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SWR1 3vor8

„Ich bitte euch nun…angesichts der Barmherzigkeit Gottes, dass ihr eure Leiber hingebt als ein Opfer, dass lebendig, heilig und Gott wohlgefällig ist. Das sei euer vernünftiger Gottesdienst.“


Jetzt hat uns der Alltag wieder fest im Griff. Es muss abgearbeitet werden, was sich in der Urlaubszeit angesammelt hat. Und vielleicht denken Sie, wie ich, ein bisschen sehnsüchtig an die Zeit der Feiertage zurück. Könnte es nicht so bleiben, wie es da war: ganz still, sogar die Nachrichten haben Ruhe gegeben, man hat kaum etwas von der großen Politik gehört, man konnte sich ganz und gar zurückziehen, kaum einer wollte was von einem. So hätte es doch eigentlich bleiben können, wenigstens noch für eine Weile.

So - ein bisschen entmutigt im Blick auf den Alltag hören evangelische Christen heute im Gottesdienst den Apostel Paulus: „Ich bitte euch jetzt…angesichts der Barmherzigkeit Gottes, dass ihr eure Leiber hingebt als ein Opfer, dass lebendig, heilig und Gott wohlgefällig ist. Das sei euer vernünftiger Gottesdienst.“

Engagiert euch für die Liebe, überall, wo Menschen sie brauchen. Das hat er an die Leute in Rom geschrieben, im 12. Kapitel seines Briefes. Vorher hat er 11 Kapitel lang die Liebe Gottes beschrieben, das, was man auch in den Gottesdiensten dieser Weihnachtszeit hören konnte. Gott ist zur Welt gekommen, damit euer Leben neu und besser werden kann.

Und jetzt dann das: Bleibt nicht außen vor. Bringt euch ein. Gebt euch hin. Macht mit. So verstehe ich ihn, wenn er sagt: Gebt eure Leiber hin. Und ich finde, er hat Recht. Gerade nach so vielen Feiertagen und Ruhe. Denn es stimmt ja, zuviel Ruhe und gutes Essen und Rückzug von allem machen einen steif und unbeweglich. Ein ganzer Nachmittag auf dem Sofa – jedenfalls in meinem Alter hat man dann Mühe, wieder aufzustehen.

Lebendig und beweglich aber bleibt, wer sich hingibt. Man spürt das Leben, seine Freude und manchmal wohl auch die Enttäuschungen, wenn man sich hingibt. Ganz und gar, gerade auch mit dem Körper. Das gilt nicht nur in der Liebe, das gilt für das ganze Leben. Wenn man mitmacht, wenn man sich engagiert, wenn man nicht bloß davon redet und gute Vorsätze verkündet, sondern wirklich loslegt, dann spürt man das Leben. Dann spürt man auch die Anstrengung, das wohl. Aber eben auch die Freude daran, dass man etwas zu geben hat und sich und anderen Gutes tun kann.

Deshalb, will ich mit aller Kraft, die ich habe, wieder einsteigen in den Alltag, damit ich spüren kann, dass ich lebendig bin. Ich glaube, es gibt für jeden den Platz, wo er gebraucht wird und etwas von Gott und seiner Liebe weiter geben kann. Lassen Sie uns also wieder loslegen, voller Hingabe. Und damit wir uns dabei nicht aufopfern und verbrauchen, gibt es die Auszeiten, die Sonntage und Feiertage, auch die Gottesdienste, wo man Gott und seine Barmherzigkeit spüren kann. Auch die sollten wir uns im Neuen Jahr gönnen, damit wir lebendig bleiben. https://www.kirche-im-swr.de/?m=7509