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SWR3 Gedanken

Was ist aus ihren Vorsätzen geworden? Schon wieder alles über Bord geworfen? Gestern Abend schon wieder geraucht? Und die Schokolade aufgegessen? Wie- Sie Wollen schon aufgeben?

Vielleicht helfen Ihnen ein paar Tipps: Setzen Sie sich realistische Ziele. Wer jahrelang Kette geraucht hat, wird in den Seltensten Fällen von Heute auf Morgen Nichtraucher. Seinen Konsum aber zu reduzieren geht schon und ist auch eher von Erfolg gekrönt.
Ein Etappenziel zu erreichen tut auch gut.
Außerdem ist es sinnvoll das Ziel auch genauer zu fassen. Einfach nur zu sagen: Ich will mehr Sport treiben, hilft nicht. Was für ein Sport soll es denn sein? Zu welchen Zeiten wollen sie ihn denn ausführen.
Drittens ist es auch wichtig, dass sie sich nach erreichten Zielen auch belohnen. Wenn sie ihre Vorsätze einen Monat lang eingehalten haben, belohnen sie sich mit etwas: vielleicht ein Besuch in einem Wellness-Bad.

Was auch immer Sie tun, vielleicht sollten sie über alle Vorsätze sich das sagen: „Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst.“ Jesus hat gesagt, da steckt alles drin. Finde ich richtig.

Denn, da ist ein realistisches Ziel drin, Menschen gibt es ja an jeder Straßenecke. Der Nächste ist nicht weit entfernt. Und Konkret ist es auch: Nehmen Sie den Menschen, der ihnen räumlich am nächsten ist. Und behandeln sie ihn so, wie sie von ihm behandelt werden wollen.
Und die Belohnung ist gleich mit dabei. Denn etwas gemeinsam zu unternehmen macht einfach mehr Spaß. Sogar das Rauchen aufgeben.

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Unternehmen haben nichts zu verschenken. Gott schon.

„Verdienen Sie 2000 Euro im Monat ohne zu arbeiten“ So was landet täglich in meinem Spam-Ordner. Als ich zum ersten Mal eine Mail gelesen habe, die mir ein Erbe in Millionenhöhe versprach, wenn ich nur für eine kleine Zeit mein Konto zur Verfügung stelle, habe ich auch kurz überlegt. Kann das sein? Schön wäre es schon.

Aber das Misstrauen meiner Eltern hat mich bewahrt. Sie haben immer gesagt: Niemand hat etwas zu verschenken.

Auch wenn es vielleicht traurig klingt, aber ich denke, das stimmt. Deshalb mache ich auch bei keiner Payback-Aktion mit oder bei irgendwelchen Preisausschreiben. Denn jede Rabatt-Aktion muss von den Händlern mit einberechnet werden, das heißt, irgendwie holen die sich das Geld wieder, was sie ausgegeben haben. Zum Beispiel durch höhere Preise. Oder indem sie meine Daten für teuer Geld verkaufen.

Dabei finde ich es nicht schlimm, dass Unternehmen das so machen, schließlich müssen die ja Geld verdienen. Und erst wenn sie etwas verdient haben, können sie es auch ausgeben. So ist das nun mal. Ich mag nur den Etikettenschwindel nicht.

Eine Freundin von mir macht es anders: Sie hat Zeit. Und sie verschenkt sie gerne. Kommt zu mir und schenkt mir ihre Zeit, die will auch nichts dafür, wenn sie zuhört und wenn wir geredet haben, bin ich meistens gut gelaunt. So stelle ich mir das auch bei Gott vor: Gott schenkt mit wirklich etwas, was ich auch weiter geben kann. Seine Liebe.
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„Was bei den Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich.“ Dieser Satz steht für die Evangelischen als Losung über dem Jahr 2009. Das Jahr in dem wir uns mit der Finanzkrise umgehen müssen.

Was bei den Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich.“ Dieser Satz steht in einer Geschichte mit Jesus und die hat mit Finanzen zu tun. Denn zu Jesus kommt ein junger reicher Mann, der offenbar irgendwie gescheitert ist mit dem, was er sich vorgenommen hat. Was kann ich tun, damit ich ins Himmelreich gelange, fragt er Jesus. Die Gebote halten. Vater und Mutter ehren, den Feiertag heiligen und nicht stehlen, sagt der.

Das habe ich alles gemacht, aber was kann ich noch machen? Fragt der junge Mann weiter. Jesus schlägt im vor: Verkaufe alles an die Armen. Und hier merkt der junge Mann: das kann er nicht. Das ist unmöglich. Er geht traurig weg von Jesus. Und Jesus versteht ihn. Ja, das ist menschlich gesehen unmöglich, dass ein Reicher alles hergibt, was er hat. Und Jesus fasst diese Unmöglichkeit in ein sehr anschauliches Bild:

Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in den Himmel kommt.
Alle um Jesus herum sind entsetzt. Ja, gibt er den jungen Mann einfach so auf? Nein, er gibt ihn nicht auf. Denn er sagt schließlich: Was bei den Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich.

