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SWR1 3vor8

Guten Morgen ich bin Wolf-Dieter Steinmann von der evangelischen Kirche. Jetzt ist 2012 schon fast ganz an uns vorbeigezogen. Mancher hat sicher das Gefühl. Es ist gerast. Ich kenne aber auch Menschen, denen ging es eher schleppend dahin. Egal wie Sie Ihr 2012 empfinden. Spätestens übermorgen sehen wir nur noch seine Rücklichter. Manche sind schon ziemlich verblasst. Von anderen nehme ich was mit ins Neue Jahr. Da leuchtet was nach. Der Urlaub in der Sächsischen Schweiz, dieses Rücklicht wärmt immer noch.
Anderes hätte wirklich nicht sein müssen, in diesem Jahr. Es waren Rücklichter dabei, die tun weh. Dass es an manchen Punkten in meinem Leben abwärts geht. Oder auch ganz grelle, schlimme. Die Brandkatastrophe in Titisee-Neustadt. Syrien und die vielen, die keine Schlagzeilen gemacht haben, aber Menschen hart getroffen haben. Ich hoffe, dass ihre Schmerzen im Neuen Jahr nachlassen. Dass Betroffene neues Zutrauen finden ins Leben, dass Menschen und Gott zu ihnen stehen.
2012 als eine Vielzahl von Rück-Lichtern. Auf dieses Bild haben mich Worte aus der Bibel gebracht, über die heute in den evangelischen Gottesdiensten nachgedacht wird. Da sagt Jesus im Johannesevangelium von sich:
Ich bin als Licht in die Welt gekommen. Und dadurch bleibt niemand, der an mich glaubt, in der Dunkelheit.
Wenn ich Jesus beim Wort nehme. Wie steht es mit den Rücklichtern, die das Jahr 2012 hinterlässt. Kann ich darin etwas erkennen vom Licht, das Jesus in die Welt gebracht hat? Ist Gott mit mir und Ihnen unterwegs gewesen? Kann ich in den Rücklichtern des Jahres 2012 auch Wirkungen von Gott sehen?
Ja, ich glaube schon. Ich hatte eigentlich ein gutes Jahr. Ich hoffe, Sie auch. Und wenn nicht, hoffe ich, dass Sie trotzdem auch erhellende Rücklichter entdecken. Erfahrungen, wo Sie Kraft gespürt haben, die Sie weitergebracht hat. Wo Sie aufstehen konnten aus einem Tief. Und ich wünsche Ihnen, dass das, was nicht gut war, langsam verblasst. Dass Sie es zurücklassen können oder dass sie es vielleicht mit Gottes Hilfe in einem neuen Licht sehen. In seinem barmherzigen Licht.
Vielleicht gab es ja auch ein paar Highlights im vergangenen Jahr. Situationen, wo von Ihnen und mir was ausgestrahlt hat auf andere Menschen. Vielleicht haben wir es gar nicht mitgekriegt. Vielleicht haben wir sogar jemandem die Freude am Leben wieder geweckt. Das wären schöne Rücklichter Gottes. Gesetzt durch mich und Sie.
Eines hoffe ich aber vor allem, dass Gott uns das Neue Jahr erhellt. Uns mit seinem Licht entgegen kommt. 

Jesus rief laut:
"Wer an mich glaubt, glaubt nicht an mich,
sondern an den, der mich beauftragt hat.
Und wer mich sieht, sieht den, der mich beauftragt hat!
Ich bin als Licht in diese Welt gekommen.
Dadurch bleibt niemand, der an mich glaubt,
in der Dunkelheit.
Johannes 12,44-46

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