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SWR3 Worte

28AUG2021
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„Danke, ich kann nicht klagen“ sagen wir Europäer. Viel schöner formulieren es die Zulu, findet der Massai Ole Morompi Ronkei:

„Bei einem der größten – und stolzesten – Völker Südafrikas, den Zulu, gibt es keinen Begriff, der dem westlichen „Danke“ exakt entspricht. Man antwortet auf Nachfrage „Siyabong-ga!“, was wörtlich, „wir sind gesegnet“ bedeutet. Darin enthalten ist die Denkvoraussetzung, dass niemand ganz alleine „seines Glückes Schmied“ ist, wie ein deutsches Sprichwort sagt, sondern wir immer angewiesen bleiben auf die Hilfe Gottes und anderer Menschen. Das ist einem in der umgangssprachlichen Alltagspraxis nicht jedes Mal bewusst, aber „Siyabong-ga, wir sind gesegnet“ finde ich trotzdem schöner, als wenn ich in Europa höre „danke, ich kann nicht klagen“.“

Ole Morompi Ronkei, Itemagotenke, in: Andreas Malessa (Hg.), Für dich! Ein Dankeschön an Lieblingsmenschen und Alltagshelden, 2021 by edition chrismon.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=33795
27AUG2021
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Wie begegnen sich zwei in Kenia? Der Massai Ole Morompi Ronkei findet, man kann da von seiner Kultur viel lernen:

„Treffen sich zwei erwachsene Massai-Männer fragt man zuerst: „Wie geht’s deinen Kühen?“ „Sie lächeln.“ [..] „Und was machen die Kinder?“ „Niemand ist stolzer als ich auf meine.“ [..]„Und deine Frau…“ „…versorgt mich, wie es keine Mutter besser könnte.“ „Gott segnet dein Business?“ „Es brummt, sage ich dir, es brummt.“

Der Wahrheitsgehalt all dieser Sätze ist nicht höher als der einer Bankberatung vor dem Crash 2008, aber das macht nichts. Mit der Wahrheit werden wir später rausrücken. Unsere Nöte und Sorgen werden wir erst teilen, wenn ein Konsens über elementare Grundsätze des Lebens hergestellt wurde: dass wir eigentlich dankbar sein können. Dass es schön ist zu leben. Dass der heutige Tag Freude machen wird.“

Ole Morompi Ronkei, Itemagotenke, in: Andreas Malessa (Hg.), Für dich! Ein Dankeschön an Lieblingsmenschen und Alltagshelden, 2021 by edition chrismon.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=33794
26AUG2021
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Wofür haben wir einen Blick? Das, was wir in den Blick nehmen, das prägt unser Leben. Das Schlechte wie das Gute. Der Theologe Rainer Haak hat sich deswegen entschieden:

„Ich will mir nicht einreden lassen, dass immer mehr Menschen nur an sich selbst denken. Ich will keine Berichte sammeln über Hass und Streit, zwischen wem auch immer. Das ist nicht mein Blick.
Ich bin froh, dass ich so viele liebevolle Menschen kenne. Ich will mir nicht einreden lassen, dass die Menschen seit Jahren immer unfreundlicher werden. Ich will nicht das Negative suchen. Das ist nicht mein Blick. Ich bin froh, dass ich so viele freundliche Menschen kenne. […] Ich will mir nicht einreden lassen, dass es Menschen gibt, die weniger wert sind als andere. Ich will nicht einteilen in gut und schlecht, in brauchbar und unbrauchbar, in wertvoll und wertlos. Das ist nicht mein Blick. Ich bin froh, dass ich nur wertvolle Menschen kenne.“

Rainer Haak, Das ist nicht mein Blick, in: Andreas Malessa (Hg.), Für dich! Ein Dankeschön an Lieblingsmenschen und Alltagshelden, 2021 by edition chrismon.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=33793
25AUG2021
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Es gibt viele Gründe dankbar zu sein für ganz alltägliche Dinge. Ob wir sie sehen? Der Liedermacher Martin Buchholz sieht sie. Und beschreibt sie so:

„Danke sehr. Für das Leben, das in mir pulsiert. Für den Arzt, der ein Knie repariert.
Für die Wunder, die täglich passiern. Für ein Spiel, das die Bayern verliern.
Für die Dusche, die Heizung und Licht. Für das Lächeln in deinem Gesicht.
Sag ich Danke. Ich sag Danke für das und mehr: Danke sehr.
Es wurde Zeit für etwas Dankbarkeit, denn was ich auf der Zunge spür, ist der Geschmack von Gottes Freundlichkeit.
Ich sage: Vielen Dank dafür.“

Martin Buchholz, Danke sehr in: Andreas Malessa (Hg.), Für dich! Ein Dankeschön an Lieblingsmenschen und Alltagshelden, 2021 by edition chrismon.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=33792
24AUG2021
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Die Autorin Susanne Niemeyer stellt gerne Fragen. Vor allem ihrem 40 Jahre älteren Ich. Eine Frage lautet: worauf kommt es wirklich an im Leben? Ihre spontane Antwort lautet:

„Ein Netz aus Menschen. Kümmere dich um Freunde. Lass eine Freundschaft nicht leichtfertig kaputtgehen. Unterschätze auch Bekanntschaften nicht. Verachte keinen Small Talk. Geh zu Einladungen. Lade selber ein, feiere deinen Geburtstag. Antworte auf Briefe und wenn du keine bekommst, schreib selbst den ersten. Egal ob auf Papier oder am Computer. Gründe eine Spielerunde. […]
Das ist eine Glücksformel. Es ist die Formel gegen Einsamkeit.“

Susanne Niemeyer, Glücksformel in: Andreas Malessa (Hg.), Für dich! Ein Dankeschön an Lieblingsmenschen und Alltagshelden, 2021 by edition chrismon.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=33791
23AUG2021
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Die Welt kann noch nicht untergehen, findet der Kabarettist Eckart von Hirschhausen. Das findet er in Psalm 36 in der Bibel. Den deutet er auf überraschende Weise:

„Herr, deine Güte reicht, so weit er Himmel ist und deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen. Deine Gerechtigkeit steht wie die Berge Gottes und dein Recht wie die große Tiefe. Herr, du hilfst Menschen und Tieren. Wie köstlich ist deine Güte, Gott, dass Menschenkinder unter dem Schatten deiner Flügel Zuflucht haben. – Übersetzt heißt das doch: Heute Abend kann die Welt gar nicht untergehen. In Australien kochen sie schon Frühstückskaffee!“

Eckart von Hirschhausen in: Andreas Malessa (Hg.), Für dich! Ein Dankeschön an Lieblingsmenschen und Alltagshelden, 2021 by edition chrismon.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=33790
22AUG2021
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Es gibt so viele Gründe „Danke“ zu sagen. Die Autorin Susanne Niemeyer hat ein Danke-ABC geschrieben:

„Danke für die Anfänge. Sie halten mich wach. […] Danke für den Engel, der sich in den Weg stellt. Manchmal sieht er mehr als ich. […] Danke für den Hunger nach Leben, Küssen, Johannisbeeren. […] Danke für jedes Vielleicht, das die Hoffnung nicht aufgibt. […] Danke für die Zwischentöne, die mich hellhörig machen für das, was mich ruft.“

Susanne Niemeyer, Mein Danke-ABC

https://www.kirche-im-swr.de/?m=33789