Für mich heißt das: Ich kann nicht alles machen. Es gibt Dinge, die habe ich nicht in der Hand und Glück kann man sich eben nicht kaufen. Es wird einem geschenkt. Das bedeutet für mich dieser Satz. Und er zeigt mir, dass es einen Unterschied gibt: So abgedroschen es klingt: Geld und Glück sind nicht das gleiche.

An der Finanzkrise sind wir selbst schuld, ich glaube nicht, dass Gott dafür das Unmögliche möglich machen wird, aber dass wir trotzdem glücklich werden im nächsten Jahr, dafür wird er sich einsetzen, ganz ohne mein Zutun.

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Im Ersatzteillager wurde das Urteil über den Keilriemen eines Käfers Baujahr 1970 in der Inventur gesprochen. Er musste raus, nachdem er über Jahre schon einigen im Lager aufgefallen war und unschlüssig von einer Schublade in die nächste wanderte. So war das bei meinem Ferienjob in einer Autowerkstatt als Schüler.

In der Bibel gibt es auch eine Art Inventur. Die wird dann Gericht genannt. Hört sich schlimm an. Wer will schon vor Gericht landen. Aber vielleicht halten Sie ja heute auch Gericht:

Was hat sich denn in meinem Leben über das Jahr 2008 so angesammelt? Was wurde wie ein alter Keilriemen von einer Schublade in die andere verfrachtet und müsste eigentlich schon lange raus? Was habe ich denn erreicht im vergangenen Jahr und was nicht? Über manches fällt man leicht sein Urteil. Bei anderem tut es weh, dass es so gekommen ist.

Bei der Inventur in der Autowerkstatt fand man aber auch heraus: da gab es auch Schubladen für Ersatzteile, die waren fast leer. Keiner hatte es bis dahin so richtig bemerkt. Dabei brauchte man die Ersatzteile ständig. Die Inventur brachte diesen Mangel an den Tag. Die Schubladen wurden wieder gefüllt.

Das darf man auch bei der persönlichen Inventur jetzt am Jahresende auf keinen Fall vergessen. Sich auch die Frage zu stellen: Was brauche ich denn noch? Was fehlt mir? Wo bin ich völlig leer geräumt und wo kriege ich denn die Ersatzteile her?

Und so ist das bestimmt auch, wenn Gott Inventur macht mit mir: Dass er auch meine leeren Schubladen bemerkt, meine Bedürftigkeit und das, was mir fehlt. Und sicher wird Gott seinen Lageristen anweisen für Nachschub zu sorgen. Damit es im nächsten Jahr gut weiter geht.
Ich wünsche Ihnen einen guten Start ins Jahr 2009.
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Heute werde ich es etwas ruhiger haben, obwohl ich arbeite. Wir sind ja gerade zwischen den Jahren. Und ich glaube, diese Zeit zwischen den Jahren ist das einzige „Dazwischen“ was wirklich mal erholsam ist. Mit der Geburt Jesu soll ja der Himmel auf die Erde gekommen sein. Da kann ich mir gerne noch etwas Zeit lassen, bis es wieder hektisch wird.

Normalerweise finde ich es ja unangenehm irgendwie dazwischen zu sein. So zwischen den Stühlen, zwischen zwei Terminen, zwischen zwei Menschen. Da hätte ich oft gerne eine Entscheidung. Ja wohin denn jetzt?

Zwischen den Jahren ist das aber ganz anders, da weiß ich immerhin, wo ich herkomme und wo es hingeht. Nämlich von 2008 nach 2009. Das kann ich ganz getrost abwarten. Es wird passieren, ganz bestimmt. Und das neue Jahr bietet nicht nur die Gefahr seinen Arbeitsplatz zu verlieren oder dass der Streit mit dem Nachbarn weitergeht, sondern auch neue Chancen.

Diese Ruhe gab es nicht immer. Als Papst Gregor 1582 nämlich festlegen wollte, dass nur noch der nach ihm benannte gregorianische Kalender gelten solle, haben sich viele evangelische Fürstentümer geweigert, diese Änderung anzunehmen. Schließlich hat es ja ein Papst gesagt und als Evangelischer tut man nicht, was ein Papst sagt. Das hatte aber zur Auswirkung, dass man sich in der Zeit zwischen Weihnachten und heilige drei Könige wirklich zwischen den Jahren befand. Denn der Jahreswechsel fand an jeweils anderen Tagen statt. Je nachdem, ob man sich in einem evangelischen oder in einem katholischen Gebiet gerade aufhielt.

