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SWR1 3vor8

Er hat unsere Sünde an seinem eigenen Leib ans Kreuz hinauf getragen, sodass wir der Sünde gegenüber gestorben sind und für das leben können, was vor Gott richtig ist. Ja, durch seine Wunden seid ihr geheilt.
(1. Petr. 2, 24, Neue Genfer Übersetzung)

Wenn ich etwas Neues anfangen will, muss ich erst wegräumen, was vom Alten noch übrig geblieben ist und herum liegt. In der Küche zum Beispiel, wenn ich was Gutes kochen will - dann brauche ich Platz. Oder auf dem Schreibtisch. Wenn ich eine neue Arbeit anfange, dann darf da nicht zu viel Altes liegen - das lenkt mich ab. Das will womöglich erst noch erledigt werden. So wird dann nicht viel aus dem Neuanfang.
Wenn ich auf mein Leben schaue, dann ist das so ähnlich. Auch da liegt allerlei herum, was unerledigt ist. Das bindet meine Kräfte. Das hält mich fest. An vieles traue ich mich nicht ran, manches schaffe ich einfach nicht. Das lasse ich dann lieber liegen und versuche, da nicht hinzuschauen. Aber so kann ich nicht wirklich neu anfangen. Bloß: im eigenen Leben aufzuräumen, ist schwerer, als in der Küche klar Schiff zu machen.
Aber vielleicht muss ich das ja auch gar nicht selber tun. Das behauptet jedenfalls ein knapper Satz aus einem Brief in der Bibel. Der sagt: Jesus Christus hat für mich aufgeräumt. In der Sprache der Bibel steht da:

„Er hat unsere Sünde an seinem eigenen Leib ans Kreuz hinauf getragen,
sodass wir der Sünde gegenüber gestorben sind
und für das leben können, was vor Gott richtig ist."

(1. Petr. 2, 24)

Es fällt mir immer wieder schwer, zu begreifen, warum das so, am Kreuz, mit Leiden und Sterben geschehen musste. Aber vielleicht muss ich das auch nicht verstehen. Was ich verstehe ist: Er hat weggeräumt, was mir im Weg steht. Er hat weg geräumt, wo ich mir selbst im Weg stehe.
Sünde, sagt die Bibel. Und ich verstehe: Wo ich nur mir selber vertraue und versuche, ganz allein für mich zu sorgen. Wo ich deshalb engherzig werde und engstirnig, weil ich nur noch mich sehe, meine Ängste sehe und meine Wünsche. Da räumt er für mich auf und weg, was mir die Sicht trübt und mein Herz eng macht.
Was für ein Geschenk! Und auf einmal kann ich sehen: Gott meint es gut mit mir. Ich muss nicht ganz allein für mich sorgen, ihm kann ich trauen. Ich muss keine Angst haben vor dem, was kommen könnte. Ich muss auch nicht mit der ganzen Bürde meiner Vergangenheit leben. Ich kann neu anfangen. Ich kann mich auf die Zukunft vertrauensvoll einlassen. Für das leben, steht da in diesem Brief, was vor Gott richtig ist.
Wenn ich einen neuen Anfang brauche: dann kann ich mich darauf verlassen. Es ist schon aufgeräumt! So kann ich mich auf das konzentrieren, was ich eigentlich tun wollte. Ich kann die Ängste loslassen und habe Platz, um mich auf das Leben einzulassen - voller Vertrauen auf Gott, der es gut mit mir meint..
Ich finde: Jetzt, nach Ostern ist eine gute Zeit dafür.

 

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