss in Polen am Tag des Heiligen Abend gefastet werden. Erst dann lädt ein festlich gedeckter Tisch Freunde und Verwandte zum Weihnachtsessen ein. Bei der Vorbereitung der Festtafel wird ein Gedeck mehr aufgelegt, als Gäste erwartet werden. Es könnte ja sein, dass noch ein weiterer Gast zum Festessen kommt. Vor dem Essen wird bei Kerzenschein das Weihnachtsevangelium vorgelesen und gebetet. Danach wünschen sich alle Anwesenden eine Frohe Weihnacht, während sie die großen eckigen Backoblaten untereinander aufteilen, die bei keinem Weihnachtsfest fehlen dürfen. Mit dem Teilen der Weihnachtsoblaten bekunden alle, dass sie zur Liebe und Versöhnung bereit sind.
Aus „Lichterglanz in aller Welt“
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