Heute gibt es diesen Unterschied nicht mehr. Und auch die Verwirrung nicht mehr. Übermorgen hängen wir den Kalender von 2008 ab und hängen den von 2009 auf. Das können wir ganz getrost abwarten. Um so mehr, wenn mit der Geburt Jesu der Himmel auf die Erde gekommen ist. Von da aus kann ich auch voller Hoffnung ins neues Jahr gehen.
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Die Schanze in Oberstdorf ist 43 m hoch, ihre Anlauflänge beträgt 93 m. Beim Absprung hat man die Geschwindigkeit von ca. 90 km/h erreicht und dann fliegt man bis zu 143, 5 Meter. So weit kam jedenfalls Sigrun Pettersen aus Norwegen, der den Schanzenrekord hält.

Der Philosoph Sören Kierkegaard hätte mit dem Skispringen wohl nichts anfangen könnten, aber der Sprung hat es ihm angetan: Es war für ihn nämlich die einzige Möglichkeit zu glauben und dass finde ich spannend.

Denn beim Glauben geht es nach Kierkegaard nicht darum etwas zu berechnen, sondern sich etwas voll und ganz anzuvertrauen, auch wenn man es nicht berechnen kann. Der christliche Glaube, ist nach Kierkegaard etwas, was das Leben völlig umkrempeln möchte. Gott lässt sich nicht so nebenbei entdecken.

Bei Martin Schmidt und seine Kollegen muss das natürlich anders sein: Die müssen wissen wie und wohin sie springen. Die müssen üben. Mutig müssen sie sein und üben. Im Leben geht üben aber nicht, da bleibt einem oft nur der Mut.

Wenn Kierkegaard von Sprung spricht, dann meint er einen Sprung ins Ungewisse, in das was ich mir selbst nicht vorstellen kann, auch wenn ich mich darauf vorbereite. Ich stelle mir das ein bisschen so vor, wie damals als ich plötzlich Vater wurde. Ich hab mich schon drauf vorbereitet, aber es ist doch ganz anders gekommen.

Für den Sprung in den Glauben ermutigt mich ein Satz aus der Bibel: Gott hält alle, die da fallen (Ps 145, 14) Auch wenn ich nicht weiß, wohin es geht, es wird gut werden.
Und den Springern der Vierschanzentournee wünsche ich, dass alle heil runterkommen.
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Neun ausgewachsene Kriege und 345 Krisen. Das zählte das Heidelberger Institut für Internationale Konfliktforschung allein in diesem Jahr. Das bedeutet, dass die Zahl der Kriege und bewaffneten Konflikte in diesem Jahr zugenommen habe. Weltweit gab es nach Angaben des Instituts vier „schwere Krisen“ drei „Kriege“ mehr als im letzten Jahr.
Ich finde das traurig. Vor allem zur Weihnachtszeit schmerzt das sehr. Schließlich heißt es doch in der Weihnachtsgeschichte: Friede auf Erden.

Aber wer denkt, mit der Geburt eines Kindes würden schlagartig alle Konflikte beendet, der überschätzt die Folgen einer Geburt gewaltig oder hat die letzten 2000 Jahre nicht mitbekommen. Da hieß es nämlich auch jedes Mal an Weihnachten: Und Friede auf Erden. Auch im ersten und zweiten Weltkrieg, genauso im 30jährigen Krieg oder eben letztes Jahr in Kongo.

Kriege ausschalten, indem es einen Schalter umlegt, das kann dieses Kind nicht. Aber es kann unser Herz berühren. Es kann uns – ja- weich machen. Haben Sie schon mal ein Kind beim Schlafen beobachtet? In mir jedenfalls weckt das die Sehnsucht, es auch so friedlich zu haben.

Deshalb glaube ich auch, dass mit der Geburt Jesu wirklich Friede auch Erden wenigstens kommen wird. Solange die Sehnsucht nach Frieden bei uns wach gehalten wird. Denn solange die Sehnsucht nach Frieden wach gehalten wird, wird es wohl auch immer wieder Menschen geben, die sich mit aller Kraft dafür einsetzen den Frieden zu gewinnen.

Friede – das kommt nicht von heute auf morgen. Friede, wird wachsen, wie ein kleines Kind wachsen wird. Deshalb gebe ich auch nicht die Hoffnung auf, dass es noch was wird, mit dem Frieden. Was für eine Vorstellung: Das Heidelberger Institut für Internationale Konfliktforschung überschreibt ihren Bericht mit diesem biblischen Satz: Frieden auf Erden.
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