Woche vom 18.05.2008 bis 24.05.2008 

Von Gerd Schmoll, Karlsruhe, Evangelische Kirche
Sonntag, 18. Mai 2008
Worte, die man oft hört, können zu Formeln werden, über die man überhaupt nicht mehr nachdenkt, obwohl sie nicht leicht zu verstehen sind. Ich denke, es ist so auch mit dem Satz, der Gottesdienstbesuchern regelmäßig von der Kanzel zugesprochen wird. Es ist ein Gruß, den Paulus am Ende eines seiner Briefe formuliert hat: Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. – Jesus Christus, Gott, Heiliger Geist – in einem Satz. Warum spricht Paulus nicht einfach von Gott, warum auch noch von Jesus Christus und dem Heiligen Geist? - Heute begehen die christlichen Kirchen Trinitatis, das Fest der Dreieinigkeit, das daran erinnert, dass Christen von Gott in dreifacher Weise sprechen: von Gott dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist. Und gemeint sind damit nicht drei Götter, sondern der eine Gott; Vater, Sohn und Heiliger Geist als der eine Gott; drei und doch einer. Das ist schwer zu verstehen. Was steckt hinter dieser seltsamen Redeweise? - Sie ist eine Antwort auf die Frage, wer Gott ist und wie man überhaupt von ihm reden kann. Man kann offenbar von ihm nicht sprechen wie von Dingen, die man sehen, greifen und dadurch begreifen kann. Wenn man sachgemäß von Gott spricht, bleibt ein Geheimnis, eines, das nicht unberührt lässt und die Frage, wer Gott ist, in die Frage nach der Bereitschaft zum Vertrauen und zur Veränderung verwandelt.
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Zuerst zum Vertrauen auf Gott den Schöpfer. Es ist das Vertrauen darauf, dass alles, was ist, in ihm seinen Ursprung hat: die Berge und das Meer, die Fruchtbarkeit der Erde, die Schönheit eines Frühlingstages, das Wunder des Lebens in einem neugeborenen Kind bis hin zu dem Staunenswerten, was wir über Raum, Zeit, Materie erforschen und wissen können. Es ist vor allem das Vertrauen, dass ich mein Leben Gott verdanke, dass er mir Zeit, Kraft, Gesundheit schenkt, Arbeit, Menschen, die zu mir gehören, Güter, die ich zum Leben brauche. Es ist das Vertrauen, dass der Schöpfer es gut meint mit seinen Geschöpfen, auch mit mir.
Ist es nicht genug, wenn man es so von Gott glauben kann? Für Christen nicht. Sie sprechen in ihrem Bekenntnis nun auch vom Sohn Gottes. Und das hat einen guten Grund: Was ist, wenn es mir oder anderen nicht gut geht? Wenn man einen Menschen verliert? Wenn die Gesundheit verloren geht? Wie soll man vertrauen können, wenn man von Leid getroffen oder vom Elend und Grauen in der Welt bedrängt wird? Wo ist dann Gott? Aber können wir ihn überhaupt aus dem, was um uns ist, können wir ihn in der Schöpfung, in unserem Leben und dessen Verlauf denn wirklich erkennen? - Das Vertrauen, dass er ist und es gut mit uns meint, braucht einen anderen Grund. Er ist zu finden in Jesus von Nazareth und seiner Geschichte. In seinem Leben, seinem Leiden und seinem Sterben kann man bedingungslose Zuwendung zu Menschen, Hingabe und Liebe erkennen. Der christliche Glaube bekennt: Darin ist uns Gottes Zuwendung und seine Liebe ganz nahe gekommen. Denn in ihm war Gott selbst ganz da und hat zu erkennen gegeben, wer er für uns ist.
Aber nun trennt uns von Jesus der Graben einer langen Geschichte. Jedoch: man kann von ihm erzählen. Es gibt Worte von ihm und über ihn. Die haben eine erstaunliche Kraft. Immer wieder berühren, treffen und verändern sie Menschen. und schaffen das Vertrauen, das in der Schöpfung keinen tragfähigen Grund findet. Durch sie erkennen Menschen: Ich bin wirklich geliebt, angenommen, begleitet und werde gebraucht. Ich kann darauf vertrauen. Christen bekennen, dass dies das Werk Gottes selbst ist, der im Heiligen Geist wirkt und durch das, was uns von Jesus gesagt wird, Vertrauen selbst weckt. So bedeutet also das Reden vom dreieinigen Gott, dass Gott nicht verborgen bleiben will, sondern sich zu erkennen gibt – so, dass man ihm vertrauen kann, auch heute!
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Zuerst zum Vertrauen auf Gott den Schöpfer. Es ist das Vertrauen darauf, dass alles, was ist, in ihm seinen Ursprung hat: die Berge und das Meer, die Fruchtbarkeit der Erde, die Schönheit eines Frühlingstages, das Wunder des Lebens in einem neugeborenen Kind bis hin zu dem Staunenswerten, was wir über Raum, Zeit, Materie erforschen und wissen können. Es ist vor allem das Vertrauen, dass ich mein Leben Gott verdanke, dass er mir Zeit, Kraft, Gesundheit schenkt, Arbeit, Menschen, die zu mir gehören, Güter, die ich zum Leben brauche. Es ist das Vertrauen, dass der Schöpfer es gut meint mit seinen Geschöpfen, auch mit mir.
Ist es nicht genug, wenn man es so von Gott glauben kann? Für Christen nicht. Sie sprechen in ihrem Bekenntnis nun auch vom Sohn Gottes. Und das hat einen guten Grund: Was ist, wenn es mir oder anderen nicht gut geht? Wenn man einen Menschen verliert? Wenn die Gesundheit verloren geht? Wie soll man vertrauen können, wenn man von Leid getroffen oder vom Elend und Grauen in der Welt bedrängt wird? Wo ist dann Gott? Aber können wir ihn überhaupt aus dem, was um uns ist, können wir ihn in der Schöpfung, in unserem Leben und dessen Verlauf denn wirklich erkennen? - Das Vertrauen, dass er ist und es gut mit uns meint, braucht einen anderen Grund. Er ist zu finden in Jesus von Nazareth und seiner Geschichte. In seinem Leben, seinem Leiden und seinem Sterben kann man bedingungslose Zuwendung zu Menschen, Hingabe und Liebe erkennen. Der christliche Glaube bekennt: Darin ist uns Gottes Zuwendung und seine Liebe ganz nahe gekommen. Denn in ihm war Gott selbst ganz da und hat zu erkennen gegeben, wer er für uns ist.
Aber nun trennt uns von Jesus der Graben einer langen Geschichte. Jedoch: man kann von ihm erzählen. Es gibt Worte von ihm und über ihn. Die haben eine erstaunliche Kraft. Immer wieder berühren, treffen und verändern sie Menschen. und schaffen das Vertrauen, das in der Schöpfung keinen tragfähigen Grund findet. Durch sie erkennen Menschen: Ich bin wirklich geliebt, angenommen, begleitet und werde gebraucht. Ich kann darauf vertrauen. Christen bekennen, dass dies das Werk Gottes selbst ist, der im Heiligen Geist wirkt und durch das, was uns von Jesus gesagt wird, Vertrauen selbst weckt. So bedeutet also das Reden vom dreieinigen Gott, dass Gott nicht verborgen bleiben will, sondern sich zu erkennen gibt – so, dass man ihm vertrauen kann, auch heute!



