Manuskripte

Anstöße SWR1 BW / Morgengedanken SWR4 BW

„Soll ich Ihnen mal die Wahrheit sagen, wie es wirklich ist“, kündigt mir manchmal jemand an. Und dann kippt er einen großen Kübel an Sorgen und Befürchtungen, an Verdächtigungen und Beschimpfungen aus. Solche Leute reden alles schlecht und sehen überall Gefahren. Sie beschimpfen und beleidigen die, die anders denken als sie selbst. Als ob man so fertig machen und aus der Welt schaffen könnte, was einem nicht passt. Als ob die Wahrheit sagen, heißen würde: allem misstrauen, in allem nur das Schlechte sehen und kein gutes Haar an irgendetwas lassen.

Gottes Geist ist der Geist der Wahrheit. Aber Gottes Geist ist nicht da, wo Menschen sich beleidigen und beschimpfen. Wo sie versuchen, einander mit Worten, mit Unterstellungen, Gerüchten und Verdächtigungen fertig zu machen. Wo sie versuchen, den anderen zum Schweigen zu bringen, indem sie ihn beleidigen. Da ist Gottes Geist nicht, meine ich. Und da kann deshalb auch nicht die Wahrheit sein.

Es ist leicht, einen anderen mit Worten fertig zu machen, im digitalen Zeitalter. Wenn man sich nicht in die Augen sehen muss dabei, dann fällt einem das Beleidigen leicht. Da fällt es einem leicht, andere mit Worten niederzumachen. Ich glaube, wir müssen unseren inneren Wertekompass wieder einnorden. Uns klar machen, was man einem anderen wie sagen kann – und wie eben auch nicht. Nicht nur im Gespräch face to face, sondern eben auch in Posts und auf Twitter und per Whatsapp. „Du kannst alles sagen – aber nicht in diesem Ton“ – haben meine Eltern manchmal gesagt, wenn ich in der Pubertät mit Worten um mich geschlagen habe. „Aber nicht in diesem Ton“ – ich glaube, es würde helfen, wenn wir uns selber und anderen das auch heute wieder sagen. Und der Geist Gottes möge uns helfen, den richtigen Ton zu finden, den Ton, der nicht fertig macht, sondern aufbaut und nach der Wahrheit sucht.

Und wie kann man sie nun finden, die Wahrheit? Ich glaube, man muss immer auch mit den anderen reden. Ohne Misstrauen. Und ohne die Unterstellung: der will mich doch nur für dumm verkaufen. Mit denen reden, die anderer Meinung sind als ich und ihnen zugestehen, dass sie auch das Beste wollen für unser Land, für unsere Stadt, für unsere Nachbarschaft, für unseren Verein.

Als damals der Geist der Wahrheit über die Freunde von Jesus kam, da sind sie raus gegangen und haben mit den anderen geredet. Und die Menschen haben sich verstanden! Mir sagt das: Menschen können sich verstehen, wenn sie miteinander reden und miteinander nach der Wahrheit suchen.

Ich hoffe sehr, dass Gottes Geist mir und Ihnen hilft, den richtigen Ton dazu zu finden.

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