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SWR1 3vor8

Ja, ist denn heute noch mal Weihnachten? In den evangelischen Kirchen schon. Denn wie an Weihnachten steht noch einmal im Mittelpunkt: Gott ist bei den Menschen, die nicht glänzen können mit Erfolg und Geld. Darum ist er Mensch geworden. Er ist bei Menschen, die kämpfen müssen im Leben. Gott kommt vom Himmel, aber er behandelt Menschen nicht „von oben herab“.

Die biblische Geschichte, die heute im Mittelpunkt steht, erzählt aber nicht mehr vom Jesuskind, sondern wie Jesus als Mann wahr gemacht hat, was ihm in die Wiege gelegt war: Als Erwachsener ist Jesus nämlich in die Provinz gegangen. Zu Menschen auf der Schattenseite des Lebens. Auf die manche besser Gestellte und Gebildete überheblich herunter gucken:
Jesus hat Frauen geachtet, die keine Kinder haben und darum in einer patriarchalischen Welt nichts zählen. Er ist zu Menschen gegangen, die ein gnadenloses Leben ausgelaugt hat. Zu Menschen, die krank sind, körperlich, seelisch und sozial. Denen ist Jesus nah gekommen und hat Gottes Versprechen lebendig und wahr gemacht:

Das Volk, das im Dunkeln lebt, sieht ein großes Licht. Und für alle, die im Land des Todesschattens wohnen, strahlt ein Licht auf!« 

Das hatte Jesaja, der Prophet schon vor langer Zeit ausgerichtet. So ein Licht ist Jesus wohl gewesen. Bis ihn „die oben“ klein gekriegt haben. Sie haben damals alles versucht, damit Jesus keine Spuren hinterlässt.

Aber Jesu Licht leuchtet auch heute noch. Durch ihn können Menschen Mut fassen, denn Gott ist nicht oben. Er interessiert sich auch für Menschen im Schatten.

Und da ist etwas Zweites. Jesus hat klar gemacht, wie Menschen dabei mitwirken können, dass es heller wird in der Welt. Es klingt, als ob er Sie und mich persönlich ansprechen will: „Ändert euer Leben! Denn das Himmelreich wird sichtbar in der Welt.“

Das heißt wohl, dass er mich an seiner Seite haben will: Dass ich Menschen beachte, denen das Leben zusetzt. Und etwas tue, dass sie nicht „unten“ festhängen. Ihr Leben heller machen. Und sei es auch nur für Eine oder Einen. Gottes neue Welt kommt in unsere alte, wenn ich - wie Gott auch - nicht „von oben herab“ lebe. Sondern mitdenke, mitfühle mit denen, die „unten“ sind oder sich so fühlen.

Ich glaube: Gottes neue Welt taucht auf aus unserer alten, wenn viele sich von Jesus persönlich ansprechen lassen. Ob dieses Jahr etwas von Gottes Welt sichtbar wird, kann man daran spüren, ob sich für „Menschen unten“ was bessert, ob es für sie heller wird. Wolf-Dieter Steinmann, Ettlingen, evangelische Kirche

 Matthäus 4,12-17 

12 Jesus hörte, dass Johannes der Täufer verhaftet worden war. Deshalb kehrte er nach Galiläa zurück.

13 Er blieb aber nicht in Nazaret, sondern zog um nach Kafarnaum und wohnte dort. Kafarnaum liegt am See, im Gebiet von Sebulon und Naftali.

14 So ging in Erfüllung, was der Prophet Jesaja gesagt hat:

15 »Du Land Sebulon und du Land Naftali, am See gelegen jenseits des Jordans, das Galiläa der Völker:
Hier fehlt der entscheidende Vers!!

16Das Volk, das im Dunkeln lebt, sieht ein großes Licht. Und für alle, die im Land des Todesschattens wohnen, strahlt ein Licht auf!«

17 Von da an verkündete Jesus: »Ändert euer Leben! Denn das Himmelreich wird sichtbar in der Welt.«

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