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SWR1 3vor8

Wie bekommt man den Kopf wieder hoch, wenn man sich fühlt wie ein Bekannter von mir. Aus dem ist es regelrecht herausgebrochen: „Ich kann nicht mehr. Ich setz mich ein und strample mich ab. Umsonst.“

Wie bekommt man den Kopf hoch, wenn man so entmutigt ist. Es passiert ja: Eltern erreichen die eigenen Kinder nicht mehr. Oder wenn man sich im Verein, in der Politik oder in der Kirche engagiert, aber die, die schon immer da waren, bremsen alles aus. Ich selber empfinde Ohnmacht und Angst, wenn ich unsere Welt sehe: So vieles müsste dringend besser werden. Für arme Kinder, in Syrien, mit dem Klima. Und? Die Welt wählt autoritäre „Nationalisten“.

Ich glaube: Wenn man sich so ohnmächtig fühlt, braucht man etwas, das einen anspricht und ermutigt, von außen. Das haben auch die Christen vor 2000 Jahren erlebt. In den evangelischen Gottesdiensten heute kann man es hören, wie sie aus der Ohnmacht wieder hoch gekommen sind.

Sie hatten fest daran geglaubt: Die neue Welt Gottes kommt. Und dann wird alles gut. Aber: Erst mal wurde das Römische Reich immer mächtiger. Römische Soldaten haben sogar den Tempel in Jerusalem dem Erdboden gleich gemacht. Schlimm auch für viele Christen. Schlimmer als wenn für Kölner ihr Dom einstürzen würde. Und Gott? Hat nicht eingegriffen. Vielen wollten vom Glauben nichts mehr wissen.

Aber das Erstaunliche: Es gab auch die anderen: Die haben sich in diesem Tiefpunkt neu angesprochen gefühlt. Von Gott.
Wie geht so was? Dass doch wieder etwas Positives durchdringt zu einem?

Die Christen damals haben sich für etwas geöffnet, was Jesus ihnen früher gesagt hatte, sie hatten es aber vergessen: „Wenn ein Tempel untergeht, das ist nicht das Ende“ hatte er gesagt, „Gottes Wege gehen weiter. Er ist erst am Ziel, wenn alles gut ist. Vorher lässt er nicht locker. Menschenwerk vergeht und manchmal können Menschen nicht mehr. Aber das heißt nicht, dass Gott nicht kann oder nicht mehr mag. Gott mag seine Welt und bringt sie weiter. Und die Menschen. Er ist auch im Tiefpunkt da und man findet neue Kraft, wenn man sich ihm in die Arme wirft.“

Diese Worte Jesu sprechen mich an. ‚Von Gott kommt Zukunft.‘ Wenn das meine Seele erreicht, dann kriege ich auch den Kopf wieder hoch. In der Enttäuschung sich öffnen dafür: ‚Es kann weiter gehen. Es tut sich doch wieder ein Weg auf.‘ Ich hoffe, das gibt Ihnen und mir Energie, ihn zu suchen und auch zu gehen. Zuversichtlich mit Kindern, in unserem Engagement und wenn wir unsere Welt sehen.

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Jesus verließ den Tempel und wollte weiterziehen. Da kamen seine Jünger zu ihm. Sie wollten ihm die prächtigen Bauwerke der Tempelanlage zeigen.
Doch Jesus sagte zu ihnen: „Ihr bewundert das alles? Amen, das sage ich euch: Hier wird kein Stein auf dem anderen bleiben. Es wird alles zerstört werden.“

3Dann ging Jesus auf den Ölberg und setzte sich. Nur seine Jünger waren bei ihm. Sie traten zu ihm und fragten: „Sag uns, wann wird das sein? An welchen Zeichen erkennen wir, dass du wiederkommst und das Ende der Welt bevorsteht?“

4Jesus antwortete ihnen: „Passt auf, dass euch niemand in die Irre führt! 5Denn viele werden unter meinem Namen auftreten und behaupten: ‚Ich bin der Christus!‘ Damit werden sie viele Menschen in die Irre führen.

6Ihr werdet von Kriegen und Kriegsgerüchten hören. Passt auf, dass ihr nicht erschreckt! Denn das muss so geschehen. Aber das ist noch nicht das Ende. Denn ein Volk wird gegen das andere kämpfen und ein Reich das andere angreifen. An vielen Orten wird es Hungersnöte und Erdbeben geben. 8Doch das alles ist erst der Anfang der Geburtswehen.“

9 „Dann wird man euch in große Not bringen und sogar töten. Alle Völker werden euch hassen, weil ihr euch zu mir bekennt. 10 Dann werden sich viele vom Glauben abbringen lassen. Sie werden einander verraten und einander hassen. 11 Viele falsche Propheten werden auftreten und viele in die Irre führen. 12 Weil der Ungehorsam gegen Gottes Gesetz immer größer wird, wird bei vielen die Liebe erkalten.

13 Aber wer bis zum Ende standhält, wird gerettet werden. 14 Die Gute Nachricht vom Himmelreich wird in der ganzen Welt verkündet werden. Alle Völker werden davon hören, und erst dann wird das Ende kommen.“

Matthäus 24,1-14

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