Manuskripte

Sonntagmorgen Anstöße

„Plötzlich stand meine tote Mutter vor mir. Sie glauben ja gar nicht, wie schrecklich das war!“ Erzählt mir eine Frau von ihrem Traum. „Und dabei hatte ich immer so ein gutes Verhältnis zu ihr. Und war so traurig, als sie dann mit Anfang achtzig gestorben ist.

Wir haben für einen würdigen Abschied gesorgt, ihr Haus geräumt und ihre Dinge geordnet... Und als es vorbei war, war es gut so. Das Leben geht ja weiter; und da ist ja auch schon die nächste Generation, die Enkel, um die man sich kümmern muss.    

Und nach einem Jahr, steht meine Mutter im Traum plötzlich vor der Haustür und will wieder zurück. `Das geht nicht!´, sage ich zu ihr. `Du hast doch keine Wohnung mehr - wie stellst du dir das vor?´ `Ich könnte doch bei euch einziehen...´ sagt sie.

Da werde ich richtig sauer und sage, dass man sich das vorher überlegen muss, wenn man stirbt. Und dass man nicht jederzeit zurückkommen kann, wie es einem gerade passt!

Ich bin jetzt noch aufgebracht, wenn ich an den Traum denke und ich frage mich: Warum eigentlich? Sie war doch meine Mutter. Und ich hatte sie gern.“ Ja, warum eigentlich? Wenn die alten Eltern sterben, ist das für die Hinterbliebenen erstmal sehr aufwühlend. Und was dann folgt: Haushalt auflösen und den Nachlass ordnen – das kostet viel Kraft. Aber wenn alles gut geht und man seinen Frieden damit macht, dann ist auch wieder ein Kapitel des Lebens abgeschlossen. Und da will man in der Regel nicht wieder hinter zurück.

Viele Begräbnisrituale in unseren Breiten sind entstanden, um das sicher-zustellen: dass die Toten nicht zurückkommen; und die natürliche Weltordnung - dass die Alten sterben und Platz machen für die Jungen - eingehalten wird. Das ist auch der Grund, weshalb eine Leiche mit Füssen voraus aus dem Haus getragen wird. Damit sie keinen sehnsuchtsvollen Blick zurückwerfen kann. Denn auch die Toten müssen nach vorne schauen. In eine Zukunft, die allein Gott weiß.

 

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