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SWR1 3vor8

Markus 5,21-24.35b-43, 13. Sonntag im Jahreskreis (B) 
Jesus erweckt ein Mädchen vom Tod. Das steht im Markus Evangelium und ist heute in den katholischen Gottesdiensten zu hören. Selten wird Jesus so aufgewühlt beschrieben wie hier. Als er in das Haus des toten Mädchens kommt, lärmen und kreischen die Leute. Jesus stört das Geschrei und er provoziert die Menge, dass das Mädchen nur schlafe. Als darauf die Stimmung kippt und die Leute Jesus auslachen, wird er böse und wirft sie alle hinaus. Jesus geht in das Zimmer des Mädchens, fasst es bei der Hand und sagt: „Mädchen - steh auf!" Hat Jesus wirklich die Macht, über den Tod zu bestimmen? Ich glaube: dass wir endlich sind und sterben müssen - diese Tatsache setzt Jesus nicht einfach außer Kraft. Warum aber dann diese Geschichte? Es geht hier um mehr als den Tod. Es geht um den engen Zusammenhang von Leben und Tod. Danach ist die Auferstehung zu neuem Leben kein fernes, fremdes Ereignis irgendwann einmal am Ende der Zeit, sondern beginnt schon jetzt. Diese Überzeugung zeigt sich auch in der Geschichte von der Auferweckung des Mädchens. Sie gipfelt letztlich darin, dass Jesus von sich selbst sagt: „Ich bin die Auferstehung und das Leben!" Und Jesus ermutigt zum Glauben: „Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt!" (Johannes 11,25-26) Für mich heißt das, an etwas Unglaubliches zu glauben: Bei Jesus gibt es keine Grenze zwischen Zeit und Ewigkeit, zwischen Erde und Himmel, zwischen Menschlichem und Göttlichem. Das Unglaublichste am christlichen Glauben ist die Botschaft, dass der Tod nicht das Ende ist, sondern der Anfang neuen Lebens. Diese Botschaft stellt die Welt und alle Erfahrungen auf den Kopf. Und so ruft Jesus die Tote ins Leben: „Mädchen - steh auf!" - Ich finde das total spannend. Und wenn ich mich auf diese unglaubliche Botschaft einlassen kann, dann halte ich auch das für möglich: Wer blind geboren ist und nie das Licht der Welt gesehen hat - der kann tief innen ein großes Licht schauen. Wer sich für lebendig tot hält, weil er mit dem Dasein nicht fertig wird - der kann neu geboren werden durch Liebe, die er erfährt. Wer schwer krank den Tod vor Augen sieht - der kann ein Stück Ewigkeit ahnen. 
Ich wünsche Ihnen einen guten Sonntag.

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