Manuskripte

Sonntagmorgen Anstöße

Worte können Waffen sein. Mit Worten kann man Menschen verletzen oder gar vernichten. Das kennt jede und jeder einzelne von uns. Schimpfworte oder Beleidigungen, patzige Antworten, Kritik, die nur abwertet und keine Möglichkeit lässt, sich zu verändern: Das verletzt. Manches kann man nie wieder vergessen und: Worte können tatsächlich Waffen auf den Weg schicken, können Kriege herbeiführen, gerade wenn es Worte von mächtigen Menschen sind.

Worte können gefährlich sein. Worte sind mit großer Vorsicht zu benutzen. Aber: Worte können auch heilen. Davon war ein Hauptmann fest überzeugt. Die Bibel erzählt:
Als sein Mitarbeiter schwer krank war, ging er zu Jesus und hat ihn gebeten: „Sprich nur ein Wort, dann wird mein Mitarbeiter gesund…“.Er sagte das voller Zuversicht, dass sein Mitarbeiter gesund wird, wenn Jesus die richtigen Worte sagt. (Mt8,8).

Worte, die helfen oder sogar heilen: Am Ende von Seminaren und Veranstaltungen gibt es in der Kirche oft ein wohltuendes „Wort auf den Weg“ – zum Mitnehmen und sich daran festhalten.
Oder die Worte an der Tür zum Kind: „Tschüss. Bis heute Nachmittag. Ich hab dich lieb.“ Ich glaube, mit so einem Geleit-Wort geht ein Kind fröhlicher und sicherer durch den Tag.

Worte können Waffen sein – oder Medizin. Entweder sind wir Gewalttäter mit dem, was wir sagen oder Medizinmänner. Wir haben die Wahl. Eigentlich toll: Unsere Worte können anderen Menschen helfen und sie heilen. Wir setzen damit der wörtlichen Gewalt etwas entgegen - wirksam und mächtig – aber helfend und heilend.

Geben wir doch bei der nächsten Begegnung oder Verabschiedung dem Gegenüber noch ein gutes Wort mit auf den Weg.
Ein „Schön war es heute mit dir“ oder „Danke für dein Kommen“. Dann haben die bösen Worte nicht das letzte Wort. Stattdessen begleiten gute Worte den anderen auf seinem Weg. Ich glaube, das ist wie ein unsichtbarer Schutz.

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