Manuskripte

Sonntagmorgen Anstöße

„Wer ist Gott?“, fragt ein Rabbi seinen Schüler. Aber der hüllt sich in Schweigen. „Warum antwortest du nicht?“, bohrt der Rabbi nach. „Weil ich es nicht weiß“, erwidert der Schüler. „Ich weiß es auch nicht“, sagt der Rabbi, „ich spüre nur, dass er da ist.“ - Keine Religion kann sich einbilden, Gott wirklich zu kennen. Nur die „Fundis“ behaupten dies, und denen ist nicht zu trauen. Aber alle Religionen spüren, dass Gott da ist.

Gottsuche ist Spurensuche! In tausend Bildern nähert sich die Bibel diesem Gott. Man begegnet ihm auf hohen Bergen, im brennenden Dornbusch in der Wüste oder im sanften Säuseln des Windes. Er spricht durch den Mund von Propheten. Er befreit sein Volk aus übelster Arbeits-Sklaverei – das ist die zentrale Gotteserfahrung des Juden- und des Christentums..

 „Vater“ nennen die Juden ihren Gott, so auch der junge Mann Jesus aus Nazareth. Im Bild des jüdischen Patriarchen verbinden sich Strenge und Gerechtigkeit mit Fürsorge und Liebe. Jenseits des Patriarchats dürfen wir Gott auch mit Mütterlichkeit in Verbindung bringen, mit Zärtlichkeit, Genährtwerden und Liebe.

Im Neuen Testament der Bibel ist vom „Sohn Gottes“ die Rede. Jesus von Nazareth, armer Leute Kind, hat Fußabdrücke im Sand der jüdisch-palästinensischen Steppe hinterlassen. Gläubige sehen in ihm den „herunter gekommenen Gott“ in der Wortes Zweideutigkeit. Jesus lebt die „Güte und Menschenfreundlichkeit“ Gottes (Titusbrief 3,4) an der Seite der Armen und Gebeugten und gerät bekanntlich in Widerspruch mit den Mächtigen und Frommen. Das ging nicht gut aus für ihn, er starb den Tod eines Verbrechers. Doch seine Gemeinde glaubt bis heute, dass er lebt.

Die Bibel erkennt Gott auch in einem neuen Geist, dem „Heiligen Geist“. Die Liebenden verspüren seinen Hauch. In vielen Be-geisterten, in Gemeinden und Gemeinschaften ist er lebendig, wenn man sich – vielleicht auch im offenen Streit – einsetzt für Verständigung, für Gerechtigkeit und Solidarität.

Fast unbemerkt sind wir mitten im Geheimnis der „Dreifaltigkeit“ angekommen, die heute in den katholischen Kirchen gefeiert wird. Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist – so kommt Gott uns entgegen, nahbar und liebevoll.

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