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SWR3 Worte

17APR2021
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Als ich die folgende Geschichte zum ersten Mal gelesen hatte, dachte ich, die vier Kollegen darin kommen mir schon sehr bekannt vor. Und sie geht so:

 

Das ist eine kleine Geschichte über vier Kollegen namens JEDER, JEMAND, IRGENDJEMAND und NIEMAND.

Es ging darum, eine wichtige Arbeit zu erledigen und JEDER war sicher, dass sich JEMAND darum kümmert. IRGENDJEMAND hätte es tun können, aber NIEMAND tat es.

JEMAND wurde wütend, weil es JEDER´S Arbeit war. JEDER dachte, IRGENDJEMAND könnte es machen, aber NIEMAND wusste, dass JEDER es nicht tun würde.

Schließlich beschuldigte JEDER JEMANDEN, weil NIEMAND tat, was IRGENDJEMAND hätte tun können.   

 

(Autor unbekannt)

 

Quelle: https://www.programmwechsel.de/lustig/geschichten/jeder-jemand-niemand.html

https://www.kirche-im-swr.de/?m=32962
16APR2021
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Ein etwas anderes Morgengebet:

Lieber Gott, bis jetzt geht’s mir gut. Ich habe noch nicht getratscht, die Beherrschung verloren, war noch nicht muffelig, gehässig, egoistisch oder zügellos. Ich habe noch nicht gejammert, geklagt, geflucht oder Schokolade gegessen. Die Kreditkarte habe ich auch noch nicht belastet.

Aber in etwa einer Minute werde ich aus dem Bett klettern und dann brauche ich wirklich Deine Hilfe.

 

Quelle: https://www.theology.de/skurriles/witze/gebet-lieber-gott-bis-jetzt-gehts-mir-gut.php

https://www.kirche-im-swr.de/?m=32961
15APR2021
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Nachdem sich einer seiner Schüler eines ernsten Vergehens schuldig gemacht hatte, erwarteten alle, dass der Meister ihn exemplarisch bestrafen würde. Als ein voller Monat vergangen war, ohne dass er etwas getan hatte, machte man dem Meister Vorwürfe:

„Wir können nicht übersehen was passiert ist. Schließlich hat uns Gott Augen gegeben."

„Ja", erwiderte der Meister, „und Augenlider."

 

Augen und Augenlider von Anthony de Mello

 

 

Quelle: http://www.st-ursula.ch/index.php?id=388&L=0

https://www.kirche-im-swr.de/?m=32960
14APR2021
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Ich seh eine vier
sagt er

Du mußt Dich irren
kommt von ihr
es ist die drei

Das kann nicht sein
sagt der dritte
ich seh klar die fünf

Nein, nein
sagt die vierte
das ist alles nicht wahr
es ist die zwei

Und dabei betrachten alle den gleichen Würfel
- jeder von seiner Seite

Ansichtssache  von W(olfgang) Pütz  

 

 

Quelle:https://zeitzuleben.de/ansichtssache/

https://www.kirche-im-swr.de/?m=32959
13APR2021
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In einem Roman von Maria Nikolai habe ich einen Satz gelesen, den ich mir gemerkt habe. Sie schreibt:

Versuche, niemanden zu verurteilen. Du kannst alles hinterfragen, kannst dich wundern, Zweifel hegen – aber versuche, keine vordergründigen moralischen Maßstäbe anzusetzen. Denen genügen die wenigsten Menschen. Und den anderen gelingt es meistens nur, ihre Abgründe gut genug zu vertuschen.

 

Quelle: Maria Nikolai: Die Schokoladenvilla – Zeit des Schicksals.Penguin-Verlag 2020, S.421.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=32958
12APR2021
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Der Theologe Jörg Zink über den Morgen:

 

Nimm den Anfang des Tages wahr,
er ist die Stelle an der du die Ewigkeit berührst.
In der Tat wäre uns in vielen Nöten und Krankheiten des Leibes und der Seele geholfen, wenn es uns gelänge die erste Morgenröte von Eile, von Lärm und Ärger freizuhalten.
Der Lauf des Tages hängt im Allgemeinen nicht von unseren persönlichen Vorstellungen ab. Er wird uns aufgezwungen.

Aber der Anfang sollte uns gehören.

 

Quelle: https://www.gmuender-tagespost.de/1900535/

https://www.kirche-im-swr.de/?m=32957
11APR2021
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Eine Geschichte über einen kleinen Unterschied mit großer Wirkung:

 

Eine fromme Frau bittet Gott den Himmel und die Hölle sehen zu dürfen.
Gott erlaubt es ihr und führt sie in einen großen Raum. In seiner Mitte steht auf dem Feuer ein Topf mit einem köstlichen Gericht. Rundherum sitzen Leute mit langen Löffeln, alle stochern in dem Topf, aber sie sehen blass aus, mager und elend. So sehr sie sich auch bemühen, die Stiele der Löffel sind zu lang. Sie können das herrliche Essen nicht in den Mund bringen.
„Was für ein seltsamer Ort“, sagt die Frau. „Das“, antwortet Gott, „ist die Hölle.“
Sie gehen in einen zweiten Raum, der genauso aussieht wie der erste. Auch hier brennt ein Feuer, und darüber kocht ein köstliches Essen. Leute sitzen rundherum, auch sie haben Löffel mit langen Stielen, aber sie sind alle gut genährt, lachen und scherzen. Einer gibt dem anderen mit seinem langen Löffel zu essen.
„Und dies“, sagt Gott, „ist der Himmel.“

 


aus „Typisch! Kleine Geschichten für andere Zeiten“. Alleinvertrieb: Andere Zeiten, Hamburg, 2007. S. 11

https://www.kirche-im-swr.de/?m=32956